Eurosatory: HENSOLDT bringt MDOcore nach Asien

Die Digitalisierung des Gefechtsfelds wird zunehmend bedeutender. Auf der Eurosatory verkündeten HENSOLDT und ST Engineering aus Singapur, dass sie zukünftig bei den Themen Software-Defined Defence und Cybersicherheit zusammenarbeiten wollen. Im Mittelpunkt steht die Integration der Software-Suite MDOcore in das Verteidigungsportfolio des singapurischen Technologiekonzerns.

MDOcore: Goh Eng Choong (links), Präsident Cyber, ST Engineering, und Sven Heursch, Chief Digital Officer (CDO), bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung.
Goh Eng Choong (links), Präsident Cyber, ST Engineering, und Sven Heursch, Chief Digital Officer (CDO), bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung.
Foto: HENSOLDT

HENSOLDT und der Cybersecurity-Geschäftsbereich von ST Engineering haben auf der Eurosatory 2026 ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist die gemeinsame Entwicklung von Verteidigungs- und Cybersicherheitslösungen für künftige Software-Defined-Defence-Architekturen. Kern ist die Integration von HENSOLDTs Software-Suite MDOcore in das domänenübergreifende Produktportfolio von ST Engineering.

MDOcore von Hensoldt

Mit MDOcore verfolgt HENSOLDT den Ansatz, Sensoren, Führungs- und Waffensysteme softwarebasiert zu vernetzen und Daten aus unterschiedlichen Quellen in nahezu Echtzeit zusammenzuführen. Die Plattform ermöglicht die Datenfusion über verschiedene militärische Domänen hinweg und soll aus großen Mengen verteilter Informationen verwertbare operative Erkenntnisse generieren. Die Software kann sowohl in VS-zertifizierten Cloud-Umgebungen als auch in lokalen Kundeninstallationen betrieben werden.

Durch die Verbindung von MDOcore mit den Cybersecurity-Lösungen von ST Engineering wollen beide Unternehmen sichere und resiliente Verteidigungsnetzwerke schaffen. „Software-Defined Defence erfordert leistungsstarke Software- und Datenarchitekturen, die flexibel in komplexe und souveräne Verteidigungssysteme integriert werden können“, erklärte HENSOLDT-CDO Sven Heursch. Die Partnerschaft soll zudem die Marktpräsenz von HENSOLDT in Singapur und weiteren asiatischen Staaten stärken.

Bronco All Terrain Tracked Carrier ist ein international bekanntes Product von ST Engineering.
Bronco All Terrain Tracked Carrier ist ein international bekanntes Product von ST Engineering.
Foto: CPM / Navid Linnemann

ST Engineering zählt zu den größten Technologie- und Rüstungskonzernen Südostasiens. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Singapur ist in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Landfahrzeuge, Marine sowie digitale Technologien aktiv. Auf der Eurosatory 2026 präsentiert der Konzern unter anderem das kettengetriebene Raupenfahrzeug Bronco, welches für militärische Transport-, Unterstützungs- und Spezialaufgaben ausgelegt ist und bereits von mehreren Streitkräften genutzt wird.

Die Vereinbarung zwischen ST Engineering und HENSOLDT unterstreicht den Trend hin zu softwarezentrierten Verteidigungsarchitekturen. Dabei rücken nicht mehr einzelne Plattformen in den Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, Daten, Sensoren und Wirkungsträger über Domänen- und Organisationsgrenzen hinweg sicher miteinander zu vernetzen. Genau an dieser Schnittstelle aus Datenmanagement, Multi-Domain-Integration und Cybersicherheit wollen die beiden Unternehmen künftig gemeinsam Lösungen entwickeln.

Text: Redaktion

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