Die französische Beschaffungsbehörde Direction Générale de l’Armement (DGA) hat MBDA Frankreich mit der Entwicklung und Produktion des One Way Effector – der souveränen Langstreckenlösung zur Bekämpfung gegnerischer Verteidigungssysteme – beauftragt. Dies gaben DGA und MBDA France gemeinsam am 22. Januar 2026 bekannt. MBDA bezeichnete es als Unterzeichnung eines historischen Vertrages und großen Meilenstein.
MBDA in seiner Erklärung: „Diese strategische Vereinbarung unterstreicht MBDAs Fähigkeit Innovationen voranzutreiben. Sie stärkt unser Portfolio, um den operativen Realitäten und den sich wandelnden Bedürfnissen der Streitkräfte stets gerecht zu werden und gleichzeitig zur Stärkung der nationalen und europäischen Souveränität beizutragen.“
Der One Way Effector, der im Juni auf der Pariser Luftfahrtschau 2025 vorgestellt wurde, demonstriert, wie sich die Lösungen, hier von MBDA, zunehmend an die komplexen und umkämpften Gefechtsfelder anpassen. Die Lösung ist eine Kompromisslösung zwischen Größe und Leistung des Systems zu geringeren Kosten, so MBDA. Diese robuste und kosteneffiziente Lösung sichert den Streitkräften operative Überlegenheit in anspruchsvollen Situationen und hochintensiven Konflikten, so MBDA weiter.
MBDA entwickelt den Einwegeffektor (OWE) gemeinsam mit dem Partner Aviation Design und wichtigen weiteren Industriepartnern. Er soll die Dynamik auf dem Gefechtsfeld revolutionieren. Die innovative Produktionsumgebung ermöglicht eine Serienfertigung, die optimal auf die Anforderungen moderner Kriegsführung abgestimmt ist. Und dank Kosteneffektivität auch in großen Stückzahlen. Denn wie die Ukraine zeigt, kommt es nicht nur auf Klasse, sondern auch auf Masse, an.
Ein beispielloser Zeitrahmen von der Projektankündigung bis zur ersten Vertragsunterzeichnung konnte erfolgreich umgesetzt werden. So vergingen zwischen Projektankündigung, erstem Testschuss und der jetzigen Vertragsunterzeichnung weniger als ein Jahr. Diese wurde insbesondere durch den innovativen „Defence Drone Pact“ der DGA ermöglicht, der auf einem kooperativen und flexiblen Ansatz mit der Industrie basiert.
„Die rasante Entwicklung des OWE spiegelt das gemeinsame Engagement und den Innovationsgeist von MBDA wider und unterstreicht unsere Fähigkeit, schnell auf neue militärische Bedürfnisse zu reagieren, insbesondere angesichts sich wandelnder Konfliktdoktrinen,“ so MBDA.
Auch MBDA Deutschland arbeitet an einer entsprechenden Lösung
Auch die MBDA Deutschland arbeitet an einem entsprechenden Konzept und stellte es bereits mehrfach vor. Der Multidomain Multirole Remote Carrier (kurz RCM²) soll ab 2028 einsatzbereit sein. Dabei handelt es sich um ein weitreichendes, fliegendes Waffensystem beziehungsweise einen taktischen, modular aufgebauten und vernetzten Remote Carrier. Dieser kann sowohl in der Rolle Luft-Boden als auch Boden-Boden eingesetzt werden. Somit eignet sich dieser Ansatz streitkräfteübergreifend für bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge, stationäre und mobile See- und Landplattformen sowie für die Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung (STF).
Die Remote Carrier können unter anderem landgestützt aus 20-Fuß-ISO-Containern gestartet und mittels LKW mobil gehalten werden. Auch der Einsatz auf größeren unbemannten Landfahrzeugen (UGV, Unmanned Ground Vehicle) ist möglich. Darüber hinaus soll die Artillerie eine für das Heer speziell angepasste Variante namens Joint Fire Support Missile (JFS-M) mit dem Precise and Launching System (PULS) EuroPULS von KNDS Deutschland und Elbit Systems nutzen können. Alternativ ist auch der Transport durch fliegende Plattformen wie den Airbus A400M, die Lockheed Martin C-130J Super Hercules oder Kampfflugzeuge vorgesehen.
Die MBDA-Planung sieht zunächst die Boden-Variante vor, da die Integration und Zertifizierungen für Luftfahrzeuge deutlich länger dauern wird. Durch den Einsatz von Luftfahrzeugen kann die Aufklärungs- und Kampfreichweite des RCM² erheblich gesteigert werden.
Der Remote Carrier kann mit verschiedenen Effektoren oder missionsspezifischen Nutzlasten ausgestattet werden. So kann er sowohl als Sensor zur Aufklärung als auch als Effektor für Kill-Operationen eingesetzt werden. Laut MBDA Deutschland soll eine Nutzlast von bis zu 90 kg möglich sein. Auch er soll seine Effektivität vor allem im Schwarm unter Beweis stellen können. Die Reichweite des RCM² soll ohne Transport durch ein Luftfahrzeug und bei Start mit Hilfe eines Boosters über 300 km betragen.
Text: Redaktion / af
Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!
Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:













