Bundeswehr schließt Rahmenvertrag zu IRIS-T

Die Bundeswehr erhält neue IRIS-T Lenkflugkörper kurzer Reichweite als Ersatz für das an die Ukraine abgegebene Material. Die „Infra Red Imaging System Tail“ (IRIS-T), wurden unter deutscher Leitung multinational entwickelt und sind seit 2005 bei der Bundeswehr als Standardbewaffnung für die Kampflugzeuge Eurofighter und Tornado im Einsatz.

Eurofighter mit IRIS-T (ganz außen unter dem Flügel, erkennbar am glasartig-aussehenden Infrarotsuchkopf).
Eurofighter mit IRIS-T (außen unter dem Flügel, erkennbar am glasartig-aussehenden Infrarotsuchkopf).
Foto: Bundeswehr/Christian Timmig

Die Ukraine nutzt den Lenkflugkörper allerdings nicht als Luft-Luft-Kampfmittel, sondern als Effektor im Luftverteidigungssystem IRIS-T SL (Surface Launched). Auch hierbei handelt es sich um eine deutsche Entwicklung, dessen ursprüngliches Ziel die Nutzung der Synergieeffekte zwischen Luftwaffe und Luftverteidigung war, um die Kosten im Friedensbetrieb zu reduzieren. So lassen sich die Lenkflugkörper nach deren Nutzungsdauerende in der Luftwaffe mittels einer Softwareanpassung von Bodenfahrzeugen verschießen, sie können also nach dem „Ablaufdatum“ umgewidmet und in der Luftverteidigung weitergenutzt werden.

Das von Diehl Defence entwickelte Ergebnis übertraf dann allerdings die Erwartungen. IRIS-T SL ist eines der modernsten und wirksamsten Luftverteidigungssysteme geworden und nicht nur – wie ursprünglich durch die in der Friedensdividende gebeutelte Bundeswehr geplant – eine Recycling-Notlösung. In der Ukraine rettet IRIS-T SL täglich Leben, die Zuverlässigkeit der Erkennung und Bekämpfung sucht ihresgleichen, die Reaktionsgeschwindigkeit ist zuverlässig hoch. Der Lenkflugkörper verfügt über einen Infrarotsuchkopf, der zwischen der Wärmequelle des Ziels und Infrarottäuschkörpern unterscheiden kann. Doch der Verbrauch an Lenkflugkörpern im Krieg ist groß. Zwei Versionen von IRIS-T SL sind schließlich aktuell in der Ukraine fast rund um die Uhr im Einsatz, drei IRIS-T SLM (mittlere Reichweite) und zwei IRIS-T SLS (kurze Reichweite), weitere Systeme sollen folgen.

Die dafür notwendigen Lenkflugkörper kamen zum Teil aus Industriebeständen, zum sehr großen Teil aber auch aus den Lagern der Bundeswehr. Heute schloss das BAAINBw also mit Diehl Defence eine Rahmenvereinbarung, die neben den Lenkflugkörpern für den Einsatz auch Lenkflugkörper für Testzwecke und Ausbildungsgerät beinhaltet. Zuvor hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages das Vorhaben gebilligt.

Finanziert wird die Beschaffung der knapp drei Meter langen Lenkflugkörper aus dem Ertüchtigungstitel im Einzelplan 60. Die ersten IRIS-T sollen 2026 geliefert werden, insgesamt hat die Rahmenvereinbarung eine Laufzeit bis 2030.

Dorothee Frank

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