KNDS und TYTAN Technologies erweiterten gestern ihre bereits bestehende Zusammenarbeit im Bereich der Drohnenabwehr – sie wollen gemeinsame Standards für militärische Landsysteme schaffen. Die Anwesenheit von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sollte die Bedeutung unterstreichen, als Balázs Nagy, CEO und Co-founder von TYTAN, und Mathias Nöhl, Executive Vice President für Digitalisierung bei KNDS, gestern das MoU unterzeichneten.
Der süddeutsche Panzerbauer KNDS und das ebenfalls süddeutsche Start-up TYTAN Technologies unterzeichneten gestern in München eine Absichtserklärung zur Ausweitung ihrer Kooperation im Bereich Counter-Unmanned Aircraft Systems (C-UAS). Die Vereinbarung baut auf der erfolgreichen Integration des kinetischen Abfangsystems Interceptor-S von TYTAN in den BOXER RCT30 auf, das bereits im Herbst 2025 bei der Bundeswehr-Experimentalserie in Munster/Bergen vorgestellt wurde.
Reiche: „Echte Fähigkeit“
„Drohnen sind Enabler“, stellte Reiche fest. „Als Dual-Use-Systeme schützen sie kritische Infrastruktur und tragen zugleich zur Abwehr feindlicher Luftbedrohungen in der Ukraine bei. Diese Technologie entsteht nicht nur am Schreibtisch. Ihre Entwicklung wird durch reale Einsätze geprägt, durch Erfahrungen aus dem Feld beispielsweise in der Ukraine und durch die Bereitschaft, Verantwortung und Risiko zu übernehmen. Nur so entsteht echte Fähigkeit.“
Ziel der erweiterten Zusammenarbeit ist die gemeinsame Entwicklung von Drohnenabwehrlösungen speziell für den Schutz der Landsysteme von KNDS. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen einen neuen europäischen Standard für mobile Startsysteme unbemannter Luftfahrzeuge etablieren und Technologien für Basisschutz sowie frontnahe Luftverteidigung weiterentwickeln.
„Wir“, so Nöhl, „sind überzeugt dass agile und innovative Unternehmen wie TYTAN und KNDS, ideal zusammenpassen um die Integration neuer innovativer Lösungen voranzutreiben, um den Soldaten die besten Systeme anbieten zu können.“ Nagy sprach zudem von den Synergien, die durch die Zusammenarbeit der beiden Partner entstehen sollten.
TYTAN auf dem Boxer RCT30
Der von der ARTEC GmbH – ein Joint Venture von KNDS und Rheinmetall – vertriebene Boxer ist eine Radpanzer-Familie, die insbesondere bei den Mittleren Kräften zum Einsatz kommen soll. Auch die Radhaubitze RCH 155 gehört zu dieser Familie. RCT30 steht für „Remote Controlled Turret 30mm“ – das Fahrzeug ist mit einem ferngesteuerten Turm ausgestattet, der eine 30-mm-Maschinenkanone trägt.
Die RCT30-Variante wird als Schützenpanzer bei der Bundeswehr unter der Bezeichnung Schakal eingeführt. Neben dem Lenkflugkörper Spike LR von Rafael, einer
30-mm-Kanone und einem koaxialen MG 5 wird der Boxer RCT-60 zukünftig auch das Drohnenabfangsystem Interceptor-S von TYTAN mitführen.
Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!
Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:












