Die US Navy hat im Rahmen des Programms „Coalition Heterogeneous Affordable Offensive Strike“ (CHAOS) zwei Verträge vergeben – einen davon an das seit 2025 zu Kongsberg gehörende Unternehmen Zone 5 Technologies. Das zuständige Programmbüro für Präzisionswaffen, PMX-201, verfolgt damit das Ziel, günstige und skalierbare Präzisionswaffen gegen Land- und bewegliche Seeziele zu entwickeln.
Captain Sarah Abbott, Programmleiterin bei PMX-201, begründete den Bedarf mit wachsenden Bedrohungen durch gegnerische Zugangsverweigerungssysteme: CHAOS solle Verbündeten eine moderne, bezahlbare und exportfähige Lösung gegen Schiffsziele bieten und bestehende Probleme bei Veralterung und Lieferketten lösen.
Im Rahmen einer „Other Transaction Agreement“ (OTA) im Wert von 65 Millionen US-Dollar mit CMG Networks – im Auftrag des Naval Aviation Systems Consortium – wird Zone 5 die CHAOS-Version seines Marschflugkörpers AGM-188 Rusty Dagger entwickeln, bauen, testen und liefern. „Zone 5 ist stolz darauf, mit der Marine beim CHAOS-Programm zusammenzuarbeiten und den USA sowie unseren Verbündeten führende, skalierbare Fähigkeiten für den maritimen Einsatz zu liefern“, erklärte Thomas Akers, CEO von Zone 5 Technologies.
Neue Anbieter stärken die Industriebasis
Neben Zone 5 erhielt auch das Unternehmen CoAspire einen CHAOS-Vertrag; beide gelten als „nicht-traditionelle“ Anbieter in der Rüstungsindustrie. Beide Unternehmen erhielten ihre Verträge über das beschleunigte OTA-Verfahren, mit dem PMX-201 Entwicklungsarbeiten eng an den eigenen Anforderungen ausrichten und gleichzeitig den bürokratischen Aufwand gering halten kann.

Van Hendrey, der die neue Beschaffungsorganisation Portfolio Acquisition Executive Munitions leitet, ordnete die Vergabe strategisch ein: „Diese Vergaben sind der nächste Meilenstein bei der Entwicklung einer bezahlbaren maritimen Einsatzfähigkeit für Sicherheitspartner, während gleichzeitig die industrielle Basis der Verteidigungsindustrie durch Wettbewerb erweitert und ein neuer Anbieter beschleunigt in das Präzisionswaffen-Portfolio der Navy aufgenommen wird.“
Man habe eine deutliche Nachfrage internationaler Partner festgestellt und deren Anforderungen von Anfang an in die Entwicklung einbezogen, so Hendrey weiter – durch die frühzeitige Berücksichtigung der Exportfähigkeit könne man Partnern schnell eine bezahlbare Fähigkeit bereitstellen.
Partner-First-Ansatz für schnellen Technologietransfer
Das Programm setzt von Beginn an auf einen „Partner-First“-Ansatz, um internationalen Verbündeten einen schnellen und sicheren Technologietransfer zu ermöglichen – anders als traditionelle US-Programme, die zunächst nationale Anforderungen priorisieren. CHAOS basiert vollständig auf offenen Systemarchitekturen (MOSA/WOSA), was schnelle Software- und Hardware-Updates sowie eine mögliche gemeinsame Fertigung mit Partnernationen erlaubt.
Eine erste bodengestützte Fähigkeit wird bis 2028 erwartet, gefolgt vom Ausbau auf see- und möglicherweise luftgestützte Varianten. Über Foreign-Military-Sales-Verträge lädt PMX-201 Partnerländer aktiv dazu ein, künftige CHAOS-Anforderungen mitzugestalten.
Quelle: Pressemeldungen von Zone 5 & US Navy
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