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HOCHTIEF: Vom Kasernenbau bis zum Betrieb ganzer Liegenschaften

Navid LinnemannNavid Linnemann

HOCHTIEF rückt Verteidigung in den Fokus. Auf der EUDEX tritt das Unternehmen aus der Messestadt Essen erstmals dezidiert als Anbieter für militärische und sicherheitsrelevante Infrastruktur auf. Der Zeitpunkt könnte kaum besser gewählt sein: Die Bundeswehr will bis 2035 von heute rund 185.000 auf insgesamt 255.000 bis 270.000 aktive Soldaten aufwachsen. Damit steigt auch der Bedarf an Unterkünften in einem Tempo, das klassische Bauverfahren an ihre Grenzen bringt.

Messestand von Hochtief auf einer Fachmesse mit digitaler Projektion eines Hafen- und Flugplatzprojekts sowie einer Besucherin
Auf der EUDEX 2026 in Essen präsentiert sich HOCHTIEF erstmals dezidiert als Anbieter fürs Militär.
Foto: CPM / Sascha Schürmann

Ende August hat das Bundesministerium der Verteidigung erste Rahmenverträge für das Projekt „German Armed Forces Contractor Augmentation Program Inland“ (G-CAP Inland) unterzeichnet. Ziel: rund 63.000 neue Unterkunftsplätze, dazu Lehrsäle und Waffenkammern in 300 Gebäuden. Errichtet in 130 bestehenden Liegenschaften. Eine zweite, noch umfangreichere Ausbaustufe wird jedoch G-CAP 2 angekündigt, in der ganze Liegenschaften wie am Fließband entstehen sollen – inklusive Truppenküche, Sportanlagen, Sanität und technischen Bereichen. Von 40 neuen Kasernen, die für jeweils über eine Milliarde Euro „auf der grünen Wiese“ entstehen sollen, ist in Bundeswehrkreisen die Rede. Für Bauunternehmen ein Projekt von historischer Dimension.

Genau hier positioniert sich der Generalunternehmer aus Essen; auch mit seinem Messestand auf der EUDEX. Sebastian Büscher, Business Development Manager Defense bei der HOCHTIEF Infrastructure GmbH, betonte, dass sein Unternehmen die Bundeswehr, verbündete Streitkräfte und weitere Träger öffentlicher Sicherheit „bereits seit vielen Jahren“ bei Planung, Bau und Betrieb anspruchsvoller Infrastrukturprojekte unterstützt. Als Referenzen nennt er die laufenden Baumaßnahmen an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg sowie das PPP-Projekt „Fürst-Wrede-Kaserne“ in München, das laut Büscher „bisher noch einzigartig in der Bundeswehr“ ist.

HOCHTIEF baut nicht nur neu

Doch bei HOCHTIEF geht es nicht nur um Neubau. Ein zweites Standbein ist die Sanierung im laufenden Betrieb – eine besonders anspruchsvolle Disziplin, weil Liegenschaften während der Bauarbeiten weiter funktionsfähig bleiben müssen. Im dritten Standbein folgt auf Bau oder Sanierung der Betrieb – auch hier übernimmt HOCHTIEF Aufgaben im Sinne eines Lebenszyklusansatzes aus einer Hand. In diesem Jahr hat HOCHTIEF nach genau diesem Prinzip zwei Polizeikasernen für die hessische Landespolizei fertiggestellt.

Besucher im Gespräch an einem Messestand vor einer Grafik mit militärischer Infrastruktur, Hafen und einem Airbus A400M
Eine großformatige Grafik zeigt, worum es HOCHTIEF geht: die vernetzte und gesicherte Infrastruktur eines militärischen Stützpunktes mit allen möglichen und geforderten Infrastrukturkomponenten.
Foto: CPM / Sascha Schürmann

„Unser Leistungsangebot geht also weit über Planung und Bau hinaus“, so Büscher. „Es umfasst auch den sicheren und langfristigen Betrieb ganzer Liegenschaften.“ Für die hessische Polizei bedeutet das: Sie haben für die nächsten 30 Jahre einen festen Ansprechpartner, für alles, was in der Liegenschaft anfällt. HOCHTIEF verstehe sich als Anbieter, der Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus eines Infrastrukturprojekts übernimmt, betonte Büscher, von der ersten Planung bis zum jahrzehntelangen Betrieb.

Angesichts des gestiegenen Infrastrukturbedarfs der deutschen Streitkräfte, der skalierenden Rüstungsindustrie und des hohen Zeitdrucks, den auch das Programm G-CAP widerspiegelt, will HOCHTIEF sein Engagement in gezielt ausbauen und dafür mit globalem Know-how und lokaler Umsetzungsfähigkeit punkten. Deutlich macht das ein mit KI-Unterstützung erstelltes Bild, das am Messestand in Essen exemplarisch zusammenfasst, was moderne Streitkräfte an Infrastruktur benötigen: eine Kaserne mit Unterkünften, Stabs- und Verwaltungsgebäuden, Truppenküchen, Sportanlagen, Instandsetzungshallen, technischen Bereichen, Rechenzentren und Bunkeranlagen, gut angebunden an Straße und Schiene – oder auch Landebahnen und militärische Hafenanlagen.

Jedes einzelne dieser Elemente habe die HOCHTIEF-Gruppe „in der jüngeren Vergangenheit irgendwo auf der Welt gebaut“. Von dieser Erfahrung könne man in Deutschland als Generalunternehmer profitieren. „Wir sind in der Lage“, ist Büscher überzeugt, „derartige Projekte schnell, sicher und partnerschaftlich genau so zu realisieren, wie unsere Kunden es sich wünschen.“ Ein Angebot, das angesichts des bevorstehenden Bauvolumens der Bundeswehr auf offene Ohren stoßen dürfte.

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