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Safran stärkt europäische Luftfahrt – Neue Servicezentrale in Norderstedt eröffnet

Gestern erfolgte offiziell, was in den vergangenen Monaten bereits gelebt wurde: Safran Helicopter Engines eröffnete seine neue 3.000 Quadratmeter große Servicezentrale in Norderstedt (Schleswig-Holstein) bei Hamburg. Der Standort wird Wartungs- und Reparaturdienstleistungen für Hubschraubermotoren anbieten und soll die wachsende Nachfrage auf dem europäischen Markt bedienen. An der Eröffnung nahmen CEO Cédric Goubet, der CEO der deutschen Tochter, Francis Larribau, der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen, sowie die Oberbürgermeisterin von Norderstedt, Katrin Schmieder, der Kommandeur der Marineflieger, Kapitän zur See Broder Nielsen, und weitere Ehrengäste teil.

Offizielle Einweihung der neuen Deutschlandzentrale von Safran Helicopter Engines in Norderstedt bei Hamburg.
Offizielle Einweihung der neuen Deutschlandzentrale von Safran Helicopter Engines in Norderstedt bei Hamburg.
Foto: Safran

Mit rund 80 Mitarbeitern bietet die Anlage umfassende Services für Arrius-, Arriel- und RTM322-Triebwerke – von lokaler Wartung über Lagerkapazitäten bis zur 24/7-Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

„Deutschland ist wichtig für die Zukunft Europas und besonders für Frankreich“, betonte CEO Cédric Goubet in seiner Eröffnungsrede. Der französische Manager würdigte nicht nur die deutsch-französische Freundschaft in engagiertem Schuldeutsch, sondern kündigte weitere Investitionen an: „Wir wollen nicht nur präsent sein, sondern auch unseren Footprint, unsere Anlagen und unsere Ingenieurfähigkeiten in diesem Land erweitern.“

Safran Helicopter Engines in Norderstedt bei Hamburg

Zugleich warnte Goubet vor geopolitischen Herausforderungen: „Wir erleben seit dem Kalten Krieg beispiellose geopolitische Herausforderungen. Europa muss aufwachen und in der Geschwindigkeit der strategischen Autonomie beschleunigen.“ Die in rund 18 Monaten gebaute Deutschlandzentrale von Safran Helicopter Engines soll dabei ein Baustein für europäische Souveränität sein.

Cédric Goubet, CEO von Safran Helicopter Engines, bei der Eröffnung.
Cédric Goubet, CEO von Safran Helicopter Engines, bei der Eröffnung.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Das Gebäude selbst wurde mit Unterstützung der EGNO (Entwicklungsgesellschaft Norderstedt mbH) und der Stadt Norderstedt errichtet. Der vorherige Standort in Hamburg war zu klein geworden, um die 2.300 Triebwerke des Konzerns von 300 Kunden in Deutschland, Nord- und Osteuropa sowie Zentralasien zu betreuen. Mit der um 50 Prozent erweiterten Größe des neuen Gebäudes soll dies besser gelingen.

Auch die vom Bauunternehmen Goldbeck geschaffenen Büroräume verbessern die Arbeit der Kundenbetreuer von Safran Helicopter Engines. Laut Aussage Goubets besteht die Unternehmensphilosophie bewusst auf einer persönlichen Ansprache und nicht auf Chat-Bots. Zu den Kunden in Deutschland gehören neben der Bundeswehr auch Polizeien, die ADAC-Luftrettung und die DRF Luftrettung.

Die neue Deutschlandzentrale von Safran Helicopter Engines.
Die neue Deutschlandzentrale von Safran Helicopter Engines.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Der neue Standort betreut unter anderem sowohl die NH90-Flotte der Marineflieger als auch zukünftig den neuen Leichten Kampfhubschrauber (LKH) H145M – beides Hubschrauber von Airbus Helicopters aus Donauwörth.

Militärische Notwendigkeit – Die Rolle der Hubschrauber

Kapitän zur See Broder Nielsen, Kommandeur der Marineflieger, machte in seiner Rede deutlich, warum die neue Servicezentrale für die Sicherheit Europas entscheidend ist.

Nielsen beschrieb ein beeindruckendes Szenario: „Ich stand an Bord einer deutschen Fregatte in der Nordsee bei Nacht. Der Wind peitscht mit Stärke 8 bis 10. Die Wellen drei, fünf Meter hoch. Die See ist rau. Und doch werden die Flugoperationen fortgesetzt. Ein Sea Lion kehrt zur Fregatte zurück. Die Besatzung hoch konzentriert. Ein Landungsversuch. Dann der zweite. Dann der dritte und vierte. Die Plattform schwankt zu stark. Eine kurze Pause. Ein neuer Anlauf. Eine sichere Landung. Die Harpune hat ihr Ziel getroffen.“

Der Kommandeur der Marineflieger, Kapitän zur See Broder Nielsen,.
Der Kommandeur der Marineflieger, Kapitän zur See Broder Nielsen,.
Foto: CPM / Navid Linnemann

In diesem Moment, so Nielsen, werde klar, was militärische Fähigkeit wirklich bedeute: „Sie entsteht nicht in PowerPoint-Präsentationen. Sie entsteht da draußen nachts in Stürmen auf See. Sie entsteht durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, die Risiken tragen, die sich aufeinander verlassen – und die wissen, dass Fehler keine zweite Chance erlauben.“

NH90 mit Safran-Triebwerk

Die Marineflieger erhalten derzeit viel neues Gerät – darunter auch 18 NH90-Hubschrauber Sea Lion – für SAR und Transport – sowie 31 NH90 Sea Tiger als Bordhubschrauber der Fregatten. Allesamt mit Triebwerken von Safran Helicopter Engines.

Diese Modernisierung der Marineflieger war längst überfällig und ist kein Luxusprojekt. Sie ist eine sicherheitspolitische Notwendigkeit. Dieses Geld ist gut investiert in unsere Sicherheit, in unsere Handlungsfähigkeit und in die Zusammenarbeit mit unserem Bündnis. Die Indienststellung von Waffensystemen ist gut, aber wir brauchen mehr: Was wir brauchen, sind industrielle Widerstandsfähigkeit, robuste Lieferketten sowie Schnelligkeit und Tempo in allen Bereichen.
– Kapitän zur See Broder Nielsen

Für Unternehmen wie Safran ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung. Die operative Einsatzbereitschaft entstehe laut Kapitän zur See Nielsen nicht am Schreibtisch, sondern „durch Training, durch Erfahrung und durch den unbeirrbaren Willen, die Mission zu erfüllen“ – ein Wille, der seiner Ansicht nach in der industriellen Basis in Norderstedt Gestalt annimmt.

CEO von Safran Helicopter Engines Germany, Francis Larribau (l.) beim Rundgang durch die Wartungshalle mit CEO Cédric Goubet.
CEO von Safran Helicopter Engines Germany, Francis Larribau (l.) beim Rundgang durch die Wartungshalle mit CEO Cédric Goubet.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Die neue Servicezentrale von Safran Helicopter Engines soll damit mehr sein als nur eine industrieller Standort: Sie soll ein strategischer Ankerpunkt für die europäische Verteidigungsfähigkeit sein – und für die zivilen Nutzer der Triebwerke von Safran.

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