Laser-Waffe kommt

Nach eigenen Angaben hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) einen Vertrag über eine wirksame und effiziente Abwehrwaffe unterzeichnet. Gemeint ist die Entwicklung von Hochenergie-Wirklasern.

Ein elektro-optischer Laser-Effektor, der als Demonstrator auf der deutschen Fregatte montiert wurde.
Ein elektro-optischer Laser-Effektor, der als Demonstrator auf der deutschen Fregatte montiert wurde.

der Gefechtsführung und die Herstellung der eigenen Wirkungsüberlegenheit. Am 9. Juli 2026 wurde dazu ein Meilenstein erreicht: Die Präsidentin des BAAINBw, Annette Lehnigk-Emden, unterschrieb einen Vertrag mit den Herstellern MBDA Deutschland GmbH und Rheinmetall Waffe Munition GmbH zur Entwicklung eines revolutionären, laserbasierten Waffensystems.

Das Hochenergielaserwaffensystem (HLWS) wird als modernes Wirkmittel gegen hochagile Luft-, See- und Landziele entwickelt. Die zunehmende Drohnenkampfführung in der Ukraine und zuletzt die Kampfhandlungen in der Straße von Hormus verdeutlichen die Bedeutung eines solchen Abwehrsystems. Dabei ist das HLWS nicht nur „first of class“, sondern auch „first of its kind“ … die erste Laserwaffe, die für die Bundeswehr entwickelt und beschafft wird.

Die Nahaufnahme zeigt die thermischen Schäden an einer Drohne nach dem Einsatz des Hocheffektiven Wirksystems gegen unbemannte Systeme (HoWiSM).
Die Nahaufnahme zeigt die thermischen Schäden an einer Drohne nach dem Einsatz des Hocheffektiven Wirksystems gegen unbemannte Systeme (HoWiSM).

Vorgesehen ist zunächst die Einrüstung auf einem Schiff der Marine. Am Ende des Vertrages soll ein Waffensystem stehen, dass vollständig abgenommen und zugelassen ist und der Marine zur operativen Nutzung übergeben werden kann. Gleichzeitig soll das HLWS als technologischer Ausgangspunkt für weitere Laserwaffensysteme dienen, sowohl für die Marine als auch für mobile oder stationäre Anwendungen an Land.

Wirklaser zerstören ihre Ziele durch einen präzisen und fokussierten Laserstrahl auf einen vorher ausgewählten Punkt. Dabei entsteht dort eine so hohe Wärmekonzentration, dass Materialien schmelzen, Strukturen geschwächt werden oder Elektronik Schaden nimmt. Der Vorteil von Laserwaffen sind ihre hochpräzise Wirkung und die geringen Kosten pro Bekämpfungsvorgang (eine geringe Menge Kraftstoff statt hunderttausende Euro für einen Lenkflugkörper). Zudem wirken Laser verzugslos, so dass der Gegner so gut wie keine Zeit zum Reagieren hat.

Das von MBDA und Rheinmetall entwickelte Hochenergielaser-Waffensystem für die Marine (HoWiSM) ist an Bord der Fregatte „Sachsen“ (F219) installiert. Die containerbasierte Laserwaffe dient der Erprobung dieser neuen Technologie unter realen Einsatzbedingungen auf See.
Das von MBDA und Rheinmetall entwickelte Hochenergielaser-Waffensystem für die Marine (HoWiSM) ist an Bord der Fregatte „Sachsen“ (F219) installiert. Die containerbasierte Laserwaffe dient der Erprobung dieser neuen Technologie unter realen Einsatzbedingungen auf See.

Die Präsidentin des BAAINBw Annette Lehnigk-Emden sagt dazu: „Wirklaser haben das Potenzial zu einer wirksamen und effizienten Zielbekämpfung. Wo Drohnen und komplexe Bedrohungsszenarien bewährte Verteidigungssysteme an ihre Grenzen bringen, rücken Laserwaffensysteme zunehmend in den Fokus militärischer Entwicklung und Erprobung. Die Bundeswehr und ihre Partner arbeiten mit Hochdruck daran, diese Systeme einsatzfähig zu machen.“

Begonnen hatte das Projekt im Jahr 2018. Ein von den Auftragnehmern entwickelter Demonstrator ist unter dem Namen HoWiSM (Hochpräzise und skalierbare Wirkung gegen agile/ signaturarme Ziele im Nah- und Nächstbereich schwimmender Systemträger) bekannt. Er wurde 2022 zur Erprobung auf der Fregatte SACHSEN eingerüstet und dort über ein Jahr unter realen Umweltbedingungen erprobt. Dabei wurden in Nordsee, Ostsee und dem Mittelmeer mehr als 28.000 Seemeilen zurückgelegt und weit über 100 Testschüsse erfolgreich abgegeben.

Die Einrüstung und Indienststellung des HLWS soll im Jahr 2029 erfolgen.

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