Lionfish: U.S. Navy baut Bestellung für Unterwasserfahrzeug von HII aus

HII, ein weltweiter Anbieter autonomer, unbemannter maritimer Systeme, hat einen Auftrag für ein weiteres Produktionsjahr im Rahmen des offiziellen Beschaffungsprogramms der U.S. Navy für das unbemannte Unterwasserfahrzeug (SUUV) der nächsten Generation, Lionfish, erhalten. Dies gab das Unternehmen kürzlich bekannt.

Das unbemannte Unterwasserfahrzeug (SUUV) Lionfish.
Das unbemannte Unterwasserfahrzeug (SUUV) Lionfish.
Foto: HII

Lionfish basiert auf der kommerziellen REMUS-300-Plattform von HII, die ursprünglich im Rahmen einer Initiative zur schnellen Prototypenentwicklung (Rapid Prototyping) in Zusammenarbeit mit der U.S. Navy und der Defense Innovation Unit (DIU) entwickelt wurde.

Lionfish wurde für ein breites Spektrum an Unterwasserkampf-Missionen konzipiert und unterstützt Einsätze in den Bereichen Minenabwehr, Aufklärung und Überwachung (ISR), U-Boot-Jagd sowie elektronische Kampfführung.

Lionfish: Neuer Auftrag setzt positive Entwicklung des Programms fort

Der neue Auftrag für ein weiteres Produktionsjahr setzt die positive Entwicklung des Lionfish-Programms fort; bereits Ende 2025 wurde mit der Fertigstellung des 42. Lionfish-Fahrzeugs im HII-Werk in Pocasset ein wichtiger Produktionsmeilenstein erreicht. Das auf fünf Jahre angelegte Lionfish-Programm könnte auf bis zu 200 Fahrzeuge ausgeweitet werden, wobei der Gesamtauftragswert mehr als 347 Millionen US-Dollar beträgt, so das Unternehmen.

„Die Entscheidung, diese Option für ein weiteres Produktionsjahr des Lionfish-Programms zu nutzen, spiegelt das Vertrauen der U.S. Navy in die operative Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Anpassungsfähigkeit der Plattform wider“, sagte Duane Fotheringham, Präsident der Sparte „Unmanned Systems“ im Geschäftsbereich „Mission Technologies“ von HII. „Unser Team konzentriert sich weiterhin auf die Bereitstellung fortschrittlicher autonomer Systeme, die Seeleuten und Marineinfanteristen entscheidende Fähigkeiten für die Unterwasserkriegsführung an die Hand geben, um den sich wandelnden Einsatzanforderungen gerecht zu werden.“

Nach der Auswahl der REMUS-300-Plattform von HII für das Programm „Lionfish“ gilt dieses als das erste erfolgreiche Beispiel der U.S. Navy für den Übergang von einem Prototypenprojekt im Rahmen der „Other Transaction Authority“ (OTA) zur Serienproduktion. Damit wird die beschleunigte Nutzung kommerzieller Dual-Use-Technologien zur Unterstützung der operativen Fähigkeiten des US-Verteidigungsministeriums demonstriert. Zudem ist Lionfish das erste und einzige unbemannte Unterwasserfahrzeug, das derzeit für die U.S. Navy gefertigt wird und die geltenden Cybersicherheitsanforderungen erfüllt.

Die REMUS-300-Plattform ist ein modulares, auf offener Architektur basierendes unbemanntes Unterwasserfahrzeug (SUUV), das für eine hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedlichste Einsatzszenarien konzipiert wurde. Das Design mit offener Architektur ermöglicht die schnelle Integration von Nutzlasten sowie künftige Technologie-Upgrades; so können Anwender das System an sich wandelnde Einsatzanforderungen anpassen und gleichzeitig die Kosteneffizienz über den gesamten Lebenszyklus der Plattform wahren.

Die REMUS-Familie unbemannter Unterwasserfahrzeuge hat sich bei weltweiten Marineeinsätzen bewährt. HII hat mehr als 700 REMUS-Fahrzeuge an über 30 Länder ausgeliefert, darunter 14 NATO-Mitgliedsstaaten. Mehr als 90 Prozent der in den vergangenen 25 Jahren ausgelieferten REMUS-Systeme sind auch heute noch im aktiven Einsatz.

Ausweitung der Produktionskapazitäten

HII ist nach eigenen Angaben der größte US-amerikanische Militärschiffbauer. Um den Produktionsanforderungen für das U.S. Navy Projekt und anderen Kunden gerecht zu werden, ist Halimar Shipyard aus Morgan City, Louisiana, in das wachsenden Netzwerk strategischer Industriepartner des Unternehmens beigetreten. Diese Partner unterstützen ab sofort die Serienfertigung der ROMULUS-Familie von HII.

Dank ihrer umfassenden Erfahrung im Bau von Schiffen für den zivilen und behördlichen Sektor bringt Halimar hochqualifiziertes Personal, moderne Anlagen und bewährte Fertigungsverfahren ein, die die Serienproduktion der Plattform ROMULUS 151 direkt unterstützen werden.

Im Rahmen der Partnerschaft wird Halimar komplette ROMULUS-151-Schiffe bauen und die Serienfertigung in Zusammenarbeit mit Breaux Brothers Enterprises in Louisiana unterstützen, wo derzeit bereits fünf ROMULUS-151-Schiffe gefertigt werden.

Die Partnerschaft trägt dazu bei, die Produktionszeitpläne zu beschleunigen, die Kapazitäten zu erweitern und der wachsenden Nachfrage der US-Marine sowie verbündeter Seestreitkräfte nach autonomen, unbemannten maritimen Fähigkeiten zu entsprechen.

„Unsere Partnerschaft mit der Halimar Shipyard ist ein weiterer wichtiger Schritt beim Aufbau der industriellen Kapazitäten, die erforderlich sind, um autonome maritime Fähigkeiten in großem Maßstab bereitzustellen“, sagte Andy Green, Executive Vice President von HII und Präsident der Sparte Mission Technologies. „Die nachgewiesene Schiffbaukompetenz, die qualifizierte Belegschaft und der strategisch günstige Standort von Halimar an der Golfküste stärken unsere Fähigkeit, die Produktion zu beschleunigen, die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette zu verbessern und kosteneffiziente, einsatzbereite autonome Systeme zu liefern.“

Blick auf die Halimar Shipyards.
Blick auf die Halimar Shipyards.
Foto: HII

„Wir sind stolz darauf, im Rahmen des ROMULUS-Programms mit HII zusammenzuarbeiten und einen Beitrag zur Zukunft autonomer maritimer Einsätze zu leisten“, sagte William Hidalgo Jr., Executive Vice President und Chief Operating Officer der Halimar Shipyard. „Unser Team verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Bau hochwertiger Schiffe, und wir freuen uns darauf, dieses Fachwissen einzusetzen, um eine zuverlässige und skalierbare Produktionskapazität zu schaffen, die den sich wandelnden Einsatzanforderungen gerecht wird.“ Die Einbindung der Halimar-Werft bietet dem ROMULUS-Produktionsteam mehrere entscheidende Vorteile:

Skalierbare Fertigungskapazität: Die Anlagen von Halimar bilden eine etablierte und erweiterbare Produktionsbasis, die sowohl die Fertigung kompletter ROMULUS-151-Schiffe ermöglicht als auch eine Steigerung des Ausstoßes bei wachsender Nachfrage nach unbemannten Überwasserschiffen (USVs) erlaubt.

Langfristige strategische Partnerschaft: Als Kernmitglied des ROMULUS-Produktionsteams arbeitet Halimar eng an den Bereichen Schiffsbau, Fertigungsintegration und Produktionsbereitschaft mit, um die Bereitstellung einer kosteneffizienten, zuverlässigen und fertigungsgerechten autonomen maritimen Lösung zu unterstützen.

Die Ausweitung der Fertigungspräsenz von HII an der Golfküste stärkt die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette, erhöht die Kapazität für Auftragsspitzen und unterstützt die effiziente Einhaltung des ROMULUS-Produktionsplans durch die Nutzung mehrerer Fertigungsstandorte.

Die Partnerschaft mit der Halimar-Werft erweitert das Konzept der verteilten Fertigung von HII, bei dem spezialisierte Schiffbauer, Fertigungsbetriebe, Konstrukteure und Technologieanbieter zusammenarbeiten, um die Bereitstellung autonomer maritimer Fähigkeiten im großen Maßstab zu beschleunigen.

Durch die Zusammenarbeit mit Halimar, Breaux Brothers Enterprises, Bayou Metals und weiteren strategischen Partnern verkürzt HII die Durchlaufzeiten, optimiert die Fertigungsprozesse und treibt wichtige Baugruppenmontagen bereits vor der Endintegration voran. Dieser Ansatz steigert den Durchsatz, fördert eine konsistente, reproduzierbare Produktion und ermöglicht die effiziente Serienfertigung von ROMULUS-Schiffen an mehreren Werftstandorten.

Das ROMULUS-Programm profitiert zudem von der Expertise international anerkannter Design- und Ingenieurpartner, wie etwa dem in Sydney ansässigen Unternehmen Incat Crowther. Die Einbindung von Incat Crowther in die ROMULUS-Initiative veranschaulicht, wie bewährte internationale Partner das globale Verteidigungsökosystem durch leistungsstarkes Schiffsdesign, agile Ingenieursarbeit und regionales Fachwissen stärken. Ihre Beiträge stellen sicher, dass ROMULUS-Plattformen fortschrittliche Einsatzfähigkeiten mit Fertigungsfreundlichkeit, Skalierbarkeit und Effizienz über den gesamten Lebenszyklus hinweg vereinen.

Insgesamt stärken diese Maßnahmen die industrielle Basis des US-Schiffbaus, indem sie regionale Fertigungskapazitäten ausbauen, neue Möglichkeiten für den Aufbau und Erhalt qualifizierter Arbeitskräfte schaffen und ein widerstandsfähiges Produktionsnetzwerk etablieren, das den künftigen Anforderungen an autonome Flotten gerecht wird.

ROMULUS USV: Konzipiert für Skalierbarkeit und Einsatzflexibilität

ROMULUS ist eine modulare Familie KI-gestützter unbemannter Überwasserschiffe, die für ein breites Spektrum an Missionen entwickelt wurden. Dazu gehören Aufklärung und Überwachung (ISR), Minenabwehr, Angriffsoperationen, Abwehr unbemannter Systeme sowie das Aussetzen und Einholen unbemannter Unterwasser- und Luftfahrzeuge. Für die serielle, reproduzierbare Fertigung konzipiert, vereint ROMULUS Langlebigkeit, weltweite Verfügbarkeit und modulare Anpassungsfähigkeit.

 

Text: Redaktion / af

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