Bundeswehr will Loitering Munition beschaffen – ohne Rheinmetall

Bei der geplanten Beschaffung bewaffneter Drohnen (Loitering Munition) für die Bundeswehr zeichnet sich ein überraschender Verlauf ab: Nach übereinstimmenden Medienberichten könnte der Auftrag über 12.000 „Kamikazedrohnen“ an zwei deutsche Start-ups gehen, während Rheinmetall vorerst leer auszugehen scheint.

Die Virtus von Stark könnte bald bei der Bundeswehr als Loitering Munition eingeführt werden.
Die Virtus von Stark könnte bald bei der Bundeswehr als Loitering Munition eingeführt werden.
Foto: Stark

Die Bundeswehr bereitet die Anschaffung von Loitering Munition vor, um eine lange diskutierte Fähigkeitslücke zu schließen. Ende letzten Jahres sah es so aus, als würden gleich drei deutsche Unternehmen zu gleichen Teilen – je 300 Millionen Euro – profitieren (Defence Network berichtete).

Im Gespräch für die deutsche Loitering Munition waren die Virtus von Stark, die HX-2 von Helsing und die FV-014 Raider von Rheinmetall. Eigentlich sollten entsprechende Verträge bereits zum Ende des Jahres 2025 geschlossen werden.

„Kamikazedrohne“ – Prime liefert nicht

Gestern berichtete unter anderem die WirtschaftsWoche unter Berufung auf Insidern im Bundesverteidigungsministerium, das zunächst nur die beiden Start-ups mit Verträgen bedacht werden sollen. Entsprechende 25-Millionen-Euro-Vorlagen sollen Ende Februar im Haushaltsausschuss behandelt werden.

„Nachdem ein Anbieter bisher nicht in der erforderlichen Qualität liefern kann, müssen die beiden schnellsten Anbieter nicht länger auf den langsamsten warten“, erklärte der SPD-Abgeordnete Andreas Schwarz gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Es wird nur das beschafft, was tatsächlich funktioniert.“

Die Virtus von Stark wurde jüngst erfolgreich von der Bundeswehr getestet, die HX-2 ist – wenngleich auch mit Kritik – bereits im Ukraine-Einsatz. Bleibt also das Produkt von Rheinmetall, welches bei der Beschaffung außen vor bleiben könnte. Den Medienberichten folgend, sollen die Düsseldorfer keinen funktionstüchtigen Demonstrator vorgelegt haben. Eine offizielle Bestätigung konnte jedoch bisher nicht vernommen werden.

Deutsche Loitering Munition – Start-ups liefern

Die mögliche Entscheidung zugunsten der Start-ups und ohne die anfänglich angedachte Beteiligung der Branchengröße Rheinmetall könnte auch als Signal verstanden werden: Die Bundeswehr kauft, was da ist und funktioniert.

Sofern es zu einer schnellen beuaftragung und Lieferung von deutscher Loitering Muniton kommt, gilt die Brigade Litauen als erster Nutzer innerhalb der Bundeswehr. Mit den Systemen soll die Truppe sich selbst und die NATO-Ostflanke schützen.

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