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Yıldırımhan – Türkei enthüllt Interkontinentalrakete mit 3 Tonnen Nutzlast

Mit einer angegebenen Reichweite von 6.000 Kilometern und einer Spitzengeschwindigkeit von Mach 25 im Endanflug will die Türkei die Fähigkeit von Interkontinentalraketen (ICBM) erreicht haben. Auf der SAHA Istanbul präsentierte das Forschungs- und Entwicklungszentrum des türkischen Verteidigungsministeriums mit der Yıldırımhan die erste Interkontinentalrakete. Ist sie ein Baustein für ein türkisches Atomprogramm?

Yıldırımhan – mit ihr zeigt die Türkei die Fähigkeit zur Interkontinentalrakete.
Yıldırımhan – mit ihr zeigt die Türkei die Fähigkeit zur Interkontinentalrakete. Der Schriftzug an der Spitze ist die Unterschrift von Mustafa Kemal Atatürk, dem Staatsgründer der Türkei.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Es war der Paukenschlag auf der türkischen Rüstungsmesse SAHA 2026 in Istanbul: Die Türkei stellte ihre erste Interkontinentalrakete vor. Die Yıldırımhan verfügt laut Angaben des für die Entwicklung verantwortlichen Verteidigungsministeriums über eine Reichweite von 6.000 Kilometern und erreicht je nach Geschwindigkeiten zwischen Mach 9 und Mach 25.

Die Rakete kann somit Ziele in weiten Teilen Europas, Russlands, des Nahen Ostens, Afrikas und Indiens erreichen. Verteidigungsminister Yaşar Güler nahm persönlich an der Präsentation teil. „Das Erreichen dieses Meilensteins ist ein Grund zum Stolz.“, so der Minister. „Forschungsorientierte Produktentwicklung und entsprechende Aktivitäten spielen eine entscheidende Rolle für die nachhaltige Stärkung der Verteidigungsindustrie.“

Benannt ist die Interkontinentalrakete Yıldırımhan nach Yıldırım Bayezid, dem dritten Sultan des Osmanischen Reiches.
Benannt ist die Interkontinentalrakete Yıldırımhan nach Yıldırım Bayezid, dem dritten Sultan des Osmanischen Reiches.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Die Yıldırımhan wird von vier Raketentriebwerken angetrieben und nutzt flüssiges Stickstofftetroxid als Treibstoff. Die Rakete soll eine Nutzlast von bis zu 3.000 Kilogramm transportieren können.

Diese Nutzlastkapazität sorgt unter Experten für besondere Aufmerksamkeit, da sie weit über dem liegt, was für konventionelle Präzisionsmunition über interkontinentale Distanzen üblich ist. Mit der Yıldırımhan würde die Türkei in einen exklusiven Club eintreten, die über Interkontinentalraketen verfügen, darunter die USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien, Indien und Nordkorea.

Die Enthüllung der Yıldırımhan signalisiert Ankaras Ambitionen, auch im Bereich strategischer Langstreckensysteme eine führende Rolle einzunehmen. Erst vor wenigen Monaten präsentierte das Land mit der Tayfun Blok 4 eine hyperschallfähige Variante der langstreckenfähigen Raketenfamilie Tayfun. Diese soll bis zu 1.000 Kilometer weit fliegen können und Mach 5 erreichen.

Vier Raketentriebwerke mit flüssigem Stickstofftetroxid treiben die Rakete an.
Vier Raketentriebwerke mit flüssigem Stickstofftetroxid treiben die Rakete an.
Foto: CPM / Navid Linnemann

In beiden Fällen gilt aber, was Beobachter in Istanbul auch von anderen Rüstungsprodukten auf der SAHA sagen: Gezeigt wird erst, getestet später. Ob die Yıldırımhan also wirklich schon kann, was sie verspricht, ist keinesfalls sicher. Nichtsdestotrotz wird mit ihr bereits das türkische Drohpotenzial ausgebaut. „Lasst niemanden daran zweifeln“, so Güler bei der Präsentation, „dass wir sie bei Bedarf ohne Zögern einsetzen werden.“ 

Yıldırımhan – Die nukleare Komponente

Die Interkontinentalrakete Yıldırımhan spielt – ohne dass es in Istanbul ausdrücklich gesagt worden wäre – aber noch auf einer anderen Ebene neue Töne an: Die Rakete könnte auch nuklear bestückt werden und somit noch einmal ein ganz anderes Drohpotenzial erreichen. Zwar verfügt das Land nicht über eigene Atomwaffen, doch fragte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bereits 2019: „Warum sollten wir keine Atomwaffen haben?“ Er forderte – nicht ganz zu unrecht – vor der UN: Entweder Atomwaffen für alle, oder für keinen.

Gerade mit Blick auf den Iran, der trotz des us-amerikansichen-israelischen Krieges gegen sein Atomprogramm noch nicht von der Waffe abgehalten werden konnte, könnte auch die Türkei nach einer eigenen nuklearen Komponente streben.

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