NATO DIANA stellt sechs neue Herausforderungen vor

Der „Defence Innovation Accelerator for the North Atlantic“ (DIANA) der NATO hat Anfang Juni sechs neue Herausforderungen ins Leben gerufen. Ziel ist es, bahnbrechende Lösungen zu finden, die dazu beitragen, eine sicherere Zukunft für das Bündnis zu gestalten.

DIANA-Standorte (Stand: Ende 2024).
DIANA-Standorte (Stand: Ende 2024).

Innovatoren können ihre Vorschläge für die DIANA-Herausforderungen bis Freitag, den 3. Juli 2026, um 12:00 Uhr (UTC +1/BST) einreichen.

DIANA ist mit angeschlossenen Accelerator-Standorten im gesamten Bündnisgebiet und über 150 Testzentren aufgestellt. Das Programm startete am 19. Juni 2023. Die ersten drei angekündigten Pilotprojekte konzentrierten sich auf innovative Dual-Use-Technologien für Energieresilienz, Unterwassererkundung und -überwachung sowie sicheren Informationsaustausch.

DIANA hat im Januar 2025 die Universität der Bundeswehr München (UniBw M) als einzigen deutschen Accelerator aufgenommen. Auch das Forschungsinstitut Cyber Defence (»FI CODE«) und das Forschungszentrum Mobilität und regenerative Energien (»FZ MORE«) der UniBw M nehmen als Testzentren am Programm teil.

Ausgewählte Innovatoren werden Teil der DIANA-Kohorte des Jahres 2027 und nehmen an einem sechsmonatigen Accelerator-Programm teil, das im Januar 2027 beginnt. Diese Innovatoren werden dabei helfen, Lösungen zu identifizieren und einzuführen, die den Streitkräften der Bündnispartner Spitzentechnologien schneller zugänglich machen – und so den operativen Vorsprung der NATO stärken.

Themenbereiche für DIANA-Herausforderungen

Innovatoren können Vorschläge für einen der folgenden sechs Themenbereiche einreichen:

  • Menschliches Überleben (Human Survivability)
  • Multidomänen-Autonomie unbemannter Systeme
  • Multidomänen-Sensorik und fortschrittliche Datenverarbeitung für Aufklärung und Überwachung
  • Operative Resilienz in umkämpften Umgebungen
  • Reaktionsfähige Logistik
  • Skalierbare und anpassungsfähige Gegenmaßnahmen für die Luftverteidigung

DIANA formuliert seine Herausforderungen auf der Grundlage der Prioritäten der NATO und ihrer Mitgliedstaaten, der neuesten Trends bei aufkommenden und disruptiven Technologien sowie des Marktpotenzials. Mit diesen Herausforderungen verfolgt DIANA das Ziel, die Entwicklung und Einführung von Spitzentechnologien zu beschleunigen – und Innovationen so in konkrete Fähigkeiten umzuwandeln, die eine reale Wirkung entfalten.

Ausgewählte Innovatoren erhalten:

  • Vertragliche Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro, um ihre Lösung für die jeweilige Herausforderung weiterentwickeln und optimieren zu können.
  • Zugang zu mehr als 200 Testzentren in ganz Europa und Nordamerika zur Durchführung von Test-, Evaluierungs-, Validierungs- und Verifizierungsaktivitäten.
  • Unterstützung durch unsere Experten und Mentoren, um ihr Unternehmen auszubauen, komplexe Beschaffungsprozesse im Verteidigungssektor zu meistern und ihr Netzwerk mit Industriepartnern, militärischen Endnutzern sowie potenziellen Investoren gezielt zu erweitern.
  • Zugang zu den Verteidigungs-Ökosystemen aller 32 NATO-Mitgliedstaaten, wodurch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefördert und die Lücke zwischen innovativen Ideen und ihrer praktischen Anwendung geschlossen wird. Das im Vereinigten Königreich ansässige Innovationsunternehmen JET Connectivity gehört der Kohorte 2025 des NATO-DIANA-Programms an und wurde kürzlich für den „Mission Track“ ausgewählt – DIANAs weiterführendes Förderprogramm für Lösungen mit hohem Potenzial für eine Anwendung im Verteidigungssektor.

„JET Connectivity hat seine Leistungsfähigkeit maßgeblich steigern können – nicht zuletzt dank des NATO-DIANA-Programms, durch das wir Finanzierung, Mentoring und Networking-Möglichkeiten erhalten haben, sowie durch die Unterstützung des ‚VTT Dual-Use Launchpad‘ in Finnland, einem der Accelerator-Standorte von DIANA“, erklärte James Thomas, Gründer und CEO von JET Connectivity.

DIANA hat Anfang 2026 im Auftrag von Defence Research and Development Canada (DRDC) einen Forschungs- und Entwicklungsauftrag (F&E) an HonuWorx vergeben – ein im Vereinigten Königreich ansässiges Technologieunternehmen, das auf Unterwasserrobotiksysteme spezialisiert ist. Dies markiert den ersten F&E-Auftrag, der im Namen eines NATO-Bündnispartners im Rahmen des „Rapid Adoption Service“ von NATO DIANA vergeben wurde. Die Grafik zeigt das unbemannte System „Loggerhead“ von HonuWorx.
DIANA hat Anfang 2026 im Auftrag von Defence Research and Development Canada (DRDC) einen Forschungs- und Entwicklungsauftrag (F&E) an HonuWorx vergeben – ein im Vereinigten Königreich ansässiges Technologieunternehmen, das auf Unterwasserrobotiksysteme spezialisiert ist. Dies markiert den ersten F&E-Auftrag, der im Namen eines NATO-Bündnispartners im Rahmen des „Rapid Adoption Service“ von NATO DIANA vergeben wurde. Die Grafik zeigt das unbemannte System „Loggerhead“ von HonuWorx.

Eine breite Palette von Unternehmen kann vom DIANA-Programm profitieren – darunter Innovatoren in der Frühphase, auf den Verteidigungssektor ausgerichtete Start-ups, etablierte zivile Unternehmen sowie kleine und mittlere Betriebe (KMU). Ganz gleich, ob der Schwerpunkt auf der Entwicklung hochmoderner Dual-Use-Technologien für die Streitkräfte liegt, auf der Skalierung bewährter Lösungen oder auf dem angestrebten Eintritt in neue Märkte der Verteidigungs- und Sicherheitstechnik: Das Programm bietet maßgeschneiderte Beratung und Ressourcen, die Unternehmen dabei unterstützen, ihr Wachstum zu beschleunigen und ihre Marktwirkung zu steigern.

„Unsere neuen Herausforderungen für die Kohorte 2027 verfolgen ein klares Ziel: die beschleunigte Einführung von Technologien, die den operativen Vorsprung des Bündnisses stärken können. Indem wir Innovatoren mit den Verteidigungsnetzwerken der NATO vernetzen, katalysieren wir die Umwandlung innovativer Ideen in überlegene militärische Fähigkeiten für das Bündnis“, sagte Jyoti Hirani-Driver, kommissarische Geschäftsführerin bei NATO DIANA.

 

Text: Redaktion / af

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