Anduril YFQ-44A feuert erstmals Luft-Luft-Rakete

Die US-Luftwaffe hat mit dem von Anduril entwickelten „Collaborative Combat Aircraft“ (CCA) YFQ-44A erstmals den Schuss mit einem Lenkflugkörper getestet. Ein gestern Abend deutscher Zeit veröffentlichtes Video zeigt die unbemannte Kampfdrohne beim Abschuss einer AIM-120 AMRAAM über der Mojave-Wüste.

Der unbemannte Kampfjet YFQ-44A von Anduril verschießt erstmalig einen Lenkflugkörper.
Der unbemannte Kampfjet YFQ-44A von Anduril verschießt erstmalig einen Lenkflugkörper.
Foto: Anduril

Die US Air Force hat nach eigenen Angaben erstmals einen sogenannten Live-Fire-Test mit einer ihrer unbemannten, teilautonomen Kampfdrohnen abgeschlossen. Die YFQ-44A führte auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien einen Angriff über die Sichtweite hinaus gegen ein digitales Ziel durch.

„Mit diesem Live-Fire-Test sind wir dem Einsatz des CCA für die Soldaten einen Schritt nähergekommen!“, kommentierte der Generalstabschef der US-Luftwaffe Ken Wilsbach.

Verschossen wurde eine inerte – also unscharfe – AIM-120 AMRAAM, eine mittelreichweitige Luft-Luft-Rakete. Der Waffeneinsatz fand in einem abgesperrten Luftraum über der Mojave-Wüste statt und wurde von der Air Dominance Combined Test Force des 412th Test Wing im Rahmen einer schrittweisen Testkampagne durchgeführt, die zuvor mit Evaluierungen der unscharfen Waffenmitführung begann.

Die Anduril YFQ-44A

Die YFQ-44A, unternehmensintern „Fury“ genannt, ist ein unbemanntes Kampfflugzeug, das Anduril Industries für das CCA-Programm der US-Luftwaffe entwickelt. Die Prototypen firmieren als YFQ-44A, wobei sie die erste Vergabe einer Jagdflugzeug-Kennung („F“) an eine Drohne in der Geschichte der US Air Force darstellen.

Die Fury gehört zu Increment I des CCA-Programms, das gemeinsam mit General Atomics‘ YFQ-42A ausgewählt wurde. Ziel ist es, bemannte Kampfjets wie die F-35 und den künftigen F-47 im Rahmen eines „Manned-Unmanned Teaming“ als „Loyal Wingman“ zu begleiten und zusätzliche Sensorik sowie Waffenzuladung bereitzustellen.

Die Drohne soll dabei für „günstige Masse“ sorgen, da der potenzielle Verlust einzelner Maschinen es den Kommandeuren erlauben soll, riskantere Einsätze zu fliegen, ohne bemannte Besatzungen zu gefährden. Die Steuerung übernimmt Anduril mit seiner Lattice-Autonomiesoftware, wobei die YFQ-44A im Februar 2026 auch mit dem konkurrierenden Autonomiesystem Hivemind von Shield AI im selben Flug erprobt wurde.

Der unbemannte Kampfjet YFQ-44A von Anduril bei einem der in diesem Jahr begonnen Flugtests.
Der unbemannte Kampfjet YFQ-44A von Anduril bei einem der in diesem Jahr begonnen Flugtests.
Foto: Anduril

Der Erstflug der YFQ-44A fand am Ende Oktober 2025 statt. Im Juni 2026 vergab die Air Force die ersten Produktionsverträge für das CCA-Programm an Anduril und General Atomics.

Technische Daten der YFQ-44A

Nach Angaben von Anduril ist die Fury etwa halb so groß wie eine F-16 und verfügt über folgende Eckdaten:

  • Länge: rund 6,1 m
  • Spannweite: rund 5,2 m
  • Maximales Startgewicht: rund 2.270 kg
  • Triebwerk: ein Williams FJ44-4M-Turbofan mit rund 17,8 kN (4.000 lbf) Schub
  • Höchstgeschwindigkeit: Mach 0,95
  • Dienstgipfelhöhe: rund 15.000 m
  • Lastvielfaches: +9/-3 g
  • Bewaffnung: zwei externe Waffenstationen

Die Konfiguration ist auf kostengünstige Serienproduktion und einfache Wartung ausgelegt, statt auf die Komplexität klassischer bemannter Kampfjets.

„Wir konstruieren unsere Marschflugkörper so, dass sie auf Automobil-Montagelinien gefertigt werden können“, erklärte Anduril-CEO Palmer Luckey jüngst einem japanischen TV-Sender die Fertigungsphilosophie seines Unternehmens. Was für die Marschflugkörper von Anduril gilt, soll in gewissem Maße auch für die YFQ-44A gelten.

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