IndustrieRüstung

Signifikant erhöhte Betriebssicherheit durch Panzerkabel

Wenn Datenleitungen unter extremen Bedingungen zuverlässig funktionieren müssen, taugen Kabel aus dem Baumarkt nicht viel. Sowohl Streitkräfte als auch Betreiber kritischer Infrastruktur setzen zunehmend auf stahlarmierte Glasfaserkabel. Das Dresdner Unternehmen Bildkraft bietet diese mit seinem Panzerkabel an. Es handelt sich um ein taktisches LWL-Kabel nach IP67-Standard.

Panzerkabel will sichere Hardware für den Datentransport bieten. Hier im Bild: ein armiertes HDMI-Kabel mit verschraubbaren Schutzabdeckungen aus Aluminium für die Stecker.
Panzerkabel will sichere Hardware für den Datentransport bieten. Hier im Bild: ein armiertes HDMI-Kabel mit verschraubbaren Schutzabdeckungen aus Aluminium für die Stecker.
Foto: Bildkraft

Bildkraft aus Dresden meldet eine deutlich anziehende Nachfrage aus Militär, Industrie und dem Bereich kritischer Infrastrukturen nach ultrarobusten, störungsresistenten Spezialkabeln. Dabei ist das Unternehmen gar kein klassischer Produzent, sondern Veranstaltungstechniker. Produktpräsentationen, Konzerte und Videoleinwände gehören zum täglichen Geschäft der Bildkraft.

Doch die Zeitenwende spiegelt sich auch in Branchen wider, bei denen man es nicht vermutet hätte. „Panzerkabel sind die Highend-Lösung für sicherheitskritische Szenarien mit langen Signalstrecken“, erläuterte Bildkraft-Geschäftsführer Jörg Heinze die Bedeutung seiner Produkte in der eigens gegründeten Marke PANZERKABEL. „Bei überschaubaren Mehrkosten gegenüber Standardkabeln bieten sie eine signifikant erhöhte Betriebssicherheit – ein Aspekt, der in Verteidigungs- und KRITIS-Anwendungen zunehmend den Ausschlag gibt.“

Das Segment mit den Kabeln wachse bei Bildkraft um etwa 30 Prozent pro Jahr, heißt es aus dem Unternehmen. Die Kunden kommen dabei nicht nur aus der Event-Branche, sondern mit deutlich steigendem Anteil aus Industrie- und Sicherheitsanwendungen. Diese Nachfrage führt wiederum zu einem erweiterten Angebot. So bietet das Unternehmen laut einer heute veröffentlichten Meldung jetzt auch ein wasserdichtes, taktisches LWL-Kabel nach IP67-Standard für den Einsatz unter Feldbedingungen an.

Eine mobile Kabeltrommel mit einem robusten, gepanzerten Lichtwellenleiter-Kabel (LWL) des Typs Panzerkabel LWL Pro.
Eine mobile Kabeltrommel mit einem robusten, gepanzerten Lichtwellenleiter-Kabel (LWL) des Typs Panzerkabel LWL Pro.
Foto: Bildkraft

Technisch handelt es sich um sogenannte AOC-Kabel (Active Optical Cable): In den Steckern an beiden Enden sitzen optische Transceiver, dazwischen liegt eine Glasfaserstrecke. Das reduziert die Signaldämpfung gegenüber klassischen Kupferleitungen erheblich und macht die Verbindung weitgehend unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen – ein Vorteil etwa in der Nähe von Sendeanlagen, Störsendern oder anderen elektronischen Kampfmitteln.

BeiPanzerkabel kommt ein mehrstufiger mechanischer Schutz aus Aramid- oder Kevlarfasern, einer Stahlummantelung und einer Außenhülle aus Silikon oder TPU hinzu. Jedes Kabel wird mit individuellem Prüfprotokoll ausgeliefert.

Nicht nur Drohnen bei Repmus

Bildkraft-Kabel finden sich heute in mehreren Leitzentralen von Wasserkraftwerken in Österreich, bei der Deutschen Welle und in einer nicht näher genannten KRITIS-Anwendung im Süden Deutschlands. Laut Unternehmen umfasste der letztgenannte etwa 40 Kabel mit einer Gesamtlänge von mehr als 14 Kilometern. Die neu entwickelten Kabeltypen sind inzwischen in die Serienfertigung übergegangen und fester Bestandteil des Panzerkabel-Sortiments.

In diesem Sommer lieferte Bildkraft Kabel für die militärische IT-Infrastruktur im Umfeld der NATO-Übung REPMUS an der portugiesischen Küste. Die im September laufende Veranstaltung zählt zu den größten NATO-Übungsformaten für unbemannte maritime (aber nicht nur maritime) Systeme und Kommunikationsinfrastruktur unter Einsatzbedingungen.

Streitkräfte als Panzerkabel-Kunde

Auch die Bundeswehr zählt zu den Abnehmer der Panzerkabel. Die deutschen Streitkräfte stellen hohe Anforderungen an Technologie, Informationssicherheit und Zuverlässigkeit. Ein Zuschlag in diesem Umfeld hat laut Bildkraft eine Bedeutung, die weit über den reinen Auftragswert hinausgeht. International hat auch die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) ein Auge auf die ostdeutschen Panzerkabel geworfen. Bildkraft hält einen NCAGE-Code sowie den Status NATO Tier 2.

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