Der Generalstabschef der IDF, Generalleutnant Eyal Zamir, hat kürzlich die Entscheidung getroffen, ein spezielles Robotik-Korps einzurichten. Damit werden die Entwicklungen und Erfahrungen aus den jüngsten Konflikten institutionell verankert. Während die Ukraine plant, innerhalb weniger Monate 15.000 Bodenroboter einzusetzen, China bewaffnete „Roboterhunde“ stationiert und die USA bereits jährlich 14,2 Milliarden US-Dollar in entsprechende Technologien investieren, bereitet sich auch Israel auf diesen Wandel vor. Der Wettlauf um das autonome Gefechtsfeld hat weltweit begonnen. Die entscheidende Frage ist inzwischen nicht mehr, ob Roboter im Kampf eingesetzt werden, sondern wer diese Technologie beherrschen wird.
Israelische Quellen erklärten gegenüber Defence Network, dass die Bausteine für ein solches Korps bereits vorhanden seien. Ziel sei es nun, deren Einsatz auf dem Gefechtsfeld zentral zu koordinieren.
Während Roboter und Drohnen früher lediglich als unterstützende Hilfsmittel in die IDF eingeführt wurden, entwickeln sie sich inzwischen zu einer tragenden Säule der Streitkräfte in allen Teilstreitkräften. Während der Kämpfe im Gazastreifen und im Libanon kamen ferngesteuerte D9-Panzerbulldozer, unbemannte Wasserfahrzeuge, autonome gepanzerte Transportfahrzeuge mit Sprengladungen zur Räumung von Einsatzgebieten, Bodenroboter zur Erkundung von Tunneln und verminten Bereichen sowie Drohnen für Aufklärung und Präzisionsangriffe zum Einsatz. Dabei handelt es sich nicht um vereinzelte Anwendungen, sondern um ein umfassendes System – Zehntausende unbemannte Plattformen wurden in die Gefechtsführung integriert.
Israel setzt bereits Seek & Strike“-Drohnenverbände ein
Der Wandel ist bereits im Gange: Die IDF setzt sogenannte „Seek & Strike“-Drohnenverbände ein. Diese Systeme bringen Schwärme von Mini-Drohnen zum Einsatz, die Gebäude aufklären und anschließend Sprengladungen zur Detonation bringen können.
Unbemannte Bodenfahrzeuge (UGVs) wie die Systeme von Roboteam oder der IAI Jaguar überwachen Grenzen, kartieren komplexe Tunnelnetzwerke und räumen Sprengfallen.
Roboter übernehmen inzwischen außerdem den Transport lebenswichtiger Medikamente und Lebensmittel an die Front. Dadurch wird das Risiko für Nachschubkonvois erheblich reduziert.
Unbemannte Plattformen verringern generell die Gefährdung von Soldaten bei Einsätzen in dicht bebauten Stadtgebieten und Tunnelsystemen und erhöhen gleichzeitig die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte. Zwischen 2023 und 2025 wurden nach Angaben der israelischen Streitkräfte mehr als 80 Prozent aller Flugstunden der israelischen Luftwaffe von unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs) absolviert. Dadurch sind Aufklärungsmissionen rund um die Uhr möglich, ohne Piloten einem unmittelbaren Risiko auszusetzen.
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