Israels Heron-Drohne von Hisbollah abgeschossen

Die Hisbollah im Libanon hat begonnen, das iranische Luftverteidigungssystem 358 gegen israelische Drohnen einzusetzen, die über dem Libanon operieren. Die Hisbollah erklärte kürzlich, sie habe eine israelische Militärdrohne über dem Osten des Libanon abgeschossen. Nach Angaben der Organisation wurde das Fluggerät in der Bekaa-Region mit einer Rakete bekämpft.

Die Hisbollah teilte mit, eine Drohne vom Typ Heron 1 der israelischen Armee abgeschossen zu haben.
Die Hisbollah teilte mit, eine Drohne vom Typ Heron 1 der israelischen Armee abgeschossen zu haben.
Foto: Wikimedia Commons / US Air Force / SSGT REYNALDO RAMON

In einer Stellungnahme teilte die Hisbollah mit, ihre Kämpfer hätten eine Drohne vom Typ Heron 1 der israelischen Armee abgeschossen. Demnach befand sich die Drohne über dem Gebiet Nahle im östlichen Bekaa-Tal, als sie von einer „Spezialrakete“ getroffen wurde. Von Seiten des israelischen Militärs gab es keine Stellungnahme zu den Angaben der Hisbollah.

Die iranische 358 ist eine kreisende Boden-Luft-Rakete beziehungsweise eine loiteringfähige Flugabwehrmunition, die im Iran entwickelt wurde. Sie wird vor allem mit dem Abfangen von Drohnen und Hubschraubern in Verbindung gebracht, nicht jedoch mit der Bekämpfung schneller Kampfflugzeuge. Das System wird auch unter der Bezeichnung SA-67 geführt.

Berichten zufolge handelt es sich um ein Mehrzwecksystem, das längere Zeit über einem Gebiet kreisen kann, um ein Ziel anzugreifen, sobald dieses entdeckt wird. Der Iran präsentierte das System erstmals öffentlich im Jahr 2023, nachdem es zuvor über Jahre hinweg in Berichten über beschlagnahmte Waffenlieferungen für verbündete Gruppen im Jemen und Irak erwähnt worden war.

Quellen beschreiben die Waffe als etwa 2,75 Meter langes Unterschall-System mit einem Feststoffraketen-Booster für die Startphase und einem luftatmenden Antrieb für den weiteren Flug. Häufig wird berichtet, dass die Rakete mit Infrarot- oder optoelektronischer Zielsuche arbeitet und während der Suchphase ein kreisendes Flugmuster fliegt, das teilweise mit einer Acht verglichen wird.

Öffentlich zugänglichen Angaben zufolge soll das System eine Reichweite von etwa 100 bis 150 Kilometern besitzen. Hervorgehoben werden dabei seine vergleichsweise geringe Geschwindigkeit und die niedrigen Kosten. Das System scheint besonders wirksam gegen langsamere und niedrig fliegende Ziele wie MALE-Drohnen (Medium Altitude Long Endurance) und Hubschrauber zu sein.

Sein größter Vorteil liegt im asymmetrischen Einsatz: Eine vergleichsweise günstige Rakete kann teure Drohnen bedrohen und gegnerische Luftstreitkräfte dazu zwingen, mehr Aufwand für Unterdrückungsmaßnahmen, Flugroutenplanung und Schutzmaßnahmen zu betreiben.

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