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Erstes USV ROMULUS 151 hergestellt

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Der US-amerikanische Schiffsbauer HII (Huntington Ingalls Industries) feiert Fortschritte bei der Produktion von unbemannten Überwasserschiffen (USVs) der ROMULUS-Klasse für die U.S. Navy in Louisiana. HII, nach eigenen Angaben Amerikas größter militärischer Schiffbauer und weltweit führend im Bereich autonomer Seestreitkräfte, feierte kürzlich einen Meilenstein bei der Produktion unbemannter Überwasserschiffe (Unmanned Surface Vessels, USVs) der ROMULUS-Klasse für die U.S. Navy. Im Rahmen einer Zeremonie in Louisiana wurde die entscheidende Rolle des Bundesstaates bei der Bereitstellung der nächsten Generation autonomer maritimer Fähigkeiten hervorgehoben.

Unlackierter Metallrumpf eines Schiffes mit US-Flagge in einer Werfthalle bei einer Präsentation autonomer maritimer Systeme
Die im Bau befindliche ROMULUS-Klasse während der Zeremonie in Louisiana.
Foto: Louisiana Economic Development and Office of Governor Jeff Landry

An der Feier nahmen der Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, Vizeadmiral Michael Wosje (Deputy Chief of Naval Operations for Warfighting Requirements and Capabilities, N9), HII-Präsident und CEO Chris Kastner sowie Brannon Breaux, Präsident von Breaux Brothers Enterprises, teil. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war das feierliche Anbringen einer Gedenktafel am Rumpf des ersten Schiffes der Klasse, der ROMULUS 151.

Die Veranstaltung würdigte die kontinuierlichen Fortschritte bei der Produktion der ROMULUS-USVs durch HII für das Programm der U.S. Navy für mittelgroße unbemannte Überwasserschiffe (Medium Unmanned Surface Vessels, MUSV). Zudem wurden die qualifizierten Arbeitskräfte, die regionalen Partner im Schiffbau sowie die hochmodernen Fertigungskapazitäten gewürdigt, die den Bau dieser Schiffe ermöglichen.

Die U.S. Navy hat HII kürzlich mit dem Bau von zehn Einheiten der ROMULUS 151-Klasse im Rahmen des MUSV-Programms beauftragt. Dies unterstreicht die Bedeutung der maritimen Industrie in Louisiana und an der Golfküste für die Bereitstellung fortschrittlicher Verteidigungstechnologien, die Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze im Schiffbau und die Stärkung der nationalen Sicherheit.

„Louisiana ist das Kraftzentrum der maritimen Industrie, und heute haben wir diesen Status weiter gefestigt. Gemeinsam mit Breaux Brothers und HII setzen wir uns dafür ein, dass die nächste Generation maritimer Technologie von Menschen aus Louisiana auf dem Boden Louisianas gefertigt wird“, erklärte Gouverneur Landry. „Wir sind stolz darauf, einen wichtigen Beitrag dazu zu leisten, dass die U.S. Navy die schlagkräftigste und leistungsfähigste Militärmacht der Geschichte bleibt. Dies ist ein bedeutender Tag für Louisiana und für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten.“

„Der Bau und die Indienststellung des ‚Medium Unmanned Surface Vessel‘ (mittelgroßes unbemanntes Überwasserschiff) sind ein entscheidender, gezielter Baustein innerhalb der ‚Hedge-Strategie‘ des Chief of Naval Operations (CNO). Sie erweitern die ‚verteilte Kampfkraft‘ (distributed lethality) sowie das Lagebewusstsein im maritimen Raum – selbst in umkämpften Gewässern. Durch die Nutzung schneller, kommerzieller Beschaffungswege in Kombination mit einer agilen Einführung in die Flotte integrieren wir einsatzbereite, autonome Systeme. Damit verschaffen wir den zuständigen Kommandeuren asymmetrische Handlungsoptionen – und das werden wir zügig umsetzen!“, erklärte Wosje.

ROMULUS ist eine modulare Familie KI-gestützter unbemannter Überwasserschiffe (USVs), die auf der offenen Architektur der „Odyssey Advanced Autonomy Solutions“ von HII basieren. Sie wurden entwickelt, um sowohl aktuelle als auch zukünftige Anforderungen der U.S. Navy, des U.S. Marine Corps, der gemeinsamen Streitkräfte und alliierter Partner zu erfüllen. Die Plattform unterstützt ein breites Spektrum an Missionen, darunter Aufklärung und Überwachung (ISR), Minenabwehr, Angriffsoperationen, die Bekämpfung unbemannter Systeme sowie das Aussetzen und Bergen unbemannter Unterwasser- und Luftfahrzeuge.

Die Entscheidung der U.S. Navy für das USV-Modell ROMULUS 151 markiert einen bedeutenden Schritt: den Übergang von experimentellen unbemannten maritimen Systemen hin zum operativen Einsatz im Flottenmaßstab. Das Programm vereint die jahrzehntelange Erfahrung von HII im Schiffbau mit bewährten autonomen Technologien sowie einer dezentralen Produktionsstrategie. Ziel ist es, zuverlässige und einsatzbereite Schiffe effizient und in großer Stückzahl zu liefern.

„In Louisiana gibt es Schiffbauer, die seit Generationen Aluminium in robuste, leistungsfähige Boote verwandeln“, sagte Kastner. „Als die U.S. Navy uns im Golf von Mexiko auf die Probe stellte, erfüllte ROMULUS alle Anforderungen. Genau ein solches Team stellen wir gerne zusammen – ein Team, auf das man zählen kann, wenn es darum geht, sich im Wettbewerb zu behaupten und zu gewinnen.“

Widmungsplakette von Huntington Ingalls Industries an einem unbemannten Wasserfahrzeug Romulus der US Navy in New Iberia, Louisiana
Plakette des ersten UAV ROMULUS 151.
Foto: HII

Schiffbauer aus Louisiana gestalten die Zukunft der autonomen Seemacht

Die Produktionsstrategie von HII für die ROMULUS-USVs stützt sich auf die Expertise etablierter maritimer Partner an der Golfküste, darunter Breaux Brothers Enterprises, Halimar Shipyard sowie Bayou Metal Supply & Manufacturing in Louisiana. Das unbemannte Überwasserschiff (USV) ROMULUS wurde in Partnerschaft mit Beier Integrated Systems und Incat Crowther entwickelt.

„Seit vier Generationen baut unsere Familie hier in Louisiana Schiffe, und heute sind wir stolz darauf, diese Erfahrung in den Dienst der United States Navy zu stellen“, sagte Breaux. „Der Bau des ROMULUS-USV für HII ist eine Gelegenheit, unserem Land auf eine Weise zu dienen, die mir persönlich – und auch meinen Schiffbauern – sehr viel bedeutet. Unsere Fachkräfte haben über Jahrzehnte hinweg maßgeschneiderte, zuverlässige Aluminiumschiffe gefertigt, die selbst unter härtesten Bedingungen bestehen können. Nun bringen wir genau diese Expertise in die nächste Generation von Marinetechnologie ein.“

Im Jahr 2025 begann HII damit, die notwendigen Partnerschaften, Produktionskapazitäten, Lieferantennetzwerke und Infrastrukturen zu schaffen, um den Bau des ROMULUS-USV zu beschleunigen. Diese frühen Investitionen trugen dazu bei, ein produktionsreifes Konzept zu etablieren, das darauf ausgelegt ist, Risiken zu minimieren und den wachsenden Bedarf der U.S. Navy an autonomen maritimen Systemen zu decken.

Das ROMULUS 151 System

Das USV ROMULUS 151 von HII ist eine unbemannte Überwasserdrohne (USV) mit einer Länge von rund 151 Fuß (ca. 46 Meter), die für die US Navy und verbündete Streitkräfte entwickelt wird. Sie wird gebaut von HII in Zusammenarbeit mit Partnern wie Breaux Brothers Enterprises und Halimar Shipyard in Louisiana.

Ausgestattet ist sie mit dem Odyssey Advanced Autonomy Solutions-System für unbemannte und koordinierte Einsätze. Als Einsatzzweck gibt der Hersteller Aufklärung (ISR), Zielerfassung, U-Boot-Jagd, Minenabwehr, Konvoischutz und Luftabwehr (Counter-UAS) an. Das USV ROMULUS 151 ist rund 151 Fuß lang, modular aufgebaut und für Geschwindigkeiten von über 25 Knoten im offenen Ozean ausgelegt.

Im September 2026 wurde der Rumpf des ersten ROMULUS-151-Schiffs fertiggestellt und erfolgreich gedreht (hull flip), womit der Weg frei für den Decks- und Aufbau-Einbau war. Jetzt wurde das erste Sytem fertiggestellt. Insgesamt befinden sich aktuell fünf ROMULUS-151-Einheiten im Bau (vier bei Breaux Brothers in New Iberia und eine bei Halimar Shipyard in Morgan City, Louisiana).

Die genaue Sensor- und Waffenintegration des ROMULUS 151 basiert auf dem Prinzip der vollständigen Modularität und einer offenen Software-Architektur. HII veröffentlicht aus Geheimhaltungsgründen keine starre, feste Waffen- oder Sensorliste, da das Schiff je nach Einsatzzweck extrem schnell und flexibel umgerüstet werden kann.

Die Integration ist durch technische Schlüsselkomponenten und ein multifunktionales Container-Konzept gelöst. Denn die ROMULUS 151 ist primär als „Laster“ für Missionsmodule konzipiert. Die Navy-Spezifikationen verlangen die Fähigkeit, bis zu 25 Tonnen Nutzlast zu transportieren. Das offene Deck ist so ausgelegt, dass es mindestens zwei, teilweise bis zu vier 40-Fuß-ISO-Standardcontainer aufnehmen kann. In diesen Containern können vorkonfigurierte Raketenwerfer (z. B. für weitreichende Präzisionsschläge oder Flugabwehr), Schiffsartillerie, Loitering Munition (Kamikaze-Drohnen) oder Systeme zur Drohnenabwehr (Counter-UAS) direkt auf das Deck gesetzt und elektronisch gekoppelt werden. Ganz nach dem Prinzip Plug-and-Play.

Für die sichere, autonome Navigation nach internationalen Seefahrtsregeln (COLREGS) verfügt das USV über fest integrierte optische/Infrarot-Kameras (EO/IR), Navigationsradare und LiDAR-Systeme als missionsunabhängige Sensoren. Hinzu kommen missionsspezifische Sensoren. Zum Beispiel Module für die elektronische Kampfführung (EW / EloKa), Aufklärungssensoren (ISR) sowie geschleppte Sonare zur U-Boot-Jagd (ASW). Die Software integriert Module von Partnern wie Shield AI, Applied Intuition und C3 AI. Diese ermöglichen eine automatisierte Ziel- und Objekterkennung (Sensor Fusion) in Echtzeit, um Bedrohungen autonom zu identifizieren. Das Ganze wird durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt.

Das Herzstück ist das bordeigene Autonomiesystem Odyssey Advanced Autonomy Solutions. Es kontrolliert nicht nur die Lenkung des Schiffs, sondern steuert und überwacht auch direkt die Energieversorgung und Datenströme der Waffen- und Sensorenmodule. Ein sehr wichtiger Aspekt dabei ist Manned-Unmanned Teaming (MUM-T). Da das USV ROMULUS 151 unbemannt operiert, kann das System keine Waffen autonom auslösen. Es erfordert nach wie vor den sogenannten Man-in-the-Loop. Dazu spiegelt das System die Sensordaten per Satellit oder Datenlink an bemannte Kriegsschiffe oder Kommandozentralen, von wo aus der finale Feuerbefehl erteilt werden kann.

Und ROMULUS 151 kann zudem eine Mutterschiff-Funktion übernehmen. Die Sensorik ist darauf ausgelegt, kleinere unbemannte Systeme zu koordinieren. Dabei dient ROMULUS 151 als Relaisstation und kann eigene REMUS-Unterwasser-UUVs oder UAV-Flugdrohnen starten, steuern und wieder aufnehmen.

 

Text: Redaktion / af

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