Die Alpha Communication GmbH ist eine Full-Service Agentur für Übersetzungs- und Sprachdienstleistungen im B2B-Bereich, und das seit 2007. Sie hat ihren Sitz im bayerischen Regensburg. Die Agentur hat sich unter anderem auch auf Kunden aus dem Bereich der Verteidigungsindustrie spezialisiert.
Interview mit Anna Venzl, Geschäftsführerin der Alpha Communication GmbH
Defence Network: Sie sind Geschäftsführerin der Alpha Communication GmbH, einem Übersetzungs- und Sprachdienstleister im B2B-Bereich. Was umfasst Ihr Portfolio?
Anna Venzl: Unsere Kernkompetenz sind Übersetzungen. Wir übersetzen in über 30 Sprachen. Daneben bieten wir alle Dienstleistungen an, die im Zusammenhang mit Übersetzungen Relevanz haben. Hierzu zählen beispielsweise das Lektorat sowie die Überarbeitung von Texten, der Aufbau einer unternehmenseigenen Terminologiedatenbank und die Erstellung druckfertiger Berichte oder Magazine in den Fremdsprachen.
Die Defence Branche boomt, wächst rasant. Sind Sie auch in diesem Bereich tätig?
In den mittlerweile gut 19 Jahren, die wir tätig sind, haben wir für Kunden aus den verschiedensten Branchen gearbeitet. Darunter auch im Bereich Defence, der jetzt natürlich an Bedeutung gewinnt.
Was zeichnet die Form der Kommunikation, die Sprache im Bereich von SVI und Defence aus?
Jede Branche hat ihren eigenen Sprachgebrauch und ihre eigene Terminologie. Dass gilt natürlich auch für die SVI beziehungsweise Defence. Dabei kommt es sehr auf die Art des Textes, das Thema und die Zielgruppe an. Eine interne Mitteilung unterscheidet sich wesentlich vom Geschäftsbericht eines internationalen Konzerns. Die Mitteilung kann beispielsweise gängige Abkürzungen wie „C4ISR“ enthalten, die in einem Geschäftsbericht, der sich nicht zuletzt auch an Aktionäre richtet, so natürlich nicht verwendet werden kann.
Gibt es Unterschiede ob für oder über ein reines Defence Produkt bzw. Unternehmen kommuniziert wird, oder Lösungen und Firmen aus dem Bereich der zivilen Verteidigung?
Unterschiede können sich vor allem aus Standards ergeben, die zu beachten sind. Beispielsweise NATO-Term nach STANAG hinsichtlich der Terminologie oder die Spezifikation S1000D der ASD bei der Technischen Dokumentation.
Sie bieten Übersetzungs- und Sprachdienstleistungen an. Wie sehen die Unterschiede und Ihre Herangehensweise aus, in Abhängigkeit davon ob Sie auf dem deutschsprachigen Markt oder international kommunizieren? Haben Sie international mehr Freiheiten, können Themen direkter angehen?
Je nach Zielmarkt können sich durchaus Unterschiede ergeben. In Deutschland ist man tendenziell etwas vorsichtiger und zurückhaltender. Das hat natürlich mit unserer Geschichte zu tun und damit, dass Themen rund um Sicherheit und Verteidigung vor allem seit Ende des Kalten Krieges von Politik und Gesellschaft soweit möglich gemieden wurden. Während in den USA neuerdings ein „Kriegsministerium“ besteht, führt in Deutschland die Feststellung „kriegstüchtig“ werden zu müssen, in der Öffentlichkeit zu großen Irritationen.
Warum bedarf es einer spezialisierten Unterstützung in den Bereichen von Ausschreibungen, Personalwesen bis hin zum Berichtswesen von Defence-Unternehmen? Ist die Ablage zu „zivilen“ Unterstützungen so gravierend?
Neben den bereits erwähnten sprachlichen Eigenheiten und der speziellen Terminologie sowie den gegebenenfalls zu beachtenden Standards im Defence-Bereich haben Datensicherheit und Vertraulichkeit eine besonders Bedeutung. Auf eine sichere IT-Infrastruktur ihrer Dienstleister legen Unternehmen der SVI großen Wert. Hier spielen Aspekte wie eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eine wichtige Rolle, oder auch der Serverstandort, der sich jedenfalls in Europa befinden sollte.
Privat aber auch im Berufsleben greifen immer mehr Nutzer auf die Unterstützung von KI zurück. Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen KI und Ihrem Profi-Service, wo Vor- und Nachteile?
Während maschinelle Übersetzungen im privaten Umfeld sehr nützlich sein können, ist im professionellen Umfeld Vorsicht geboten. KI-basierte Übersetzungen sind zwar billig und schnell, haben aber große Schwächen, da die KI kein Textverständnis hat und ihrer Funktionsweise nach lediglich Wörter nach statistischen Regeln sortiert. Dies führt häufig zu Fehlern, die gravierende Folgen haben können. Dabei sind die Ergebnisse der KI hinsichtlich der Fachterminologie im Bereich der SVI weit weniger gut als in manch anderem Bereich.
Je nach Sprachkombination, Art und Inhalt des Textes können maschinelle Übersetzungs-Tools sinnvoll in den Übersetzungsprozess integriert werden. Idealerweise übernimmt das dann aber ein Profi. In meinem Unternehmen sorgen professionelle und qualifizierte Fachübersetzer, die ausschließlich in ihre Muttersprache übersetzen, dafür, dass die Übersetzungen nicht nur rechtssicher und datenschutzkonform, sondern vor allem inhaltlich korrekt und zielgruppenorientiert sind.
Auch wenn Unternehmen Mitarbeiter haben, die übersetzen könnten, betraut man uns gerne damit, weil der Zeitaufwand bei einer internen Lösung meist sehr groß ist. Dazu kommt, dass wir für das Ergebnis unserer Arbeit geradestehen. Käme es zu Übersetzungsfehlern, wären wir haftbar. Eigene Mitarbeiter sind es nicht und die KI ist es schon gar nicht.
Text: Redaktion / af
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