Die israelische IMCO Group ist ein End-to-End-Lösungspartner für fortschrittliche Plattformen und Entwickler und Lieferant von Subsystem-Lösungen. Und das zu Land, im Bereich der Luft- und Raketenverteidigung, und auf dem Wasser. Die IMCO Group entwickelt, fertigt und liefert hochentwickelte elektronische und elektromechanische Lösungen und Systeme – sowohl nach vorliegenden Konstruktionsunterlagen (Build-to-Print) als auch nach Spezifikation (Build-to-Spec) – für missionskritische Verteidigungsplattformen sowie für anspruchsvolle industrielle Anwendungen. Dabei bietet die Firma schlüsselfertige Leistungen, inklusive der Entwicklung, Prüfung, Serienfertigung, Auslieferung und langfristigem Logistik Support (ILS). Die IMCO Group besteht seit 1974.
Vor rund drei Jahren fand eine Umstrukturierung statt, aus den einzelnen Firmen, die durch eine Holding geführt wurden, wurde eine Firma/Gruppe, die nun in allen Bereichen eng zusammenarbeitet.
In den USA und Rumänien können Lokalisierungen der Firmen-Lösungen durchgeführt werden, je nach Bedürfnissen des amerikanischen und europäischen Marktes.
IMCO Group: Schwerpunkt bei Landfahrzeugen
Der Schwerpunkt der Subsysteme umfasst unter anderem Systeme zur Lageerfassung (Situational Awareness), Plattformüberwachung und -steuerung, Ferngesteuerte Waffenanlagen (RWS), Schutz-, Energie- und Fahrerassistenzsysteme. Dabei schließen die Systeme den sogenannten Sensor-to-Shooter-Cycle vom Sensor bzw. dem Bediener im Fahrzeug und bis hin ins Battle Management System (BMS) und damit als Anbindung zur Führungsebene.
Die Firma hat insgesamt sieben Produktionsstätten, vor allem in Israel, den USA und die neuste befindet sich in Rumänien. Von dort sollen vor allem die europäischen Kunden versorgt und die inner-europäischen Lieferketten gesichert werden. Dabei lieferte die rumänische Tochtergesellschaft IMROD im April 2026 erstmals Lösungen von dort aus einer Serienproduktion.
Der Schwerpunkt liegt bei geschützten und gepanzerten Landfahrzeugen, aber auch Lösungen für Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Raketen- und Flugabwehrsysteme bis hin zu intelligenter Munition werden angeboten. Je nach Kundenwunsch als Built to Market und Built to Print. Dies beinhaltet den Bereich der Test- und Entwicklungsproduktion, die Erprobung, einen Entwicklungsunterstützung, bis hin zur Serienproduktion.
Die Lösungen von IMCO können unter anderem im in den Kampfpanzern Merkava und ARJUN, den US-Kampffahrzeugen STRIKER und HUNTER sowie dem australischen Redback IFV gefunden werden. Hinzu kommen laut Anbieter mehrere Radhaubitzen, unter anderem ROEM.
In Europa wird mit Partnern wie MTU oder Renk bei der Integration zusammengearbeitet – sowohl für die elektrischen als auch mechanischen Anteile. Aktuell werden neue Kontrollsysteme für Antriebe entwickelt, um sie effizienter über den ganzen Lebenszyklus zu machen.
Hauptsysteme von IMCO sind SAVS (360° Situational Awareness Video System) und HUMS (Health & Usage Monitoring Systems).
SAVS hat sich laut Anbieter gerade bei den letzten Einsätzen der Israelis bewährt. Die Besatzung – vor allem Fahrer und Kommandant – können bei geschlossenen Luken fahren und führen, und behalten dennoch die komplette Übersicht. Das erhöht den Besatzungsschutz. Auch wird es dem Gegner in urbanen oder stark bewaldeten Räumen erschwert, unbemerkt nah an die Fahrzeuge zu gelangen, um z.B. eine IED am Fahrzeug zu platzieren, oder auf kurze Distanz eine Panzerabwehrwaffe zu nutzen.
Die Crew weiß immer was im und außerhalb des Fahrzeuges geschieht. Zudem werden alle Fahrzeugschutzsysteme und auch die Fernbedienbaren Waffenanlage / RWS angebunden, um ein Gesamtsystem zu bilden. Der Zugführer hat zudem den kompletten Überblick über alle seine Zug-Anteile, selbst wenn er nicht von vorne führt. HUMS verbindet die Sub-Systeme, von denen immer mehr in modernen Fahrzeugen integriert werden, ohne das jedes Waffenstation, jedes Schutzsystem einen eigenen Bildschirm oder ein eigenes Betriebssystem benötigen.
Laut IMCO ist eine der Lessons Learned in Gaza, das Fahrzeuge ohne Situational Awareness Systeme schnell verwundbar sind. Es gibt keine Frontlinie mehr, die Gefahr kommt aus allen Richtungen. Hier die Übersicht zu behalten, und Gefahren rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen, ist überlebensnotwendig.
Das SAVS 360-System bietet eine KI-gestützte Priorisierung von Bedrohungen, verbesserte Entscheidungsgrundlagen für den Fahrer und Kommandant sowie eine nahtlose Integration in die aktiven Schutz- und Waffensysteme des Fahrzeugs.
Herzstück von SAVS ist der Data, Video & AI Server (DVAI), hieran ist der Vehicle Mission Computer und alle Fahrzeugsysteme (Sensoren, Anti-Drohnen-Kameras, RWS-Kameras, SA Kameras, etc.) sowie die Monitore / Bedienelemente für Kommandant, Fahrer, Richtschütze und hinteren Kampfraum angebunden. Über den Vehicle Mission Computer wiederrum sind alle Fahrzeug-Sub-Systeme – wie Engine & Fuel, Suspension & Transmission, Electric Power, Chassis & Hatches, Data & Video Network sowie Danger Control System angebunden.
Fahrzeuge heute sind intelligent, daher sind Systeme wie HUMS notwendig. Aber diese Systeme dürfen die Crew nicht noch mehr belasten, ganz im Gegenteil, sie müssen zu einer Entlastung führen, damit sich die Crew auf ihre Mission und den Kampf konzentrieren kann. Daher müssen sie einfach sein.
Systeme zur Lageerfassung / Situational Awareness
Die hochmodernen Subsysteme zur Lageerfassung sollen die operative Effizienz, Mobilität und Überlebensfähigkeit der Landsysteme steigern. Dabei bietet IMCO eine umfassende Ausstattung für gepanzerte Fahrzeuge mit 360-Grad-Lageerfassungslösungen in Echtzeit an, eine Maßnahme, die die Effektivität und Sicherheit der Einsatzkräfte auf dem Gefechtsfeld erheblich verbessert.
Das ganzheitliche System von IMCO umfasst gehärtet Kameras, eine KI-gestützte Videomatrix, einen zentralen Videohub sowie eine auf fortschrittlichen Displays basierende Benutzeroberfläche.
Zunächst werden die Daten von sämtlichen Plattformsystemen erfasst – unter Einbindung einer Sensorschnittstelle und eines leistungsstarken Rechenmoduls – um diese Informationen anschließend präzise und zuverlässig zu dekodieren. Die dekodierten Daten werden dem Nutzer über eine auf fortschrittlichen Displays basierende Benutzeroberfläche leicht zugänglich gemacht; dies ermöglicht es ihm, die Systeme ganz nach Bedarf entweder manuell oder automatisiert zu steuern. Darüber hinaus werden sämtliche Informationen für spätere Analysen und Wartungszwecke aufgezeichnet, was eine kontinuierliche Optimierung sowie die volle Kontrolle über die Systeme gewährleistet.
In Kombination mit dem modernen Health and Usage Monitoring System (HUMS) bieten diese Systeme ein 360° Situationsbewusstsein und eine vorausschauende Wartung, die den europäischen Streitkräften in schwierigen Umgebungen einen entscheidenden Vorteil verschaffen kann.
HUMS stellt – in Kombination mit Funktionen zur vorausschauenden Wartung – eine Lösung dar, die darauf ausgelegt ist, die Lebenszykluskosten kritischer Systeme in gepanzerten Fahrzeugen zu senken und gleichzeitig die Verfügbarkeit sowie das Management der Fahrzeugflotte zu optimieren. Das System erfasst und analysiert kontinuierlich Echtzeitdaten von den bordeigenen Plattformsensoren und führt dabei Echtzeitanalysen durch, die die Auslösung zustandsbasierter Steuerungsbefehle ermöglichen. Diese Befehle tragen dazu bei, unnötige Ausfallzeiten zu verringern, die Wartungskosten zu senken und die Lebensdauer kritischer Komponenten zu verlängern.
HUMS ist praktisch das Herz des Fahrzeuges, betrieben über einen zentralisierten Dataserver und Missionscomputer und eine große Anzahl an Anzeigeoptionen. Der Anbieter vergleicht es mit dem Tesla-System, wo der Fahrer alles sieht und weiß, und die Informationen über sein Fahrzeugsystem, aber auch andere Optionen – wie sein Smartphone – abrufen kann. Und das alles aus dem Inneren des Fahrzeuges, und laut Anbieter einfach und intuitiv.
Damit ist das System schon heute für die Zukunft vorbereitet, denn in Zukunft wird alles über moderne Touchscreen-Handhelds laufen. So wie es heute schon bei einem Airbus A400M der Fall ist.
All diese Systeme haben in tausenden von Combat-Einsatzstunden ihre Zuverlässigkeit und Wirksamkeit nachgewiesen. Die Daten können nicht nur im Fahrzeug oder innerhalb einer Einheit weitergegeben und genutzt werden, sondern auch ins Battle Management System (BMS) eingepflegt werden. Damit kann auch ein „logistisches Backoffice“ diese abgreifen und planen. Dabei kommt das BMS oder C4I-System nicht von IMCO, diese übernehmen nur die Integration und speisen die Daten/Informationen ein.
Solche Lösungen sind nicht nur für Neuentwicklungen, sondern auch bei älteren Fahrzeugen möglich. So können Fahrzeuge wie der Stryker nachgerüstet werden. Zum Beispiel wenn ein Fahrzeug durch eine Fernbedienbare Waffenanlage, Loitering Munition, Panzerabwehrraketen, oder ein Situational Awareness System verbessert werden soll. Der notwendige Aufwand und Fußabdruck sollen laut IMCO gering sein, so dass die Erweiterung auch direkt auf einer Waffenstation / Turm integriert werden kann.
Aktuell entwickelt IMCO Lösungen um die Power Stations zu erweitern und in Hybrid-Lösungen zu verwandeln. Dadurch muss im Einsatz nicht dauerhaft das Diesel-Aggregat laufen, das spart Instandsetzung, Treibstoff, hilft aber auch weniger Emissionen zu produzieren und damit erstens umweltfreundlicher zu sein und zweitens weniger aufklärbar. Dadurch wird auch die Logistikkette – weniger Diesel, weniger Ersatzteile – entlastet.
HUMS beinhaltet auch das Damage-Controll-System, oder Live-Support-System für die Crew im Inneren. Von hier aus kann sowohl die RWS bedient werden, aber auch der Motor, Chassis, Transmission, Power-Unit, etc. überwacht werden. Das Monitoring findet über den Data-and-Video-Server statt, in einer sehr einfachen und intuitiven Art, so der Anbieter. Im Extremfall kann über dieses System jeder einzelne Reifen/Reifendruck, Stoßdämpfer, uvm. direkt überwacht bzw. kontrolliert werden.
Da diese Systeme alle sogenannte Software Defined Systeme sind, ist auch eine Nachrüstung und Produktverbesserung einfach und schnell möglich. Im Laufe des Lebenszyklus können immer wieder weitere Funktionen nachgerüstet werden. Ohne dass in die Hardware oder gar das Fahrzeug eingegriffen werden muss.
Eine besondere Rolle spielt Künstliche Intelligenz (KI) dabei. So hilf KI im System die Information / Daten schnell an die richtige Stelle bzw. zum richtigen Nutzer zu bringen. Der Informations-Cycle wird beschleunigt, und der Entscheidungszyklus. Auch ist auf diese Art autonomes Fahren und andere vollautomatisierte Funktionen möglich, der Fahrer oder Kommandant greifen nur im Notfall ein. KI hilft auch bei der Entdeckung und Klassifizierung von Gefahren, z.B. IEDs. Und die KI hilft bei der Erkennung und Voraussage von Problemen oder den Wartungszyklen. Wartung wird geplant und ausgelöst, wenn notwendig, nicht nach Papierlage. Dies soll den Lebenszyklus verlängern, unnötige Wartungen verhindern, Kosten reduzieren, aber vor allem Ausfälle der Fahrzeuge verhindern.
Die vorausschauende Instandhaltung nutzt die Daten der Sub-Systeme, um den Verschleiß oder Ausfall von Komponenten vorherzusagen. Dadurch werden Ausfallzeiten reduziert, die Lebensdauer von Teile verlängert und Kosten für Notfallreparaturen oder unnötige Teileaustausche gesenkt.
Durch die Analyse von Nutzungsmustern, Umgebungsbedingungen und Leistungsindikatoren können vorausschauende Systeme Probleme frühzeitig erkennen und Sicherheitsrisiken vorbeugen. Für Streitkräfte, die in komplexen und umkämpften Umgebungen operieren, ist dies von entscheidender Bedeutung.
Das Schlüsselelement der vorausschauenden Instandhaltung ist HUMS, das On-Board-Diagnosesystem, das Daten der integrierten Sensoren erfasst, verarbeitet und auswertet. Diese Systeme liefern Echtzeit-Feedback zum mechanischen Zustand kritischer Subsysteme und integrieren diese Daten zur Beurteilung des Gesamtzustands der Ausrüstung, so IMCO. HUMS überwacht wichtige Variablen wie Temperatur, Vibration und Belastung. In Kombination mit Plattformen für prädiktive Analysen können diese Daten den wahrscheinlichen Ausfall eines Bauteils bestimmen, Systeme unter ungewöhnlicher Belastung identifizieren und die verbleibende Betriebsdauer einer Plattform vor der nächsten Wartung anzeigen. So kann der Nutzer die Instandhaltung von zeitbasierten Wartungsplänen auf zustandsorientierte Entscheidungen umstellen. Anstatt beispielsweise eine Komponente alle 500 Stunden auszutauschen, kann HUMS präzise anzeigen, wann eine Wartung erforderlich ist. Dadurch werden unnötige Wartungsarbeiten reduziert und Kosten gespart. Um diese Informationen praxisnah zu nutzen, stellt HUMS den Anwendern eine spezifische Checkliste mit den Schritten zur Behebung von Geräteproblemen zur Verfügung. Diese Erkenntnisse sind auf bestimmte Anwendergruppen wie Kommandeure, Bediener und technische Teams zugeschnitten, um sicherzustellen, dass die Informationen handlungsrelevant und umsetzbar sind.
HUMS funktioniert dabei nicht isoliert, es ist Teil der Gesamtkonzeption des Fahrzeuges. Alle eingebetteten Sensoren müssen robust und präzise ihre Echtzeitdaten übertragen. Die KI und die Machine-Learning-Plattformen verarbeiten die Sensordaten und generieren handlungsrelevante Meldungen. Hochgeschwindigkeitskommunikationssysteme verteilen diese an die entsprechenden Führer und Wartungsstellen.
Wenn all dies zusammenwirkt, kann die vorausschauende Instandhaltung zu einem entscheidenden operativen Vorteil werden. HUMS erkennt das Problem, KI prognostiziert den Zeitpunkt des Ausfalls, und vernetzte Systeme stellen sicher, dass die richtigen Ersatzteile rechtzeitig bereitstehen.
Weitere Sub-Systeme
IMCO entwickelt und fertigt neben SAVS und HUMS auch spezifizierte Komplettlösungen für Schutzsysteme oder Fernbedienbare Waffenstationen von Kampffahrzeugen, um deren Schutz gegen neuartige Bedrohungen zu gewährleisten.
Energiesysteme spielen wie oben schon angesprochen eine entscheidende Rolle für die Sicherstellung der Mobilität, Funktionalität und Effektivität der Militärfahrzeuge. Diese Systeme werden akribisch konzipiert, um die notwendige elektrische Energie für die unterschiedlichsten Komponenten und Subsysteme der Plattform bereitzustellen – darunter elektronische Systeme, Kommunikationssysteme, Beleuchtung, Sensorik und Waffensysteme. Zu den zentralen Subsystemen zählen Energieverteiler (Power Transmission Junctions), intelligente Energiemanagement-Terminals, Leistungssteuereinheiten sowie elektronische Sicherungskästen.
Die Fahrerassistenzlösungen steigern die Mobilität und Manövrierfähigkeit von Fahrzeugen im Gefechtsumfeld. Ausgestattet mit Tag-/Nacht-Kameras an Front und Heck gewährleistet das System unter allen Bedingungen eine optimale Sicht. Das Fahrerdisplay sowie die Bedienschnittstelle bieten einen nahtlosen Zugriff auf entscheidende Informationen. Darüber hinaus ermöglichen Echtzeit-Videoeinblendungen und weitere Eingriffsfunktionen den Fahrern, rasch fundierte Entscheidungen zu treffen, was die Sicherheit und Effizienz während des Betriebs steigert.
IMCO kann nach eigener Aussage entsprechende Lösungen für ein Fahrzeug innerhalb von vier bis sechs Monaten entwickeln.
Text: Redaktion / af
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