D-LBO: Digitalisierung der Landstreitkräfte nimmt wichtigen Meilenstein

Navid LinnemannNavid Linnemann

Wie das Verteidigungsministerium heute meldete, wurde die Einsatzprüfung 1 beim Projekt Digitalisierung Landbasierte Operationen (D-LBO) erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam mit der Industrie und dem Heer wurde das Gesamtsystem „D-LBO basic“ im realitätsnahen, taktischen Einsatz die letzten Wochen in Munster geprüft. Damit könne Deutschland der NATO ab 2027 eine digitalisierte Brigade bereitstellen. 

Nach erfolgreicher Einsatzprüfung 1 beim Projekt Digitalisierung Landbasierte Operationen (D-LBO) kann Deutschland ab kommenden Jahr der NATO eine digitalisierte Brigade bereitstellen. Die Aufgabe übernimmt zunächst die Panzergrenadierbrigade 37 als Forward Land Forces. Im Anschluss soll auch die Brigade Litauen mit D-LBO ausgestattet werden.
Nach erfolgreicher Einsatzprüfung 1 beim Projekt Digitalisierung Landbasierte Operationen (D-LBO) kann Deutschland ab kommenden Jahr der NATO eine digitalisierte Brigade bereitstellen. Die Aufgabe übernimmt zunächst die Panzergrenadierbrigade 37 als Forward Land Forces. Im Anschluss soll auch die Brigade Litauen mit D-LBO ausgestattet werden.
Foto: Bundeswehr / Marco Dorow

„Die Grundfunktionalität des Systems ist gegeben“, heißt es aus dem Ministerium. Damit wird die der NATO zugesagte Forward Land Forces Brigade unter Führung der Panzergrenadierbrigade 37 mit Beginn des Auftrages im Januar 2027 digitalisiert führungsfähig sein.

„Wir können mit D-LBO basic fahren, funken, schießen – digital, störungssicherer und mit gesteigerter Reichweite“, so der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Dr. Freuding. „Das ist gut! Aufgrund der Testergebnisse haben wir uns entschieden, dass beide Panzergrenadierbataillone durch Verbände gestellt werden, die mit dem neuen, modernen und kampfstarken Schützenpanzer Puma ausgestattet sind.“ Der ursprünglich vorgesehene Marder-Verband wird damit zunächst nicht Teil der Forward Land Forces Brigade sein.

Mehrwöchige D-LBO Einsatzprüfung

Die technische Einsatzprüfung der vergangenen Wochen war nach Angaben der Bundeswehr ein kontinuierlicher Prozess, in dem zunehmend komplexere Szenarien der Landkriegsführung erprobt wurden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden unmittelbar vor Ort ausgewertet und gingen direkt in die folgenden Prüfszenarien ein.

Nach einem Treffen mit Industrievertretern am vergangenen Montag zeigte sich Generalinspekteur Carsten Breuer überzeugt von der laufenden Einsatzprüfung und der spürbar verbesserten Sprachqualität im Funkverkehr. Zusammen mit Staatssekretär Plötner und dem Inspekteur des Heeres hatte er sich zuvor in Munster ein Bild vom Stand der Erprobung gemacht.

Zur Forward Land Forces Brigade werden komplett auf D-LBO basic umgerüstete Fahrzeuge gehören, aber auch digitalisierte Fahrzeuge, deren analoge Technik mit Hilfe einer Schnittstelle im Rahmen von D-LBO angebunden werden. Dieser „Mischbetrieb“ erlaubt die digitale und verschlüsselte Einbindung noch nicht umgerüsteter oder nicht für die Umrüstung vorgesehener Fahrzeuge. Er wurde bereits beim Systemnachweis im Juli erfolgreich getestet.

Nach der digitalen Einsatzbereitschaft der Forward Land Forces Brigade unter Führung der Panzergrenadierbrigade 37 zum Jahresende ist das nächste Ziel die digitalisierte Panzerbrigade 45 in Litauen bis Mitte 2027. Anschließend wird D-LBO sukzessive auf den Rest der Landstreitkräfte ausgerollt werden.

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