Deutsche F-35 im Video: So sieht der erste Tarnkappenjet der Luftwaffe aus

Noch ist sie nicht ganz fertig – der Lack fehlt –, doch schon jetzt zeigte Hersteller Lockheed Martin erste Bilder des neuen Kampfjets für die Luftwaffe: die deutsche F-35. Defence Network zeigt das Video aus den USA und schildert, was der Tarnkappenjet kann und wann die Luftwaffe ihn bekommt.

Video des ersten Tarnkappenjets für Deutschland: Die F-35 verlässt die Fertigung in den USA, schon bald soll sie an die Luftwaffe übergeben werden.
Video des ersten Tarnkappenjets für Deutschland: Die F-35 verlässt die Fertigung in den USA, schon bald soll sie an die Luftwaffe übergeben werden.
Video: Lockheed Martin

Auf dem Video, das Lockheed Martin vorgestern veröffentlichte, ist zu sehen, wie die erste für die Luftwaffe bestimmte deutsche F-35A mit der Kennung MG-01 die Endmontage in Fort Worth (Texas) verlässt. Im finalen Finish erhält der erste deutsche Tarnkappenjet noch seine Lackierung, die stealth-typische Spezialbeschichtung sowie letzte Feinarbeiten, bevor er offiziell vorgestellt und an die Luftwaffe übergeben werden soll.

Die F-35 Lightning II geht auf das US-Rüstungsprogramm „Joint Strike Fighter“ zurück, das Ende der 1990er-Jahre startete. Der Demonstrator X-35 flog erstmals im Jahr 2000, die Serienversion F-35A folgte 2006 mit ihrem Erstflug, in Dienst gestellt wurde der Jet ab 2015 in den USA.

Als Kampfjet der fünften Generation gilt die F-35 wegen ihrer Stealth-Eigenschaften, der Datenfusion zwischen Bordsensorik und externen Quellen sowie längerem Überschallflug ohne Nachbrenner (Supercruise). Ihr Aufgabenspektrum reicht von Luftkampf über präzise Angriffe am Boden bis hin zu Aufklärung, elektronischer Kampfführung und – für Deutschland besonders relevant – dem Transport von Nuklearwaffen im Rahmen der NATO-Abschreckung.

Dänische Lockheed Martin F-35A Lightning II mit Kennung L-021 im Steigflug mit gezündetem Nachbrenner vor blauem Himmel
Eine dänische Lockheed Martin F-35A Lightning II im Steigflug vor blauem Himmel. Deutschland wird bei diesem Kampfjet eng mit seinem nördlichen Nachbarn zusammenarbeiten, z. B. durch die gemeinsame Beschaffung von Deployment Kits.
Foto: Lockheed Martin

Zudem soll die F-35 einfach gut zu fliegen sein – das zumindest verriet ein Pilot des Kampfjets gegenüber Defence Network im Videointerview.

35 deutsche F-35 für rund zehn Milliarden Euro

Deutschland hat 35 Exemplare der F-35A bestellt, das entsprechende zwischenstaatliche Abkommen wurde bereits am 14. Dezember 2022 genehmigt. Für das Gesamtpaket – Flugzeuge, Ersatzteile, Bewaffnung und Wartungsleistungen für fünf Jahre – stellte der Bund knapp zehn Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Bundeswehr bereit.

Zudem muss auch die Infrastruktur der Luftwaffe an die deutsche F-35 angepasst werden (Defence Network berichtete): Der Umbau des künftigen Heimatstandorts Büchel in der Eifel verteuerte sich zuletzt erheblich: Ursprünglich mit rund 700 Millionen Euro veranschlagt, kletterten die Schätzungen zwischenzeitlich auf bis zu 1,2 Milliarden Euro und zuletzt auf rund zwei Milliarden Euro, da der Fliegerhorst bislang komplett auf den Tornado-Betrieb ausgelegt war und für die sicherheitsempfindliche F-35-Technik erst fit gemacht werden muss.

Aktuell befinden sich laut Lockheed Martin acht deutsche F-35A in unterschiedlichen Fertigungsstadien in Fort Worth. Die offizielle Rollout-Zeremonie für MG-01 ist für den 18. September 2026 geplant, anschließend sollen Testflüge folgen.

Deutsche F-35: Lockheed Martin F-35 in grüner Schutzgrundierung mit gekoppeltem Schleppfahrzeug in einer Montagehalle während Wartungsarbeiten
Ein Kampfflugzeug des Typs Lockheed Martin F-35 Lightning II Block 4 steht in einer Montagehalle, während Techniker Arbeiten am Flugzeug durchführen. Im Vordergrund ist ein weißes Schleppfahrzeug an das Bugrad des noch in grüner Schutzgrundierung befindlichen Jets gekoppelt.
Foto: Lockheed Martin

Die ersten acht Maschinen werden zunächst zur Ebbing Air National Guard Base im US-Bundesstaat Arkansas gebracht, wo deutsches Personal gemeinsam mit polnischen und finnischen Kollegen an der F-35 ausgebildet wird. Am dauerhaften Heimatstandort Büchel sollen die ersten Jets nach derzeitigem Zeitplan 2027 eintreffen.

F-35 als europäischer Standard?

Deutschland reiht sich mit seiner Beschaffung in eine wachsende Riege europäischer F-35-Nutzer ein. Großbritannien, die Niederlande, Italien, Belgien, Dänemark und Norwegen fliegen den Jet bereits, Polen hat kürzlich seine ersten Maschinen in Dienst gestellt. Finnland, Tschechien und die Schweiz haben ebenfalls bestellt – insgesamt planen mittlerweile 13 europäische Staaten mit dem Lockheed-Jet.

Für die Bundeswehr hat die Beschaffung einen klaren strategischen Kern: Die deutsche F-35A soll ab 2027 schrittweise den in die Jahre gekommenen Tornado ablösen und dessen zentrale Aufgabe übernehmen – die nukleare Teilhabe: Im Ernstfall müssten deutsche Piloten damit US-Atomwaffen ins Ziel fliegen, die am Standort Büchel lagern.

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