Im Beisein des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke und des niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies hat die Aerodata AG heute den ersten Prototyp der AeroForce X vorgestellt. Die MALE-Drohne wurde in Strausberg hergestellt und soll insbesondere für Aufklärungsmissionen eingesetzt werden.

„Das von Aerodata entwickelte Luftfahrtsystem zeigt eindrucksvoll, dass Unternehmen in Brandenburg optimale Bedingungen vorfinden, um mit der rasanten weltweiten Entwicklung sicherheitsrelevanter Zukunftstechnologien mithalten zu können“, befand Ministerpräsident Woidke. Nicht zuletzt wegen der alle zwei Jahre stattfindenden ILA präsentiert sich das Land Brandenburg seit Längerem als Luftfahrtstandort.
„Dieser Roll-out ist mehr als die Vorstellung eines neuen Fluggeräts – es ist ein sichtbares Zeichen für Innovationskraft, technologischen Fortschritt und industrielle Zukunftsfähigkeit“, fand auch Olaf Lies, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, dem Heimatbundesland von Aerodata. Das Unternehmen aus Braunschweig zeige, wie aus Forschung, Ingenieurskunst und unternehmerischem Mut neue Schlüsseltechnologien entstehen. Auch Länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen Ost und West ließen sich an diesem Beispiel ablesen.
Deutsche MALE-Drohne AeroForce X
Produkt dieser Zusammenarbeit ist eine Plattform, die laut Aerodata mit einer Flügelspannweite von 26 Metern, einer Nutzlast von rund 1,3 Tonnen und einer Flugzeit von bis zu 40 Stunden eine dauerhafte Überwachung von kritischer Infrastruktur ermöglichen soll.

Ein System dieser Größenordnung gibt es bisher nicht von deutschen oder europäischen Herstellern – die Bundeswehr beschaffte beispielsweise die Heron TP aus Israel, auch türkische und US-amerikanische Anbieter produzieren vergleichbare Drohnen. Gerade unter dem Gesichtspunkt der Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern könnte die AeroForce X interessant werden.
Neben der Nutzung für ISR-Missionen seien auch andere Nutzlasten denkbar. Welche dies seien, lies Aerodata-Chef Neset Tükenmez im Defence-Network-Interview vergangenes Jahr bewusst offen.
Luftgestützte Überwachung dringend nötig
„Europa braucht eigene, verlässliche Fähigkeiten, um kritische Infrastrukturen zu schützen und in sicherheitspolitisch herausfordernden Zeiten handlungsfähig zu bleiben“, meinte Neset Tükenmez, CEO der Aerodata AG. „Mit AeroForce X bauen wir auf mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung in der luftgestützten Überwachung und Aufklärung auf und schaffen die Grundlage für eine leistungsfähige europäische Lösung im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme.“

Während ihres Besuchs am Standort Strausberg erhielten die Ministerpräsidenten umfassende Einblicke in das Entwicklungsprojekt und Fähigkeiten von Aerodata. Laut Unternehmen selbst bot der heutige Termin zugleich Anlass für einen Austausch über die Zukunft unbemannter Luftfahrtsysteme und die Bedeutung mittelständischer Unternehmen für nationale Sicherheit und Verteidigungsfähigkeiten.
Für die AeroForce X bedeutete der heutige Termin jedoch nur einen Zwischenstand, ein Meilenstein auf dem Weg zum serienreifen Produkt. In der Entwicklung des MALE-UAS durchläuft der unbemannte Prototyp nach dem heutigen Roll-out weitere Erprobungen. Noch für das laufende Jahr ist der Erstflug geplant.
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