Die jüngste gemeinsame Luftwaffenübung zwischen Ägypten und der Türkei ist eher als strategisches Signal denn als unmittelbare militärische Bedrohung für Israel zu verstehen. Nach Angaben aus informierten Kreisen deutet sie jedoch auf eine verbesserte militärische Koordination zwischen Ägypten und der Türkei hin, die Israels Handlungsspielraum im östlichen Mittelmeer und in der Nähe der Sinai-Halbinsel künftig erschweren könnte.
Israelische Quellen erklärten, dass die Übung zeige, dass Kairo und Ankara bereit seien, ihre militärischen Beziehungen nach Jahren der Distanz zu vertiefen. In Israel könne dies als politisches Signal verstanden werden, das auf gemeinsame Interessen und den Wunsch nach größerer Eigenständigkeit in regionalen Sicherheitsfragen hinweist.
Die Quellen betonten, dass die Übung derzeit nicht gegen Israel gerichtet sei. Dies könne sich jedoch in Zukunft ändern. Die gemeinsame Luftwaffenübung verbessert die Abstimmung von Verfahren, Kommunikationswegen und Einsatzplanung zwischen zwei großen regionalen Streitkräften. Dies könnte israelische Militärplaner langfristig beunruhigen.
Einige Analysten in Israel betrachten die Übung als Teil eines breiteren Trends, bei dem regionale Staaten ihre sicherheitspolitischen Optionen außerhalb des US-israelischen Rahmens ausbauen – insbesondere vor dem Hintergrund der Spannungen rund um den Gazastreifen, das östliche Mittelmeer und die maritime Sicherheit.
Türkei: Präsident verschärft Kritik an Israel
Den verfügbaren Informationen zufolge stellt die Türkei die Übung offiziell als nicht gegen Drittstaaten gerichtet dar. Die Übung selbst liefert daher keinen Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende offensive Absicht gegenüber Israel.
Israel wird sich voraussichtlich auf drei Aspekte konzentrieren: ob die Übung zu einer dauerhaften Verteidigungspartnerschaft führt, ob sie auf eine Zusammenarbeit im Marine- oder Geheimdienstbereich ausgeweitet wird und ob sie Auswirkungen auf die Krisenkoordination in Bezug auf den Gazastreifen, Libyen, Syrien oder das östliche Mittelmeer hat. Bleiben die Übungen vor allem symbolischer Natur, beschränken sich ihre Auswirkungen überwiegend auf die psychologische und diplomatische Ebene. Werden sie jedoch regelmäßig durchgeführt und mit weiteren Verteidigungskooperationen verknüpft, nimmt ihre strategische Bedeutung deutlich zu.
Zuletzt hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan seine Kritik an Israel deutlich verschärft. Er warnte, dass die anhaltenden israelischen Militäroperationen in Syrien und im Libanon die nationale Sicherheit der Türkei gefährdeten.
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