Rolls-Royce Power Systems digitalisiert die Ausbildung von Schiffstechnikern an der Marinetechnikschule (MTS) der Deutschen Marine in Parow. Statt erstmals im Maschinenraum zu üben, trainieren die Teilnehmer bereits an Land an einem realistischen Modell des 20-Zylinder-Motors der mtu-Baureihe 4000. Augmented Reality und eine speziell entwickelte Software bilden Wartung, Diagnose und Fehlerszenarien realitätsnah ab – lange bevor die Techniker an Bord einer F125-Fregatte gehen. Damit unterstützt das Unternehmen die Bundeswehr bei der schiffstechnischen Ausbildung des zukünftigen Marinepersonals.
„Ein stationärer Motor kombiniert mit 3D- und Augmented-Reality- Technologie – das gab es in der Bundeswehr bisher nicht. Erstmals lassen sich Fehler- und Schadensszenarien realitätsnah simulieren. Die Teilnehmer üben nicht nur die Diagnose, sondern auch die Behebung, bevor sie an Bord gehen. So sind sie vorbereitet, wenn jede Minute zählt. Dass uns die Marinetechnikschule dafür ihr Vertrauen schenkt, hat für uns große Bedeutung“, sagt Knut Müller, Senior Vice President Global Governmental Business bei Rolls- Royce Power Systems.
„Neu ist, dass wir für die F125 erstmals reale Einsatzbedingungen an Land abbilden: gleicher Motor, gleiches Motormanagement und gleiches Werkzeug. Ergänzt wird das Training durch Augmented Reality und 3D-Darstellungen. So erleben die Schiffstechniker Wartung und Fehlerszenarien realitätsnah, bevor sie an Bord gehen“, sagt der verantwortliche Projektkoordinator im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).
Seit März 2026 steht in der Marinetechnikschule ein 20-Zylinder- Motor der mtu-Baureihe 4000 für das Training bereit. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Kaltmodell des mtu-Motors des Typs 20V 4000 M53B. Dieser ist identisch mit dem Motor an Bord der deutschen Fregatte F125 – jedoch ohne Betriebsstoffe wie Kraftstoff, Öl oder Druckluft. An Bord der „Baden-Württemberg“-Klasse F125 befinden sich vier mtu-Aggregate, die sowohl für den Bordstrom als auch für den Fahrbetrieb eingesetzt werden. Rolls-Royce Power Systems hat diese Aggregate speziell für die hohen Anforderungen der deutschen Marine ausgelegt. Der mtu-Motor 20V 4000 M53B erfüllt dabei nicht nur die besonders hohen Schockanforderungen, auch das Geräuschniveau im Betrieb ist besonders gering.
Rolls-Royce Power Systems stellt digitale Ausbildung bereit
Die neue Ausbildungs-Software gibt den Schiffstechnikern Zugriff auf alle relevanten Unterlagen: von Diagnoseanleitungen bis zu Wartungs- und Reparaturprozessen. Ein funktionales Motormanagement ermöglicht die Anzeige von Betriebswerten sowie die Simulation realistischer Störungs‑ und Schadensszenarien. Mit der Augmented‑Reality‑Technologie lassen sich ablauforientierte Tätigkeiten zur Schadensbehebung plakativ darstellen. Zusätzlich steht eine Virtual-Reality-Umgebung mit einer beweglichen 3D-Applikation des Motors zur Verfügung, in der sich Baugruppen bis auf Kleinteilebene darstellen lassen.
Rolls‑Royce Power Systems stellt für die Ausbildung die komplette digitale Ausstattung bereit: robuste Toughbooks, Monitore, Trainingscomputer und mobile Geräte. Auch die praktische Arbeit kommt nicht zu kurz: für den Motor liefert Rolls‑Royce Power Systems Werkzeuge, Montageplattformen und alle notwendigen Komponenten für realitätsnahe Übungen.
Quelle: Rolls-Royce
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