Air DefenceUnmannedRüstung

Thyra – C-UAS „Made in Hessen“

Navid LinnemannNavid Linnemann

Auf der EUDEX präsentierte sich am Gemeinschaftsstand des Bundeslandes Hessen das Defence-Start-up Thyra – ein Unternehmen, das eng mit dem Darmstädter Drohnenpionier Wingcopter verbunden ist.

Die Abfangdrohne Neptor von Thyra  wird in einem geöffneten, mit einem Tarnnetz bedeckten Startbehälter auf der EUDEX präsentiert.
Die Abfangdrohne Neptor von Thyra wird in einem geöffneten, mit einem Tarnnetz bedeckten Startbehälter auf der EUDEX präsentiert.
Foto: Sascha Schuermann

Die beiden Geschäftsführer des für zivile Drohnen bekannten Unternehmen Wingcopter haben vor wenigen Jahren Thyra gegründet und anfänglich geführt. Heute liegt die Unternehmensführung bei Dr. Philipp Heinzl. Doch mit der personellen Verzahnung bringt Thyra technisches Know-how aus der zivilen Drohnenentwicklung in die Drohnenabwehr.

Das System: Neptor

Im Zentrum steht das Drohnenabwehrsystem „Neptor“ – ein Interceptor, der feindliche Drohnen aktiv aufspürt und neutralisiert. Das C-UAS-System sucht Ziele mit bis zu 24 Kilometern Reichweite über deren Wärmeabstrahlung.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 350 Stundenkilometern unter idealen Wetterbedingungen ist Neptor in der Lage, auch schnellere Einwegdrohnen zu bekämpfen. Für die neuesten, in der Ukraine eingesetzten Geran-Modellen mit Jetantrieb, reicht das aktuelle Neptor-Modell von Thyra allerdings nicht.

Bei einem maximalen Startgewicht (MTOW) von 3,2 Kilogramm trägt die Abfangdrohne eine Nutzlast von 0,5 Kilogramm. Entwicklung und Fertigung erfolgen vollständig in Deutschland – ein Aspekt, den Thyra explizit als Beitrag zur europäischen Souveränität im Bereich sicherheitsrelevanter Technologien versteht.

Weiße Drohne mit klappbaren Flügeln und optischem Sensor in einem mit Tarnnetz bedeckten Transportbehälter auf einer Fachmesse
Die Abfangdrohne Neptor von Thyra wird in einem geöffneten, mit einem Tarnnetz bedeckten Startbehälter auf der EUDEX präsentiert.
Foto: Sascha Schuermann

Neptor von Thyra wird als Gesamtsystem aus Drohne und Launcher angeboten, das zwei Einsatzvarianten abdeckt:

  • MANPAD-Variante: Der Operator markiert das Ziel, anschließend fliegt die Abfangdrohne selsbtständig zur Bekämpfung der Bedrohung. Dieses „Lock-before-Launch“-Prinzip ermöglicht einen schnellen, mobilen Einsatz direkt durch Personal vor Ort.
  • Stationärer Remote Launcher: Die Interceptordrohne wird batteriegepuffert dauerhaft einsatzbereit gehalten und kann aus verdeckten Positionen gestartet werden – ganz ohne Bedienpersonal vor Ort. Eine Variante auch für den Objektschutz kritischer Infrastruktur.
Zwei kofferartige Startbehälter für Kleindrohnen in Weiß und Olivgrün auf einem Stativ mit geöffneten Klappen
Die Produktgrafik zeigt zwei Startbehälter für Neptor-Abfangdrohne von Thyra. Links die Manpad-Variante, rechts den Remote-Launcher
Screenshot: Thyra

Die Kombination aus hoher Geschwindigkeit, präziser thermischer Zielerfassung und zwei komplementären Startkonzepten soll das System sowohl für mobile Einsatzkräfte als auch für den permanenten Schutz stationärer Objekte interessant machen.

In Essen erfuhr Defence Network, dass erste Testflüge bereits erfolgt seien, derzeit jedoch weitere Anpassungen infolge von Einsatzversuchen in der Ukraine vorgenommen würden.

Hinweis: Dieser Text erschien zuerst im Show Daily des dritten Messetages; abrufbar hier.

Defence Network folgen

Bleiben Sie auf dem Laufenden.

Die wichtigsten Nachrichten aus Verteidigung und Wehrtechnik — auf Ihrem Kanal.

Aktuelle Meldungenaus Verteidigung & Wehrtechnik
Einordnung mit Substanzvon der Fachredaktion
Kurz & auf den Punktalles Wichtige in Minuten
QR-Code zur Newsletter-Anmeldung
Anmeldeformular wird geladen …

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwendete Schlagwörter

F-35KampffliegerflotteRSAFSaudi Arabien