Ghana: Deutsche Objektschützer bilden im Raumkampf aus

Ghana gilt als eines der sichersten Länder in der Region um den Golf von Guinea. Damit dies so bleibt, unterstütz auch die Bundeswehr bei der Ausbildung. So trainieren deutsche Soldatinnen und Soldaten den Nahkampf auf engstem Raum für die ghanaische Luftwaffe. Der Einsatz ist Teil einer größeren europäische Sicherheits- und Verteidigungsinitiative der EU.  

Ghana: Bundeswehr-Soldat in Drei-Farben-Tarndruck überwacht einen Partnersoldaten beim Schießen mit einer Pistole auf rote Zielmarkierungen
Ein deutscher Ausbilder zeigt eine Übung, um das sichere Abzugsverhalten zu veranschaulichen. Dafür stellt er eine Patrone auf die Pistole, die beim Abkrümmen des Abzugs nicht herunterfallen darf. Nur dann wurde der Abzug gleichmäßig betätigt.
Foto: Bundeswehr / Johannes Heyn

Nicht nur die Türkei bildet Soldaten in Afrika aus (Defence Network berichtete), auch die Bundeswehr schreibt aktuell über eine Ausbildungsmission der Luftwaffe in Ghana. Soldatinnen und Soldaten des Objektschutzregiments „Friesland“ bilden in der Nähe der Hauptsatdt Accra Angehörige der ghanaischen Luftstreitkräfte aus. Unter anderem geht es um Raumkampf – dem sogenannten Close Quarters Battle.

Dabei steht das taktische Vorgehen auf kürzeste Distanz im Vordergrund, bei dem Handfeuerwaffen, Nahkampftechniken und schnelle Entscheidungen zusammenkommen. Ergänzt wird das Training durch Inhalte wie die Sicherung von Feldlagern, vorgeschobenen Stützpunkten und den Umgang mit improvisierten Sprengsätzen.

Ausbildungsvorhaben der Bundeswehr in Westafrika

Hintergrund des Engagements ist die Sicherheits- und Verteidigungsinitiative der Europäischen Union am Golf von Guinea, die 2023 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, Sicherheitskräfte in Anrainerstaaten wie Ghana, Togo oder Benin zu stärken. Hierbei geht es viel um Terrorismusbekämpfung, aber auch darum, widerstandsfähiger gegen destabilisierende Einflüsse aus der Sahelzone zu werden.

Bundeswehrsoldat in Tropentarn und ghanaische Sicherheitskräfte bei einer taktischen Übung mit M4-Karabinern in einem Rohbau
Ghanaische Soldaten trainieren mit ihrem deutschen Instruktor den Raumkampf, das Close Quarters Battle. Bei diesem taktischen Vorgehen auf engstem Raum werden der Einsatz von Handfeuerwaffen, Nahkampftechniken und schnelle Entscheidungen kombiniert.
Foto: Bundeswehr / Sarah Hartl

Für die Bundeswehr steht dabei die Partnerschaft mit Ghana als stabiler Demokratie in der Region im Vordergrund. „Der Einsatz unserer Ausbilderteams“, so ein deutscher Ausbildungsleiter „zeigt die anhaltende Dynamik beim Engagement zwischen Deutschland, der Europäischen Union und Afrika.“

Ausbildung in Ghana – der Ansatz

Gearbeitet wird konsequent nach dem Train-the-Trainer-Prinzip. Die Bundeswehr bildet also nicht die breite Truppe direkt aus, sondern vorrangig westafrikanische Ausbilderinnen und Ausbilder, die ihr Wissen anschließend selbstständig weitergeben.

Bereits während der Schießausbildung übernehmen die ausgebildeten Instruktoren eigene Ausbildungsanteile, sobald sie die Abläufe sicher beherrschen. Ein deutscher Schießausbilder betont dabei den partnerschaftlichen Charakter: „Die ghanaischen Streitkräfte haben grundsätzlich ein eigenes Schießausbildungskonzept.“

Bundeswehrsoldat mit EU-Abzeichen bei der Ausbildung ghanaischer Streitkräfte in Westafrika
Hand in Hand: Die Ausbildung stärkt die Sicherheits- und Verteidigungskräfte in Ghana. So werden sie besser auf kriminelle bewaffnete Banden und Terrorismus reagieren können.
Foto: Bundeswehr / Marcus Gierschek

Doch die Soldatinnen und Soldaten Ghanas erhielten durch die deutsche Ausbildung die Möglichkeit, andere Ausbildungsteile in ihre eigenen Konzepte zu integrieren. Auch die Bundeswehr kann lernen. So wird aus der Mission ein Austausch statt einseitiger Wissensvermittlung.

Die oben geschilderte Ausbildung ist kein Einzelvorhaben: Es gibt zahlreiche Bereiche, in denen deutsche Soldatinnen und Soldaten ihre afrikansichen Kameradinnen und Kameraden ausbilden.

Ein weiteres Beispiel: Fallschirmjäger und Pioniere der Luftlandebrigade 1 bildeten am Volta-Stausee ghanaische Kräfte in einer siebenwöchigen Mission mit dem Schwerpunkt „Kampf am Gewässer“ aus. Dazu gehörten Gewässerüberquerungen und Anlandeoperationen mit Sturmbooten.

Die ersten Meter an Land sind gefährlich. Noch gibt es keine Deckung für die Anlandenden. Der Sicherungsradius muss unbedingt ausgeweitet werden.
Die ersten Meter an Land sind gefährlich. Noch gibt es keine Deckung für die Anlandenden. Der Sicherungsradius muss unbedingt ausgeweitet werden.
Foto: Bundeswehr / Marcus Gierschek

Insgesamt 18 deutsche Ausbilder brachten rund 30 ghanaischen Ausbildern die Grundlagen bei, von der Bootsführung über die Perimetersicherung bis zur gemeinsamen River-Crossing-Operation. Beide Ausbildungseinsätze zeigen: Die Kooperation mit Ghana ist auf Dauer angelegt und soll in den kommenden Jahren mit weiteren Abschnitten fortgesetzt werden.

Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwendete Schlagwörter

AusbildungAusbildungsmissionBundeswehrEU-MissionGhanaGolf von GuineaLandungLuftwaffeRaumkamopfWestafrika
Index