Eurosatory 2026: Mehler zeigt aktiven C-UAV-Fahrzeugschutz

Mehler Protection zeigte auf der Eurosatory 2026 in Paris sein SCILT, ein aktives Counter-UAV System für den Nahbereich von Landfahrzeugen.

SCILT Senor und Abschussgerät von Mehler Protection.
SCILT Senor und Abschussgerät von Mehler Protection.
Foto: CPM / af

Laut Hersteller ist SCILT ist ein aktives Schutzsystem, das Kleindrohnen im Nah- und Nächstbereich zerstörend/kinteisch abwehrt. Sowohl Kamikaze-, FPV-Drohnen als auch Loitering Ammunition werden dabei mit kosteneffizienter Effektorik bekämpft. Auch Drohnen, die Landfahrzeuge aus kurzer Distanz und in flachen Anflugwinkeln angreifen. Das System wurde erstmals Anfang des Jahres auf der Enforce Tac 2026 in Nürnberg vorgestellt. Jetzt folgte die Präsentation in Paris vor einem größeren Publikum.

Unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAS) nähern sich zunehmend nicht mehr nur von oben. Stattdessen tauchen sie aus Gelände, Senken, Flanken und rückwärtigen Sektoren auf, erscheinen auf sehr kurze Distanz und lassen nur minimale Reaktionszeiten. Laut Mehler ist SCILT speziell darauf ausgelegt, diesen unmittelbaren Nahbereich abzudecken, in dem konventionelle mobile Flugabwehrsysteme und verbandsgebundene C-UAS-Lösungen bei Aufklärung und Wirkung an ihre Grenzen stoßen.

Dabei ist SCILT speziell als dedizierter letzter Schutz für einzelne Fahrzeuge konzipiert und schließt die Lücke zwischen grossskalibrigen mobilen Flugabwehrsystemen und passivem Fahrzeugschutz. Ausgelegt auf kleine Drohnen, darunter FPV-Drohnen, Kamikaze-Drohnen und Loitering Munition, wirkt das System im Nah- und Nächstbereich und ist darauf ausgelegt, sowohl Einzelziele als auch mehrere gleichzeitige Bedrohungen im unmittelbaren Gefahrenbereich zerstörend abzuwehren.

Dazu setzt Mehler auf eine geschichtete Verteidigungslogik und operatorzentriertes Design. Das System kombiniert Effektormodule, Sensoren und Bedienlogik direkt auf dem Fahrzeug und ermöglicht so die Wirksamkeit gegen Drohnen, die aus seitlichen und frontalen Richtungen sowie in flachen Anflugwinkeln herannahen. Sensorpakete können elektro‑optische und weitere Nahbereichsaufklärungssensoren umfassen, um Detektion und operatorische Entscheidungsfindung zu unterstützen. Kosteneffiziente Effektorlösungen ermöglichen einen skalierbaren Einsatz in unterschiedlichen Einsatzprofilen. Die angesprochene Kosteneffektivität wird durch die Nutzung ganz handelsüblicher Schrotmunition erreicht. Denn SCILT verschießt marktverfügbare Standard-Schrotmunition (z.B. Kaliber 12). Je nach Gefahrenlage und Szenario kommen dabei unterschiedliche Geschossarten zum Einsatz – von Munitionstypen mit reduziertem Gefährdungsbereich (Less-Lethal), Gummigeschossen bis hin zu panzerbrechenden Varianten oder splitterbildende Hartkern- und Wolframkarbid-Fragmenten. So kann sich der Bediener an die Zielanforderungen anpassen.

Bedienelement (links) und Abschussgerät (rechts). Das System kann voll autonom arbeiten, oder mit dem sogenannten Man-in-the-Loop.
Bedienelement (links) und Abschussgerät (rechts). Das System kann voll autonom arbeiten, oder mit dem sogenannten Man-in-the-Loop.
Foto: CPM / af

Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:

  • Schutz im Nah- und Nächstbereich gegen Drohnen
  • Sektorbasierte Konfiguration, sodass einzelne Richtungen in Abhängigkeit von Formation und Bewegung aktiviert oder deaktiviert werden können
  • Drei abgestufte Alarmstufen: Detektionsalarm, Annäherungsalarm und Auslösealarm
  • In der ersten Version arbeitet SCILT bewusst mit einer „Man-in-the-Loop“-Architektur. Eine weitergehende Automatisierung ist vorgesehen, sobald sich die Technologie, die Verfahren und die Zulassungsprozesse weiterentwickeln.

Mehler: SCILT kann flexibel jeder Plattform angepasst werden

Laut Hersteller ist SCILT skalierbar und kann so flexibel jeder Plattform nach optimal angepasst werden. SCILT kann sensorunterstützt durch Optronik, Radar oder Bilderkennung oder vollständig autonom betrieben werden.

SCILT wird über einen Fahrzeugdatenbus gesteuert und lässt sich in bestehende Fahrzeugarchitekturen integrieren. Wo entsprechende Schnittstellen nicht vorhanden sind, arbeitet das System als in sich geschlossenes Paket mit eigener Nahbereichsaufklärung und eigener Wirkungskette. Abgesetzte Bedien- und Anzeigeeinheiten können an mehreren Positionen im Fahrzeuginneren installiert werden.

Laut Mehler wiegt das 360°-Gesamtsystem zwischen 200 und 250 kg für ein Gefechtsfahrzeug wie ein BOXER oder TPz.

Das ist Paris gezeigt System ist speziell auf die Bedürfnisse von Landfahrzeugen hin angepasst. Mehler Protection bietet entsprechende Systeme aber auch für See- und Luftplattformen an. Bei SCILT Sea wird zum Schutz der Boote/Schiffe ein Autolader integriert. Und bei SCILT Air werden auch Manöver wie Fast Roping von Spezialkräfte gegen Drohnenangriffe geschützt.

 

Text: Redaktion / af

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