Ghana gilt als eines der sichersten Länder in der Region um den Golf von Guinea. Damit dies so bleibt, unterstütz auch die Bundeswehr bei der Ausbildung. So trainieren deutsche Soldatinnen und Soldaten den Nahkampf auf engstem Raum für die ghanaische Luftwaffe. Der Einsatz ist Teil einer größeren europäische Sicherheits- und Verteidigungsinitiative der EU.

Nicht nur die Türkei bildet Soldaten in Afrika aus (Defence Network berichtete), auch die Bundeswehr schreibt aktuell über eine Ausbildungsmission der Luftwaffe in Ghana. Soldatinnen und Soldaten des Objektschutzregiments „Friesland“ bilden in der Nähe der Hauptsatdt Accra Angehörige der ghanaischen Luftstreitkräfte aus. Unter anderem geht es um Raumkampf – dem sogenannten Close Quarters Battle.
Dabei steht das taktische Vorgehen auf kürzeste Distanz im Vordergrund, bei dem Handfeuerwaffen, Nahkampftechniken und schnelle Entscheidungen zusammenkommen. Ergänzt wird das Training durch Inhalte wie die Sicherung von Feldlagern, vorgeschobenen Stützpunkten und den Umgang mit improvisierten Sprengsätzen.
Ausbildungsvorhaben der Bundeswehr in Westafrika
Hintergrund des Engagements ist die Sicherheits- und Verteidigungsinitiative der Europäischen Union am Golf von Guinea, die 2023 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, Sicherheitskräfte in Anrainerstaaten wie Ghana, Togo oder Benin zu stärken. Hierbei geht es viel um Terrorismusbekämpfung, aber auch darum, widerstandsfähiger gegen destabilisierende Einflüsse aus der Sahelzone zu werden.

Für die Bundeswehr steht dabei die Partnerschaft mit Ghana als stabiler Demokratie in der Region im Vordergrund. „Der Einsatz unserer Ausbilderteams“, so ein deutscher Ausbildungsleiter „zeigt die anhaltende Dynamik beim Engagement zwischen Deutschland, der Europäischen Union und Afrika.“
Ausbildung in Ghana – der Ansatz
Gearbeitet wird konsequent nach dem Train-the-Trainer-Prinzip. Die Bundeswehr bildet also nicht die breite Truppe direkt aus, sondern vorrangig westafrikanische Ausbilderinnen und Ausbilder, die ihr Wissen anschließend selbstständig weitergeben.
Bereits während der Schießausbildung übernehmen die ausgebildeten Instruktoren eigene Ausbildungsanteile, sobald sie die Abläufe sicher beherrschen. Ein deutscher Schießausbilder betont dabei den partnerschaftlichen Charakter: „Die ghanaischen Streitkräfte haben grundsätzlich ein eigenes Schießausbildungskonzept.“

Doch die Soldatinnen und Soldaten Ghanas erhielten durch die deutsche Ausbildung die Möglichkeit, andere Ausbildungsteile in ihre eigenen Konzepte zu integrieren. Auch die Bundeswehr kann lernen. So wird aus der Mission ein Austausch statt einseitiger Wissensvermittlung.
Die oben geschilderte Ausbildung ist kein Einzelvorhaben: Es gibt zahlreiche Bereiche, in denen deutsche Soldatinnen und Soldaten ihre afrikansichen Kameradinnen und Kameraden ausbilden.
Ein weiteres Beispiel: Fallschirmjäger und Pioniere der Luftlandebrigade 1 bildeten am Volta-Stausee ghanaische Kräfte in einer siebenwöchigen Mission mit dem Schwerpunkt „Kampf am Gewässer“ aus. Dazu gehörten Gewässerüberquerungen und Anlandeoperationen mit Sturmbooten.

Insgesamt 18 deutsche Ausbilder brachten rund 30 ghanaischen Ausbildern die Grundlagen bei, von der Bootsführung über die Perimetersicherung bis zur gemeinsamen River-Crossing-Operation. Beide Ausbildungseinsätze zeigen: Die Kooperation mit Ghana ist auf Dauer angelegt und soll in den kommenden Jahren mit weiteren Abschnitten fortgesetzt werden.
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