Luftbetankung unbemannt – MQ-25A Stingray beginnt Bodentests

Ihren Erstflug absolvierte die MQ-25A bereits vor sieben, ihre erste unbemannte Luftbetankung vor fünf Jahren, jetzt steht die Serienkonfiguration fest – deutlich später als erhofft. Viele zusätzliche Tests waren nach Angaben des Herstellers Boeing nötig und auch die jetzt fertige Version beginnt dieser Tage mit ersten Rollversuchen. Das Ziel: Mit der MQ-25A Stingray sollen die Kampfjets der U.S. Navy eine deutliche Reichweitenverlängerung erfahren – Unbemannte Luftbetankung vom Flugzeugträger.

MQ-25A: Unbemannte Luftbetankung: Der erfolgreiche Test ion 2021: Die MQ-25A Stingray betankt eine Super Hornet.
Der erfolgreiche Test ion 2021: Die MQ-25A betankt eine Super Hornet.
Foto: Boeing

Am MidAmerica Airport bei St. Louis hat die erste seriennahe MQ-25A dieser Tage ihre Rollversuche aufgenommen. Die Maschine bewegte sich unter eigenem Antrieb über die Startbahn – ein sichtbares Zeichen, dass die Flugerprobung näher rückt. Nach Verzögerungen im Zeitplan gilt dieser Schritt als Meilenstein auf dem Weg zur Integration in die Carrier Air Wings der U.S. Navy.

Unbemannte Reichweitenverlängerung

Die MQ-25A ist als unbemannter Tanker konzipiert. Ihre Hauptaufgabe: (Kampf-)Flugzeuge in der Luft mit Treibstoff zu versorgen. Dass dies unbemannt funktioniert, konnte Hersteller Boeing bereits bei drei Tests im Jahr 2021 unter Beweis stellen. Damals wurden eine F/A-18 Super Hornet, eine E-2D Hawkeye und eine F-35C Lightning II erfolgreich in der Luft betankt.

Die U.S. Navy gibt an, dass sich beispielsweise durch die Luftbetankung mit der MQ-25 der Einsatzradius einer Super Hornet von 830 km auf über 1300 km steigern ließe. Boeing sieht vor, dass die MQ-25A rund 7.000 kg Treibstoff mitführen und im Laufe einer Mission beispielsweise vier bis sechs Super Hornets betanken kann.

Anschließend wurden Test auf einem Flugzeugträger gemacht, um dort unter anderem die Navigation an Deck zu erproben. Denn die MQ-25A soll eine Rolle übernehmen, die bislang von bemannten Jets im sogenannten „Buddy-Tanking“-Verfahren oder (falls verfügbar) durch Tankflugzeuge ausgefüllt wird. Diese Verfahren haben einen deutlich höheren Personal- und Ressourcenaufwand.

Mit der MQ-25A Stingray verschiebt sich das Gleichgewicht im Luftkampf auf Basis von Flugzeugträgern. Künftig können Kampfflugzeuge wieder stärker für ihre Primärmissionen eingesetzt werden, während die Drohne die Reichweitenverlängerung übernimmt. Das erhöht nicht nur die operative Flexibilität eines Trägerverbandes, sondern stärkt auch dessen Durchhaltefähigkeit in Szenarien mit großen Entfernungen.

Ausgelegt für den Trägerbetrieb

Technisch ist die MQ-25A konsequent auf den Einsatz an Bord von Flugzeugträgern zugeschnitten. Faltbare Tragflächen, verstärktes Fahrwerk und Fanghaken ermöglichen Katapultstart und Seillandung. Die autonome Flugsteuerung erlaubt Start, Flugprofil und Anflug weitgehend selbstständig, eingebunden in die Führungs- und Kontrollstrukturen des Trägers.

Die MQ-25 Stingray mit zusammengeklappten Flügeln an Bord eines US-amerikanischen Flugzeugträgers.
Die MQ-25 Stingray mit zusammengeklappten Flügeln an Bord eines US-amerikanischen Flugzeugträgers.
Foto: Boeing

Neben ihrer Aufgabe in der unbemannten Luftbetankung soll die MQ-25A auch mit Aufklärungssensorik ausgestattet und als Kommunikationsrelais eingesetzt werden.

Technische Daten der MQ-25A

  • Spannweite mit ausgeklappten Flügeln: 29,9 m
  • Spannweite mit eingeklappten Flügeln: 9,5 m
  • Länge: 15,5 m
  • Maximale Treibstoffabgabe: rund 7.000 kg
  • Antrieb: 1 Rolls-Royce AE 3007N Motor

Die unbemannte Plattform hat bereits bewiesen, dass sie zuverlässig bemannte Flugzeuge betanken kann. Nun steht die Serienversion vor dem nächsten Schritt: dem Übergang vom Testbetrieb zur Einsatzreife. Die Initial Operational Capability wird in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts erwartet – ein Zeitpunkt, der für die US Navy neue Herausforderungen im Bereich der trägergestützten Luftkriegsführung bringen könnte.

Die MQ-25 Stingray von Boeing.
Die MQ-25 Stingray von Boeing.
Foto: Boeing

Mit der MQ-25A Stingray rückt die Vision eines gemischten, eng verzahnten Verbunds aus bemannten und unbemannten Systemen ein Stück näher an die Realität heran – heute auf der Startbahn, bald schon über dem offenen Meer.

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BoeingDrohneF-35FlugzeugträgerLuftbetankungMQ-25AReichweiteSuper Hornet
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