Türkei: Hoffnung auf F-35 bleibt gering

Israelischen Quellen zufolge wird der bevorstehende NATO-Gipfel in der Türkei nichts an der Entscheidung Washingtons ändern, der Türkei keine F-35-Kampfjets zu verkaufen.

Ein graues Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug vom Typ F-35.
Ein graues Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug vom Typ F-35.
Foto: Navid Linnemann

Der NATO-Gipfel in der Türkei könnte zwar das politische Klima verbessern und neue Gespräche ermöglichen, doch aktuellen Berichten zufolge bleibt das eigentliche Hindernis das US-Gesetz, das mit dem Erwerb des russischen Luftverteidigungssystems S-400 durch die Türkei verknüpft ist.

Gleichzeitig treibt die Trump-Regierung, wie Defence Network berichtete, den Verkauf von GE F110-Triebwerken für den türkischen Kampfjet KAAN voran. Dies wird als Zeichen des guten Willens im Vorfeld des Gipfels gewertet.

F-35: Russische S-400-Systeme der Türkei bleiben Hindernis

Das zentrale Hindernis bleibt der Besitz des russischen S-400-Systems durch die Türkei. Nach US-Recht muss dieses außer Dienst gestellt, entfernt oder anderweitig neutralisiert werden, bevor die Türkei wieder am F-35-Programm teilnehmen kann. Ein NATO-Gipfel kann daher zwar diplomatische Fortschritte fördern, setzt jedoch weder die Entscheidungen des US-Kongresses noch die geltenden US-Sanktionsbestimmungen außer Kraft.

Die israelischen Quellen ergänzten, dass kurzfristig am ehesten keine unmittelbare Einigung über den Verkauf der F-35 zu erwarten sei. Wahrscheinlicher seien fortgesetzte Verhandlungen sowie eine intensivere Zusammenarbeit in anderen Bereichen der Verteidigung. Ein tatsächlicher F-35-Deal würde einen deutlich größeren politischen und rechtlichen Durchbruch erfordern, als er während des Besuchs von Präsident Trump in Ankara erreichbar sei.

NATO-Gipfel: Richtungsweisend für Zukunft der Bündnisses

Es wird erwartet, dass der NATO-Gipfel richtungsweisend für die Zukunft des Bündnisses sein wird.

Am späten Donnerstag erklärte Präsident Trump, es sei „absurd“, dass die Vereinigten Staaten ihre „einseitige“ Beziehung zur NATO fortsetzten. Diese Äußerungen erfolgten knapp eine Woche vor dem NATO-Gipfel in Ankara.

Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump: „Sie waren nicht für uns da!!!“ und erklärte, die Beziehungen Washingtons zur NATO seien „nicht gegenseitig“.

Trump hat die europäischen Verbündeten wiederholt wegen ihrer Reaktionen auf den Konflikt mit dem Iran kritisiert. Mehrere Staaten hatten den US-Streitkräften den Zugang zu Militärstützpunkten eingeschränkt, nachdem die US-Regierung sie weder im Vorfeld konsultiert noch in die Planung der wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgen einbezogen hatte.

Der Präsident erklärte zudem, er könne versuchen, die Vereinigten Staaten aus dem Bündnis zurückzuziehen. Für einen solchen Schritt wäre jedoch die Zustimmung des US-Kongresses erforderlich.

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