BWI unterstützt die Bundeswehr dabei, auch im Ausland ihren Auftrag zu erfüllen

Die Zahl der internationalen Konflikte mit Einfluss auf Europa und Deutschland nimmt zu. Deutschland ist dabei seine Rolle in Europa und der NATO neu zu definieren. In der gerade erst erschienenen Militärstrategie der Bundeswehr wird das deutlich. Deutschland soll die konventionell stärkste Armee Europas stellen. Dafür braucht die Bundeswehr weltweit IT-Unterstützung. Hier ist die BWI als ihr primärer Digitalisierungspartner gefragt.

Stefan Tilmes, Leiter International Transition & Transformation BWI GmbH
Stefan Tilmes, Leiter International Transition & Transformation BWI GmbH.
Fotos: BWI

Die Bundesregierung hat erstmals eine Militärstrategie vorgelegt, wonach sich die Bundeswehr neu ausrichten soll, um ihre Einsatzbereitschaft, Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen. Damit wird sie sich zunehmend auch im Ausland engagieren.

Gründe dafür gibt es viele und es werden immer mehr: etwa um Verpflichtungen innerhalb der NATO zu erfüllen, aufgrund bilateraler Engagements oder der Ausbildung im Ausland an Waffensystemen, wie etwa der F35. Aktuell existieren allein über 30 größere Standorte der Bundeswehr im europäischen Ausland und den USA. Hinzu kommen kleinere Liegenschaften beziehungsweise Büros von Militär-Attachés und -beratern in rund 80 Ländern, die IT-seitig von der BWI unterstützt werden.

Zudem ist die Bundeswehr vermehrt an internationalen Einsätzen und Übungen beteiligt. Die Panzerbrigade Litauen, die bis Ende 2027 voll ausgestattet sein soll, ist hierfür ein gutes Beispiel. Zur Stärkung und zum Schutz der NATO Ostflanke und als Signal für die Solidarität mit den NATO Bündnispartnern, hat sich Deutschland verpflichtet, dauerhaft eine 5.000 Soldaten starke Brigade in Litauen zu stationieren.

Dieses und andere Beispiele haben eines gemeinsam: Um auch digital einsatzfähig zu sein und den Bundeswehrangehörigen dieselben IT-Services zur Verfügung zu stellen, die sie auch innerhalb Deutschlands nutzen, sind erhebliche Anstrengungen nötig.

Seit 2019 laufen dafür die Vorbereitungen in der BWI. Vor dem Hintergrund der zunehmend angespannten geopolitische Lage startete die BWI das Programm „International Transition & Transformation“ (ITT), um so die Befähigung der Bundeswehr im Ausland mit besonderem Fokus voranzutreiben.

Wie macht man IT-Services auch im Ausland verfügbar?

Die erste Aufgabe bestand darin zu erfassen, welche IT-Services im Ausland nötig sind und wie die BWI diese international bereitstellen kann. Hier stellten unterschiedliche rechtliche Vorgaben wie etwa landesspezifisches IT-Recht, Einfuhrbestimmungen und sonstige Gegebenheiten im Ausland Herausforderungen dar.

Hinzu kam, dass die BWI bislang auf die Service-Erbringung in Deutschland fokussiert war. Im Gegensatz zur Bundeswehr, die sich im Ausland beispielsweise auf ein NATO-Truppenstatut oder länderübergreifende Vereinbarungen berufen kann, genießt die BWI keine Sonderrechte. Sie muss wie jedes andere Unternehmen am Markt operieren.

Im nächsten Schritt musste die BWI analysieren, welche internen Anpassungen an Systemen, Regelungen oder Prozessen nötig sind, um die gewünschten Aufgaben erfüllen zu können. Alle Kern-, Stütz- und Managementprozesse mussten auslandstauglich werden. Hier galt es viele Details zu berücksichtigen: von der Unternehmensstrategie über IT-Sicherheit bis zum Personalmanagement. Ein interdisziplinäres, organisationsübergreifendes Team der BWI setze die nötigen Erweiterungen und Änderungen um.

„Ausland ist das new normal“

Mitte 2026 soll das Programm ITT abgeschlossen werden – schon jetzt kann die BWI eine positive Bilanz ziehen. Sie hat die wesentlichen Ziele erreicht: die Befähigung für das Auslandsgeschäft, die Handlungsfähigkeit in den USA herstellen und die relevanten IT-Services in den Auslandsliegenschaften bereitstellen.

Sie muss nun die dafür neu erstellten Funktionen, Prozesse und technischen Notwendigkeiten zur Routine werden lassen und den Grundsatz „Ausland ist das new normal“ verinnerlichen. Noch immer gibt es Herausforderungen, wie etwa im Rahmen des Aufenthaltsrechts oder im Bereich der internationalen Logistik, also der Ausfuhr und Importabwicklung.

Am Ende ist die BWI aber nun in der Lage, auch im Ausland für die Bundeswehr tätig zu sein. In Zukunft wird sie neue Prozesse und Services immer direkt auch für das Ausland mitdenken und mitentwickeln. Die Anstrengungen der BWI riefen bei den Angehörigen der Bundeswehr, die ihren Dienst im Ausland verrichten, ein sehr positives Feedback hervor. Als primärer Digitalisierungspartner der Bundeswehr hilft die BWI der Bundeswehr so dabei, auch im Ausland ihren Auftrag zu erfüllen.

Autor:
Stefan Tilmes,
Leiter International Transition & Transformation BWI GmbH

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