Lettland beschafft 18 Archer-Selbstfahrhaubitzen und baut mit Schweden eine gemeinsame Artillerieeinheit auf. An der NATO-Ostflanke wächst durch die Schweden-Haubitze nicht nur die Feuerkraft, sondern auch die militärische Integration. Auch Deutschland will enger mit Lettland zusammenarbeiten, wie die Verteidigungsminister der beiden Länder heute Morgen in Berlin bekräftigten.
Die lettische Regierung gab jüngst grünes Licht für die Beschaffung von 18 Archer-Selbstfahrhaubitzen von BAE Systems gegeben. Schweden will noch in diesem Jahr eigene Archer-Systeme nach Lettland verlegen, um gemeinsam eine binationale Artillerieeinheit aufzustellen.
Die Grundlage dafür hatte eine Absichtserklärung beider Regierungen vom vergangenen Juni geschaffen. Im aktuellen Rekord-Verteidigungshaushalt Lettlands von 2,16 Milliarden Euro sind allein 159 Millionen Euro für indirekte Feuerfähigkeiten vorgesehen, die das Verteidigungsministerium als Schlüsselkompetenz beim militärischen Aufbau identifiziert hat.
Der lettische Verteidigungshaushalt entspricht rund 4,91 Prozent des BIPs. Damit kommt das baltische Land im NATO-Vergleich auf Rang drei – nach Polen und Litauen.
Schwedischer Bogenschütze – Archer von BAE Systems
Die Schweden-Haubitze Archer ist eine vollautomatische 155-mm-Haubitze mit 51 Kaliberlängen und Automatiklader, ursprünglich von Bofors in den 2000er-Jahren entwickelt. Das Magazin mit 21 Geschossen kann innerhalb von zehn Minuten durch ein Nachladefahrzeug ausgetauscht werden.
Die Standardreichweite beträgt 30 Kilometer, mit dem Präzisionsgeschoss M982 Excalibur bis zu 50 Kilometer. Besonders bemerkenswert ist die Reaktionszeit: Vom Halt bis zur Feuereröffnung und zurück zur Bewegung vergehen nur 15 bis 20 Sekunden – ein entscheidender Überlebensvorteil auf einem Gefechtsfeld.
Artilleriefeuer lässt sich schnell aufklären und mit Gegenfeuer innerhalb von Minuten bekämpfen. Heutige Artilleriesysteme müssen daher hochmobil und schnell wieder in Bewegung sein. Lettland wird für seine Version des Archer auf das 8×8-Fahrgestell HX2 von Rheinmetall setzen. Auch Schweden selbst hat diese Variante geordert.
Die Schweden-Haubitze in der Nutzung
Hintergrund der Bestellung ist auch die intensive Nutzung der bestehenden Archer-Flotte im Ukraine-Krieg: Schweden hat bereits 26 seiner 48 Systeme an die Ukraine abgegeben (damals noch mit Volvo A30D), die britische Armee kaufte 14 Stück als Interimsersatz für ebenfalls abgegebene Panzerhaubitzen des Typs AS90.
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