Neue Fähigkeit: Jetzt hat auch die Ukraine eine Gleitbombe

In ihrem Abwehrkampf gegen die russische Vollinvasion will die Ukraine eine weitere Fähigkeitslücke geschlossen haben. So verkündete Brave1 gestern, dass man nach 17 Monaten Entwicklungszeit eine selbst entwickelte gelenkte Gleitbombe fertiggestellt und einsatzreif getestet habe. Das ukrainische Verteidigungsministerium hat bereits eine erste experimentelle Charge beschafft.

Brave1 und das ukrainische Verteidigungsministerium verkündeten die erfolgreiche Entwicklung einer ukrainischen Gleitbombe.
Brave1 und das ukrainische Verteidigungsministerium verkündeten die erfolgreiche Entwicklung einer ukrainischen Gleitbombe.
Foto: Verteidigungsministerium Ukraine

Gleitbomben schafften es mehrfach in die Medien, als Russland seine Bestände aus alten Sowjetfliegerbomben mit Flügeln versah, um diese auch aus großer Entfernung abwerfen zu können. Klein, schnell und ohne eigenen Antrieb sind sie nur schwer zu entdecken und abzuwehren. Eine Herausforderung für die ukrainische Luftverteidigung.

Auch der Westen verfügt über den „Gleitbomben“ ähnliche Systeme. Bezeichnet werden sie als GBU – Guided Bomb Unit. Hierbei handelt es sich beispielsweise um lasergelenkte Fliegerbomben wie die bekannte GBU-57 der USA. Die Bundeswehr verfügt über die GBU-54 (bzw. GBU-38 ohne Lasersuchkopf) von Boeing mit einem 250 Kilogramm und einer angegebenen Reichweite von 24 Kilometern.

Ukrainische Gleitbombe mit 250-kg-Gefechtskopf

Das ist in etwa auch die Klasse, in der die Ukraine ihre Eigenentwicklung einordnet. Die namentlich nicht näher bestimmte Gleitbombe aus den Reihen von Brave1 soll ebenfalls über einen 250-kg-Gefechtskopf verfügen und eine Reichweite von „mehreren Dutzend Kilometern“ verfügen. So sollen die abwerfenden Kampfflugzeuge außer Reichweite der gegnerischen Fliegerabwehr bleiben.

Vergleichbare Dimension: Lasergestützte Präzisionswaffe Guided Bomb Unit 54 (GBU-54) der Bundeswehr.
Vergleichbare Dimension: Lasergestützte Präzisionswaffe Guided Bomb Unit 54 (GBU-54) der Bundeswehr.
Foto: Bundeswehr

„Die ukrainische Lenkbombe wird schon bald feindliche Ziele angreifen. Wir skalieren Lösungen, die die Reichweite erhöhen, die Präzision verbessern und die Regeln der modernen Kriegsführung verändern“, erklärte Mykhailo Fedorow, Verteidigungsminister der Ukraine.

Die Entwicklung der Gleitbombe dauerte nach Angaben des Ministeriums 17 Monate. Anders als bei vielen anderen Waffensystemen solle es sich nicht um eine Kopie westlicher oder sowjetischer Vorbilder handeln. Das Design der ukrainischen Gleitbombe soll vollständig an die Realitäten der modernen Kriegsführung angepasst worden sein.

Bombe in der Beschaffung

Das ukrainische Verteidigungsministerium hat bereits die erste experimentelle Charge dieser Gleitbomben beschafft. Ukrainische Piloten trainieren derzeit mit der neuen Waffe und üben entsprechende Kampfszenarien. Die Integration in die operativen Abläufe der ukrainischen Luftstreitkräfte soll systematisch ausgeweitet werden.

Verteidigungsminister Fedorow betont die strategische Bedeutung der Eigenentwicklung: „Die Ukraine vollzieht einen Wandel von importierten Einzellösungen hin zur Entwicklung eigener Hightech-Waffen, die die Fähigkeiten der Streitkräfte systematisch stärken und technologische Überlegenheit auf dem Schlachtfeld sichern.“ Die gelenkte Gleitbombe sei Teil dieser Strategie.

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Brave1DistanzwaffeFähigkeitGleitbombeUkraine
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