100 Abschüsse: Rheinmetalls Luftverteidigung im Iran-Krieg

Wie Rheinmetalls CEO Armin Papperger heute bei der Bilanzpressekonferenz ausführte, bewähren sich die Luftverteidigungssysteme von Rheinmetall, besonders jene zur Drohnenabwehr, aktuell im Nahen Osten. Explizit nannte Papperger die Oerlikon 35mm Zwillingskanone, die Millenium Gun und die Oerlikon 30mm Revolverkanone (Wirkmittel des deutschen Skyranger) als erfolgreich im Einsatz gegen iranische Drohnen.

Armin Papperger, CEO von Rheinmetall, erläutert den Einsatz der Luftverteidigungssysteme seines Unternehmens gegen iranische Drohnen im aktuellen Iran-Krieg.
Armin Papperger, CEO von Rheinmetall, erläutert den Einsatz der Luftverteidigungssysteme seines Unternehmens gegen iranische Drohnen im aktuellen Iran-Krieg.
Bilder und Grafiken: Rheinmetall, Screenshot: Defence Network

„Die Luftverteidigungssysteme von Rheinmetall sind deswegen so wichtig weil die Effektoren, die zum Schutz üblicherweise verschossen werden, sehr teuer sind“, erläutert Papperger und benennt als ihm bekannte Fakten aus dem aktuellen Iran-Krieg: „In den ersten 72 Stunden – und das ist der Verbrauch an Raketen – haben alleine die USA und ihre Verbündeten für vier Milliarden Dollar Effektoren verschossen.“

Dieser hohe Betrag läge darin begründet, dass die traditionellen Missiles als Effektoren zur Luftverteidigung sehr teuer seien. So koste ein Interceptor von Patriot durchaus zwischen zwei und drei Millionen Dollar, je nach Version.

Heutzutage sei allerdings nicht die Abwehr von ebenfalls sehr teuren und hochwertigen Lenkflugkörpern die Hauptaufgabe der Luftverteidigung, sondern die Abwehr von Drohnen. „Die Drohnen, die ja hauptsächlich heute der Aggressor sind, sind sehr günstig“, beschreibt Papperger. „Die kosten üblicherweise 20.000 oder 30.000, etwas höherwertigere vielleicht 50.000 Dollar.“

Bei den genannten und im Nahen Osten auch eingesetzten Systemen von Rheinmetall liege ein Schuss wiederum bei durchschnittlich um die 1.000 Dollar. Die Abwehr der Drohnen sei also „mit einer Größenordnung von drei, vier oder fünf Schuss“ realisierbar, wodurch „das Bekämpfen dieser Drohnen mit 5.000 Dollar möglich ist, statt mit ein oder zwei Millionen“. Papperger betont: „Es ist einfach viel zu teuer sie mit diesen teuren Flugabwehrraketen abzuschießen, wenn man zum Beispiel Drohnen auch mit unserem System abschießen kann.“

Rheinmetall: Günstige Luftverteidigung mit Airburst

Die Wirksamkeit der genannten Oerlikon 35mm Zwillingskanone, der Millenium Gun und der 30mm Oerlikon Revolverkanone, die im Nahen Osten zum Einsatz gegen iranische Drohnen kamen, liegen vor allem in der Airburst-Munition.

Diese Airburst-Munition streut bei der programmierbaren Detonation eine Wolke aus kleinen Wolfram-Elementen, sodass es keinen präzisen Treffer benötigt. Vielmehr fügen die vielen sich schnell ausbreitenden Kleinteile der Airburst den anfliegenden Systemen den eigentlichen Schaden zu. Durch diese Munition eignet sich beispielsweise das System Skyranger auch besonders zur Bekämpfung von Drohnenschwärmen, da die Splitterwolke, die sich mit mehreren Schüssen herstellen lässt, in der Luft eine undurchdringliche Wolke für die Kleindrohnen aufbaut.

Die 30mm-Revolverkanone erzielt eine Reichweite von bis zu drei Kilometern. Die Feuerrate liegt bei offiziell 1.250 Schuss pro Minute. Bei der 35mm-Version der Oerlikon liegt die maximale Reichweite sogar bei über vier km. Durch den Kalibersprung von 30mm auf 35mm lässt sich also eine Reichweitensteigerung von über einem Kilometer erzielen, dafür besitzt diese Kanone allerdings einen geringeren Output von bis zu 1.000 Schuss pro Minute.

Bedarf zur Drohnenabwehr im Nahen Osten

Diese Möglichkeiten der Systeme von Rheinmetall erregen natürlich aktuell die Aufmerksamkeit im gesamten Nahen Osten. „Übers Wochenende standen die Telefone nicht still, man will unsere Systeme haben“, sagt Papperger und führt weiter aus: „Ich kann Ihnen auch sagen – wir dürfen die Länder nicht nennen – aber es sind weit über 100 Drohnen mit unserem System abgeschossen worden, nur über das Wochenende in Middle East. Und es waren sogar auch Flieger dabei.“

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DrohnenabwehrEpic FuryIranSkyranger
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