Haushaltsausschuss gibt grünes Licht für vier Bundeswehr-Großprojekte

Kurz vor der Sommerpause hat der Haushaltsausschuss des Bundestages vier milliardenschwere Rüstungsvorhaben freigegeben. Darunter sind neue Führungsfunkgeräte für die Digitalisierung der Landstreitkräfte und zusätzliche Schützenpanzer vom Typ Schakal.

Haushaltsausschuss: Unter den heute beschlossenen Beschaffungsvorhaben finden sich auch weitere Radschützenpanzer Schakal.
Unter den heute beschlossenen Beschaffungsvorhaben finden sich auch weitere Radschützenpanzer Schakal.
Foto: KNDS

In seiner vorletzten Sitzung vor der parlamentarischen Sommerpause hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages heute vier sogenannte 25-Millionen-Euro-Vorlagen für Beschaffungsprojekte der Bundeswehr gebilligt.

Grünes Licht gab es vom Haushaltsausschuss für den 7. Änderungsvertrag zur Ausstattung mit Führungsfunkgeräten im Rahmen von D-LBO, für die Optionsauslösung zur Beschaffung weiterer Schützenpanzer SCHAKAL aus dem BOXER-Serienproduktionsvertrag, für eine Rahmenvereinbarung über containerbasierte Werkstattausstattungen zur mobilen Instandhaltung sowie für die Bestellung speziell für den militärischen Einsatz ausgelegter PIN-Pads im Zuge von D-LBO. Inhaltliche Schwerpunkte der Sitzung waren damit die Digitalisierung der Streitkräfte sowie geschützte Gefechtsfahrzeuge.

Mehr Führungsfunkgeräte für den digitalen Mischbetrieb

Mit dem D-LBO-Programm rüstet die Bundeswehr derzeit mehr als 10.000 Fahrzeuge der sogenannten Division 2025 mit moderner digitaler Funktechnik aus. Das Führungsfunksystem soll auch in einem gestörten elektromagnetischen Umfeld einen sicheren, durchgängig verschlüsselten Informationsaustausch ermöglichen. Da die Fahrzeugflotten der Gefechts- und Logistiktruppen in den kommenden Jahren teils im vierstelligen Bereich wachsen, müssen all diese neuen Plattformen ebenfalls an das digitale Funk- und Führungssystem angeschlossen werden – zusätzlich zur Ausstattung der wachsenden Truppe mit neuen digitalen Handfunkgeräten.

Der jetzt durch den Haushaltsausschuss gebilligte 7. Änderungsvertrag erhöht dafür Liefermenge und -takt der bestehenden Vereinbarung: Geplant sind knapp 32.000 zusätzliche Führungsfunkgeräte in verschiedenen Ausführungen. Hinzu kommen weitere Handfunkgeräte für den sogenannten digitalen Mischbetrieb – notwendig, weil sich die Umrüstung der mehr als zehntausend Plattformen nicht in einem Schritt bewältigen lässt.

Es wird also weiterhin Fahrzeuge geben, die bereits umgerüstet sind, solche, deren Umrüstung erst folgt, und solche, die aus Kosten- oder Altersgründen gar nicht mehr umgerüstet werden. Damit die Truppe trotzdem im Verbund führungsfähig bleibt und vernetzt kommunizieren kann, werden die zusätzlichen Handfunkgeräte beschafft, die später – nach vollständiger Ausstattung mit dem D-LBO-Gesamtsystem – als reguläre Zusatzgeräte für die wachsende Truppe weiterverwendet werden sollen.

Kommunikation und Digitalisierung erfordern Funkgeräte, die den militärischen Anforderungen der Bundeswehr entsprechen. Die Systeme von Rohde & Schwarz wurden daher für D-LBO ausgewählt.
Kommunikation und Digitalisierung erfordern Funkgeräte, die den militärischen Anforderungen der Bundeswehr entsprechen. Die Systeme von Rohde & Schwarz wurden daher für D-LBO ausgewählt.
Foto: Rohde & Schwarz

Das geplante Volumen des Änderungsvertrags liegt bei rund 2,4 Milliarden Euro, von denen etwa 2 Milliarden Euro auf die Ausstattung neuer Plattformen entfallen – ausdrücklich ohne Mehrkosten für das auf insgesamt rund 11,5 Milliarden Euro veranschlagte Rüstungsprogramm D-LBO.

Schakal – zusätzliche Radschützenpanzer für die Bundeswehr

Beim zweiten großen Vorhaben der heutigen Sitzung ging es um den Radschützenpanzer SCHAKAL. Mit diesem Namen bezeichnet die Bundeswehr den Boxer RCT30, der das Fahrgestell des Mehrzweck-Radpanzers Boxer mit dem unbemannten 30-mm-Turm des Schützenpanzers Puma kombiniert. Der Haushaltsausschuss hatte die Grundbeschaffung von 150 Fahrzeugen für die Bundeswehr bereits im Oktober 2025 mit einem Volumen von rund 3,4 Milliarden Euro gebilligt.

Zwei Tage nach der Freigabe bestellte die europäische Rüstungsagentur OCCAR insgesamt 222 Fahrzeuge, davon 150 für Deutschland, 72 für die Niederlande –, verbunden mit einer Option auf bis zu 248 weitere Schakal-Radschützenpanzer, davon 200 für die Bundeswehr.

Von dieser Option löst der heute durch den Haushaltsausschuss gebilligte Vertrag einen ersten Teil aus. Der Schakal soll künftig gemeinsam mit dem Spähfahrzeug Luchs 2 und der Radhaubitze RCH 155 das Rückgrat der neu aufgestellten Mittleren Kräfte des Heeres bilden und einen Teil der veralteten Schützenpanzer Marder ersetzen.

Text: Redaktion

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