Wie die kanadische Zeitung „The Globe and Mail“ heute berichtet, hat die kanadische Regierung sich für den Kauf von 12 U-Booten U212 CD beim deutschen Unternehmen TKMS entschieden. Das genaue Finanzvolumen der Beschaffung ist noch nicht bekannt, wird sich aber voraussichtlich zwischen 60 und 80 Milliarden Dollar bewegen. Das deutsche U-Boot-Konzept konnte sich damit gegenüber der Konkurrenz aus Südkorea durchsetzen.
„Die kanadische Regierung hat laut zwei Quellen das deutsche Unternehmen TKMS mit dem Bau einer U-Boot-Flotte für Kanada beauftragt“, lautete die heutige Meldung der Zeitung „The Globe and Mail“, die zu ihren Quellen weiter ausführt: „Die Zeitung ‚The Globe and Mail‘ nennt die Quellen nicht namentlich, da diese nicht befugt waren, sich öffentlich zu dieser Angelegenheit zu äußern.“
Insgesamt soll es sich bei dem Auftrag um den Bau und die Wartung bzw. stetige Modernisierung von 12 U-Booten des Typs U212 CD von TKMS handeln, so die kanadische Zeitung. Die kanadische Regierung werde diese Entscheidung zudem noch vor dem morgen beginnenden NATO-Gipfel in Ankara bekannt geben. Zuerst hatte in Deutschland die Bild über diese Beschaffungsentscheidung berichtet, sich dabei aber auch auf den Artikel von „The Globe and Mail“ bezogen.
Diese Entscheidung ist allerdings noch nicht als Vertrag zu werten, da jetzt erst die detaillierteren Verhandlungen – beispielsweise bezüglich Produktionslinien und Zuliefererketten – beginnen. Dennoch ist es der entscheidende Schritt und ein enormer Erfolg für den deutschen U-Boot-Bauer.
Die Fähigkeiten der U212 CD
Das im Bugbereich angeordnete Conformal Sonar Array der U212 CD verfügt über eine Ortungsfähigkeit, die vielen anderen U-Booten überlegen ist. Auch das Flank-Array besitzt eine bedeutend gesteigerte Leistungsfähigkeit als ältere Modelle, als Anhalt sei hier der Faktor zehn bei der Anzahl der akustischen Empfangskanäle genannt.
Die Notwendigkeit von verbesserten Stealth-Eigenschaften führten auch hinsichtlich der Schiffslinien zu einem neuartigen Design, um die Ortung des Bootes mit Aktivsonaren soweit wie möglich zu reduzieren. Der Anspruch an die eigenen Geräuschemissionen orientiert sich dabei an den U212A – und das bei gesteigerter Größe.
So liegt die Länge der U212 CD bei 73 Metern, die Verdrängung aufgetaucht bei ca. 2.500 t, getaucht bei ca. 2.800 t. Zum Vergleich: U212A besitzt bei einer Länge von 57 Metern eine Verdrängung von ca. 1.500 t (aufgetaucht) bzw. 1.800 t (getaucht).
Beschafft werden die U212 CD bereits von Norwegen und Deutschland, Kanada käme nun als dritte Nation hinzu.
Update am 6. Juli 2026, 22.59 Uhr:
Das BMVg hat mittlerweile die kanadische Entscheidung bestätigt. „Die kanadische Regierung hat sich für die Beschaffung des deutsch-norwegischen U-Bootes der Klasse 212CD (Common Design) entschieden„, so die Mitteilung aus dem BMVg, das weiter ausführt: „Kanada hat sich damit für ein hochmodernes und leistungsfähiges Produkt von TKMS sowie eine strategische Partnerschaft mit Deutschland und Norwegen entschieden. Gemeinsam können wir die weltweit größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte aufbauen. Die trilaterale Flotte wird bis zu 24 U-Boote umfassen. Alle drei Länder können sich auf vier Werften in der nördlichen Hemisphäre stützen und ein umfassendes Instandhaltungskonzept zum Erhalt der Einsatzbereitschaft nutzen. Deutschland, Norwegen und Kanada können Expertise und Erfahrungen austauschen, gemeinsam ausbilden und die U-Boote interoperabel weltweit einsetzen.„
Zudem legte das deutsche Verteidigungsministerium dar: „Welches Angebot wurde unterbreitet? Deutschland und Norwegen haben gemeinsam mit dem Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) Kanada im Rahmen des „Canadian Patrol Submarine Program“ (CPSP) ein Angebot für den Kauf von 12 U-Booten vom Typ 212CD von TKMS unterbreitet. Deutschland nutzt bereits U-Boote vom Typ 212A. Zusammen haben Deutschland und Norwegen bereits zwölf U-Boote 212CD bestellt. Das Angebot umfasste auch ein Wirtschaftspaket mit weitreichenden Investitionen, auch in die kanadische Wirtschaft sowie ergänzende Technologien wie Weltraumaufklärung, Künstliche Intelligenz und modernste Sensorik, die den Einsatz der U-Boote noch effektiver machen. Unser Angebot ermöglicht zudem den Erhalt und die Schaffung von Tausenden Arbeitsplätzen – über viele Jahre hinweg.“
Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!
Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:











