Die Vorgängerversion des GARMR, das KDV, war bereits Ende 2024 an die Ukraine geliefert worden. Die Bundeswehr testete das System im November 2025 – erfolgreich, wie Defence Network aus militärischen Kreisen erfahren konnte. Nun folgt also das Nachfolgemodell, dessen Launch heute auf der Enforce Tac in Nürnberg stattfand.
GARMR als modernstes Drohnenabwehrsystem
Der heute bei der Enforce Tac präsentierte System wurde auf einer Mercedes-Plattform realisiert. Als Hauptwaffe des ersten Layers dient ein Maschinengewehr 7.62, es ist aber eine neue Bewaffnung mit einem schweren Maschinengewehr mit 12.7 bereits in der Planung, wurde Defence Network bei der heutigen Präsentation berichtet. Sogar ein 20mm Kaliber sei in der Überlegung.
Das zweite Layer des mobilen Luftverteidigungssystem bilden Kamikazedrohnen, die der Drohnenabwehr dienen. Auf der Messe wurde GARMR mit Cicada gezeigt, einer Eigenentwicklung von Diehl Defence, die andere Drohnen mittels Netz oder kinetischer Energie bekämpfen kann (wir berichteten).
Neben der Cicada ist das System allerdings offen für Lösungen anderer Anbieter, ganz dem üblichen Ansatz von Diehl Defence folgend, dass alle Luftverteidigungssysteme immer modular skalierbar und an nationale und operative Anforderungen anpassbar sein müssen. Diese Modularität bewies bereits IRIS-T SL, diese Modularität beweist nun auch GARMR.
Kamikazedrohnen zur Luftverteidigung
Konkret sei der „parallele Einsatz zweier Abfangdrohnen-Technologien“ vorgesehen: „GARMR SRS (Short-Range-System) nutzt die Abfangdrohne CICADA mit Fangnetz oder Gefechtskopf, während GARMR MRS (Medium-Range-System) Ziele zusätzlich mit neuartigen Abfangdrohnen neutralisiert“, berichtet Diehl Defence. „Für beide Reichweiten lassen sich jedoch auch weitere Effektoren integrieren, sodass das System situationsabhängig optimal angepasst werden kann: von präziser, kontrollierter Wirkung in sensiblen zivilen Umgebungen bis hin zur leistungsoptimierten Abwehr komplexer militärischer Bedrohungen, auch über größere Entfernungen.“
Das Gehirn von GARMR ist das Battle Management System von Diehl Defence. Auch dieses erfährt ständige Neuerungen, die sowohl technische Fortschritte als auch die Erfahrungen der Luftverteidigungssysteme des Unternehmens in der Ukraine mit aufnehmen Für das neue System kam eine weitere Besonderheit hinzu. Diehl Defence erläutert: „Ein weiteres zentrales Element des Relaunchs von GARMR ist die KI-gestützte Detektion, Identifikation und Priorisierung von Luftzielen. Moderne Algorithmen analysieren Sensordaten automatisiert, klassifizieren Bedrohungen und unterstützen die Entscheidungsfindung.“
Mit all diesen Updates und Verbesserungen soll GARMR nun als Version 2 des Kinetic Defence Vehicles (KDV) dieses ablösen. Ein Repräsentant von Diehl Defence betonte gegenüber Defence Network: „Wir sprechen ab jetzt nicht mehr vom KDV. Wir sprechen nur noch von GARMR.“