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Saab: Schweden bekommt unbemanntes U-Boot in Rekordzeit

Navid LinnemannNavid Linnemann

Weniger als zwölf Monate nach Vertragsabschluss schwimmt in Schweden ein Demonstrator, der zeigen soll, wie schnell Verteidigungstechnik heute entstehen kann. Saab, die Beschaffungsbehörde FMV und die schwedischen Streitkräfte haben ein großes unbemanntes Unterwasserfahrzeug zu Wasser gelassen. Das Large Uncrewed Underwater Vehicle (LUUV) soll von U-Booten aus eingesetzt werden.

Das unbemanntes Unterwasserfahrzeug (LUUV) von Saab soll von U-Booten aus eingesetzt werden.
Das unbemanntes Unterwasserfahrzeug (LUUV) von Saab soll von U-Booten aus eingesetzt werden.
Foto: Saab

Was vor einem Jahr als Konzept begann, ist heute ein voll funktionsfähiges Unterwasserfahrzeug: Das Large Uncrewed Underwater Vehicle (LUUV) – noch ohne eigenen Namen – hat seine Seeerprobung erfolgreich absolviert und damit die erste Projektphase abgeschlossen. In der nächsten Phase sollen laut einer aktuellen Meldung von Saab die möglichen Fähigkeiten der Plattform im Mittelpunkt stehen. Die Ergebnisse sollen dann in die Weiterentwicklung von Software, Sensorik und autonomen Funktionen einfließen.

Der LUUV-Demonstrator soll zudem helfen, zukünftige Unterwasserfähigkeiten zu entwickeln und zu bewerten. Eine wesentliche Idee hinter dem Konzept ist, dass unbemannte Unterwasserfahrzeug durch U-Booten ausbringen und aufnehmen zu können.

Möglich wurde das Tempo durch Saabs softwarezentrierten Ansatz und das Autonomiesystem „Autonomous Ocean Core“, das Über- und Unterwasserfahrzeugen autonome Fähigkeiten verleiht. Hinzu kommt schwedisches Know-how im U-Boot-Bau und in der Sensorintegration. Das Projekt baut auf früheren Investitionen und Arbeiten von Saab im Bereich autonomer Unterwassersysteme auf und wird inzwischen von der FMV in Zusammenarbeit mit den Streitkräften und Saab geleitet. Es liefert die Grundlage für Entscheidungen der schwedischen Behörden über Beschaffung und Einsatz solcher Systeme.

Saab, FMV und die schwedischen Streitkräfte stellen unbemanntes Unterwasserfahrzeug vor
Saab, FMV und die schwedischen Streitkräfte stellten unbemanntes Unterwasserfahrzeug vor.
Foto: Saab

Für Mats Wicksell, Chef des Saab-Geschäftsbereichs Naval, ist das Projekt ein Beweis für gelungene Zusammenarbeit: „Dieses Projekt zeigt, wie neue Technologien schnell in praktischen operativen Nutzen übersetzt werden können. Das unbemannte Unterwasserfahrzeug kann zu mehr Ausdauer, besserer Lageerkenntnis und gestärkten Unterwasserfähigkeiten beitragen. Dass wir das System in so kurzer Zeit entwickeln und testen konnten, zeigt die Stärke der Zusammenarbeit zwischen den schwedischen Streitkräften, der FMV und Saab.“

Sieben Meter Hightech für die Ostsee von Saab

Der Demonstrator ist rund sieben Meter lang, etwa 1,4 Meter breit und soll rund 6,5 Tonnen wiegen. Diese Angaben beziehen sich allerdings auf die Basisversion für Aufklärung und Überwachung. Die frühen Anforderungen der FMV sahen noch 6,5 Meter Länge, eine Höchstgeschwindigkeit von 14 Stundenkilometer und eine maximale Tauchtiefe von 500 Metern vor. Form und Größe sind auf den Missionsschacht der künftigen U-Boote der A-26-Klasse zugeschnitten, sodass das Fahrzeug von dort aus eingesetzt und wieder aufgenommen werden kann. Im Inneren bietet es laut Saab viel Platz für Rechenleistung und Nutzlasten, dazu einen Frachtraum mittschiffs mit Luke an der Unterseite. Über die Sensoren an Bord ist bisher nichts bekannt.

Der Auftrag der FMV hat einen Wert von 60 Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet rund 5,4 Millionen Euro. Bei Saab betrachtet man das LUUV auch als eine Option für Marinen ohne eigene U-Boote. Ein solches Fahrzeug könne Präsenz unter Wasser zu einem Bruchteil der Kosten eines bemannten Boots bieten. Wobei auch den Schweden klar sein sollte, dass zwischen den Fähigkeiten eines sieben Meter langen LUUVs und einem bemannten U-Boot deutliche Unterschiede liegen.

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