Auf der Eurosatory 2026 stellt Saab mit dem Giraffe AMB D die neueste Generation seiner etablierten Radarfamilie vor. Das System kombiniert eine neue Phased-Array-Antenne mit einer modernen Softwarearchitektur und soll damit verbesserte Erkennungsleistung bei gleichzeitig kompakterer und mobilerer Bauweise bieten.
Mit dem Giraffe AMB D bringt Saab die nächste Evolutionsstufe seines bewährten Giraffe- Agile Multi-Beam-Radars (AMB) auf den Markt. Das System baut auf über 70 Jahren Radarentwicklung und mehr als zwei Jahrzehnten operativem Erfolg mit dem Giraffe AMB auf.
„Giraffe AMB D zeigt, wie technologische Innovationen die Leistungsfähigkeit von Sensoren verbessern und das System gleichzeitig kompakter und einsatzfähiger machen können“, erklärte Carl-Johan Bergholm, Leiter des Geschäftsbereichs Surveillance bei Saab. Saab würde heute ein platzsparendes Multi-Domain-Radar anbieten, welches „operative Flexibilität von der taktischen Front bis hin zu strategischen Missionen bietet“.
Giraffe AMB D ist ein vielseitiger Sensor
Genutzt werden soll das neue Saab-Radar für die integrierte kurz- und mittelreichweitige Luftverteidigung. Das Radar überwacht den Luftraum 360 Grad mit 250 Kilometern Reichweite für Luftziele von Kampfjets, Marschflugkörpern und Hubschraubern bis hin zu kleinen, langsamen und tieffliegenden Drohnen, und ist dabei gleichzeitig in der Lage, anfliegende Raketen, Artillerie- und Mörsergranaten zu orten und vor ihnen zu warnen.
Laut Hersteller bleibt die Erkennungsleistung des Giraffe AMB D auch in gestörten und anspruchsvollen Umgebungen hoch. Zusätzlich ist eine IFF-Funktionalität integriert, die eine schnelle und zuverlässige Identifizierung eigener Kräfte ermöglicht.
Verbaut ist das System in einem vollständig autarken 20-Fuß-ISO-Container, wobei ein hydraulisch betriebener Mast die Antenne auf 12 Meter Höhe anheben kann, was eine verbesserte Erfassung niedrig fliegender Ziele und größere Flexibilität bei der Verlegung ermöglichen soll. Laut Saab ist das System in weniger als drei Minuten einsatzbereit – mehr als doppelt so schnell als beim Giraffe AMB.
Die softwaredefinierte Architektur des Giraffe AMB D ermögliche darüber hinaus kontinuierliche Upgrades, sodass das Radar flexibel an künftige operative Anforderungen angepasst werden könne.
Technische Details im Überblick:
- Frequenzband: C-Band-Radarsensor mit AESA-Technologie
- Zielwiederholungsrate: 1 Sekunde, gleichzeitige Verfolgung von bis zu 2.000 Zielen
- Instrumentierte Reichweite: bis zu 250 km
- Mastauszug: hydraulisch auf 12 m Höhe
- Unterbringung: vollständig autarker 20-Fuß-ISO-Container
- Zusatzfunktionen: IFF-Integration, ECCM-Fähigkeiten, RAM Sense & Warn (Erkennung von Artillerie-, Raketen- und Mörserbeschuss)
Bei Saabs neuem Radar ist zudem der Betrieb aus der Distanz möglich. Die Überwachung und Steuerung müssen nicht unmittelbar am Fahrzeug erfolgen.
18 Staaten nutzen bisher ein Saab-Radar aus der Giraffe-Familie. Neben Schweden sind das Frankreich, die USA und die Ukraine. Deutschland gehört nicht zu den Nutzerstaaten. Allerdings zeigte Diehl Defence jüngst auf der ILA das kompakte Luftverteidigungssystem IRIS-T SLS MK4 mit einem Giraffe 1X 3D Multi-Mission Radar.
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