FREYJA kommt 2027 – Ukraine will Russlands Raketen selbst vom Himmel holen

„Staaten verlieren auf dem Schlachtfeld weitaus seltener Kriege als zehn Jahre vorher in Forschungsinstituten, Laboren und Produktionsstätten“, schrieb Fire Point-CEO Iryna Terekh auf einem sozialen Netzwerk. Ihr Rüstungsunternehmen gab jüngst mit einem Video (im Beitrag verlinkt) den erfolgreichen Testflug des FP-7.X-Flugkörpers bekannt. Diese soll den Grundstein für ein ukrainisches Luftverteidigungssystem legen, welches das US-amerikanische PATRIOT-System ersetzen könnte.

FREYJA: die jetzt getestete FP-7.X soll einmal gegen ballistische Raketen eingesetzt werden.
FREYJA: die jetzt getestete FP-7.X soll einmal gegen ballistische Raketen eingesetzt werden.
Fotos: Screenshots, Fire Point

„Ganz gleich, wie unrealistisch und ehrgeizig dieses Ziel heute klingen mag“, erklärte Terekh, „wir unternehmen alle möglichen und unmöglichen Anstrengungen, um es so schnell wie möglich zu verwirklichen, damit die Ukraine ihren Luftraum aus eigener Kraft schließen kann.“

Eine solche Anstrengung war der vollständig kontrollierte Manövrierflug der FP-7.X, welche die Grundlage für den künftigen Interceptor FREYJA für ballistische Raketen bilden soll. Das Ziel, bis 2027 eine eigene Raketenabwehrfähigkeit bereitzustellen, hatte Fire Point bereits im April angekündigt.

Ballistische Raketen – Unzureichende Luftverteidigung

Die Ukraine leidet unter einem anhaltenden Mangel an Patriot-Abfangraketen – nicht zuletzt aufgrund des US-Krieges gegen den Iran. Dabei sind PATRIOT-Systeme und ihre mehrere Millionen Dollar teuren Abfangraketen derzeit das primäre Mittel gegen ballistische Raketen aus Russland.

FREYJA als günstige Alternative

Fire Point positioniert das FREYJA-System als günstigere Alternative. Der Stückpreis soll unter einer Million Dollar liegen und ballistische Bedrohungen wie die russische Iskander-M nach dem Hit-to-Kill-Prinzip bekämpfen.

Laut Unternehmensangaben erreicht die FP-7.X Geschwindigkeiten von 1.500 bis 2.000 Metern pro Sekunde bei einer Länge von 7,25 und einem Durchmesser von 1,15 Metern. Als Reichweite geben die Ukrainer derzeit 200 Kilometer an.

Das Projekt verfolgt – trotz der oben genannten ukrainischen Urheberschaft – einen europäischen Ansatz. FREYJA soll bei Radarsystemen, Rechnerinfrastruktur und anderen für den Einsatz notwendigen Komponenten für diverse europäische Unternehmen kompatibel sein und sich in bestehende Luftverteidigungssysteme integrieren lassen.

„Jeder erfolgreiche Test einer neuen Rakete ist ein Schritt in Richtung unserer technologischen Souveränität“, schloss Terekh. „Schließlich hängt unsere wahre Unabhängigkeit unter anderem davon ab, ob wir in der Lage sind, kritische Technologien aus eigener Kraft zu entwickeln.“

Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwendete Schlagwörter

Ballistische RaketenEntwicklungFire PointInterceptorPatriotRaketenabwehrUkraine
Index