Firefly – Ukraine startet Serienproduktion von neuer Präzisionsmunition

Ein neue Gleitbombe soll ukrainische Bomberdrohnen noch treffsicherer machen. Firefly heißt die gelenkte Munition, die auch unter gegnerischem elektromagnetischem Störfeuer ihr Ziel treffen soll.

Firefly geht in Serie – auf dem Bild ist die neue gelenkte Munition an einer ukrainischen Bomberdrohne befestigt.
Firefly geht in Serie – auf dem Bild ist die neue gelenkte Munition an einer ukrainischen Bomberdrohne befestigt.
Foto: Verteidigungsministerium Ukraine

Das ukrainische Verteidigungsministerium hat mit Firefly eine neue Klasse gelenkter Munition entwickelt, die nach erfolgreichen Tests nun für die Serienfertigung freigegeben ist. Das System kann aus Höhen von bis zu 800 Metern zum Einsatz kommen. Nach dem Abwurf von einer Bomberdrohne berechnet es eigenständig seine Flugbahn und korrigiert diese bis zum Ziel.

Laut einer heute vom ukrainischen Verteidigungsministerium veröffentlichten Meldung, soll selbst unter dem Einfluss elektronischer Gegenmaßnahmen die Treffgenauigkeit erhalten bleiben. Damit lassen sich Befestigungsanlagen, Unterstände und andere geschützte Stellungen aus sicherer Distanz für den Trägerflieger bekämpfen. Erprobt wurde Firefly auf den wichtigsten ukrainischen Bomberdrohnen, wo sich das System laut Ministerium bereits bewährt hat.

Bomberdrohnen in der Ukraine

In der Ukraine kommt heute eine ganze Bandbreite an Bomberdrohnen zum Einsatz, deren Nutzlast und Reichweite je nach Modell stark variiert. Am bekanntesten ist der Hexacopter „Vampire“ (auch „Baba Yaga“ genannt) der Firma SkyFall. Ursprünglich für rund 20 Kilometer Reichweite ausgelegt, kann die Drohne heute Ziele in bis zu 60 Kilometer Entfernung erreichen, bei einer Nutzlast von über 15 Kilogramm. Die Bomberdrohne flog in diesem Jahr auch auf der ILA in Berlin (Defence Network berichtete).

Deutlich kleiner, dafür aber massenhaft im Einsatz, ist der Oktokopter „R18“ von Aerorozvidka, der Sprengladungen von bis zu fünf Kilogramm über eine Reichweite von rund vier Kilometern transportiert und diese aus einer Höhe von 100 bis 300 Metern zielgenau abwerfen kann. Im mittleren Segment positioniert sich die „Queen Hornet“ von Wild Hornets, die als vergrößerte FPV-Bomber-Version konzipiert wurde und bis zu 9,5 Kilogramm schwere Bomben über eine Distanz von rund 30 Kilometern tragen kann. Parallel dient sie auch als „Mutterschiff“ für kleinere Kamikaze-Drohnen sowie zum Verlegen von Minen und Nachschub.

Die präzisionsgelenkte Munition des Typs Firefly aus der Ukraine ist für den Einsatz durch Bomberdrohnen vorgesehen.
Die präzisionsgelenkte Munition des Typs Firefly aus der Ukraine ist für den Einsatz durch Bomberdrohnen vorgesehen.
Foto: Verteidigungsministerium Ukraine

Noch größer ist Kazhan, eine Bomberdrohne, die bis zu 20 Kilogramm schwere Bomben bis zu 25 Kilometer weit tragen kann. Insgesamt zeigt sich ein klarer Trend: Die ukrainischen Bomberdrohnen werden mit jeder neuen Generation leistungsfähiger, tragen mehr Sprengladung über größere Distanzen und sind zunehmend resistent gegen elektronische Kampfführung. Der große Vorteil von Bomberdrohnen: Im Gegensatz zu Einweg-Kamikazedrohnen oder Loitering Munition kommen diese Systeme zurück und können mit der nächsten Bombe – wie der neuen Firefly – aufmunitioniert werden.

Firefly geht in Serie

Den Weg zur Serienproduktion der Firefly ebnet eine Verordnung des ukrainischen Ministerkabinetts aus dem vergangenen Jahr. Sie erlaubt es dem Verteidigungsministerium, die Nutzungsrechte an der Technologie an private Rüstungsunternehmen weiterzugeben. Über die Initiative Brave1 können sich Unternehmen an der Skalierung beteiligen und die staatlich entwickelte Technologie in ihre eigene Produktion integrieren. Mit dieser Strategie will Kyjiw gezielt private Fertigungskapazitäten für die Massenproduktion neuer Waffensysteme mobilisieren.

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