Mit einem Volumen von 11,9 Milliarden Dollar hat das Außenministerium der USA gestern den Verkauf eines hochmodernen Integrierten Kampfsystems (ICS) an Deutschland genehmigt. Das System soll als Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES) auf den neuen F127-Luftverteidigungsfregatten der Bundeswehr installiert werden. Lesen Sie hier, mit welchen Komponenten von US-Firmen wie Lockheed Martin und RTX die deutsche Marinemodernisierung ermöglicht werden soll.
Das US State Department teilte in einer ausführlichen Mitteilung die Billigung des Verkaufs eines umfassenden Integrierten Kampfsystems (Integrated Combat System, ICS) an Deutschland mit. Hauptauftragnehmer für das ca. 10,1 Milliarden Euro schwere Beschaffungsprojekt FüWES sind die Unternehmen Lockheed Martin und RTX Raytheon Technologies.
Die finanziellen Mittel aus Deutschland waren bereits im November 2025 bewilligt worden (Defence Network berichtete). Die jetzt erfolgte Genehmigung betrifft die Ausrüstung für die künftigen F127-Luftverteidigungsfregatten der Bundeswehr. Die Lieferungen sollen in den kommenden Jahren erfolgen und die Einsatzbereitschaft der deutschen Marine erheblich modernisieren.
Umfangreiche Systemausstattung
Das Paket umfasst unter anderem folgende Komponenten für insgesamt acht Fregatten:
- 8x AEGIS Integrated Combat System (ICS) MK 6 MOD X – Führungs- und Gefechtsleitsystem
- 8x AN/SPY-6(V)1 Active Electronically Scanned Array S-Band Radarsätze – Luftwarnradar
- 8x MK 41 Baseline VIII Vertical Launch Systems – Senkrechtstartsysteme für Flugkörper
- 8x Cooperative Engagement Capability – Datenverbundsystem
- 8x GPS-basierte Positionierungs- und Navigationssysteme
- 9x Command and Control Prozessoren
- 10x Multifunctional Information Distribution Systems on Ship Modernization
- 8x AN/SPQ-9B Radarsätze – Feuerleitradare
- 8x AN/WSN-12 Inertial Navigation Systems
- 3x AN/SLQ-32(V)6 Elektronische Kampfführungssysteme
- Feuerleitsysteme, Verschlüsselungsmodule und zusätzliche Sensorik
Der Kauf des Systems macht Deutschland zum ersten internationalen Kunden des neuen SPY-6-Radars von Raytheon und integriert die Bundeswehr vollständig in die globale AEGIS-Flotte der NATO.
Das Führungssystem AEGIS – Herzstück der F127
Das AEGIS Integrated Combat System dient als zentrales Führungs- und Gefechtsleitsystem der zukünftigen F127-Fregatten. Das ICS nutzt eine digitale Infrastruktur, die das gesamte Ökosystem umfasst und künstliche Intelligenz (KI), DevSecOps und modellbasiertes Engineering nutzt, um neue Aktualisierungen und Cybersicherheitsaspekte vom Anfang des Entwicklungszyklus bis zur Dauerhaftigkeit zu verwalten.
Das System integriert dazu alle Sensoren, Informationssysteme und Waffensysteme des Schiffes zu einem einheitlichen Netzwerk. Dies soll es den Besatzungen ermöglichen, in Echtzeit Bedrohungen zu erkennen, Entscheidungen zu treffen und Waffensysteme präzise einzusetzen – alles mit Unterstützung künstlicher Intelligenz und automatisierter Prozesse.
Das System erlaubt es laut Hersteller zudem, auch zukünftige Fähigkeiten über Software-Updates bereitzustellen, statt auf teure Hardware-Aufrüstungen angewiesen zu sein.
Moderne Luftverteidigungsfregatte für die 2030er Jahre
Die neuen F127-Fregatten sollen durch das ICS zu modernen Mehrzweckschiffen mit erweiterten Fähigkeiten zur Luftverteidigung, ballistischen Raketenabwehr und potenzieller Abwehr von Hyperschallwaffen werden.
Durch die Freigabe des Rüstungsdeals könnte Deutschland eine der stärksten Marinen in Europa werden. Der deutsche Schiffsbauer TKMS soll ab den 2030er Jahren acht Schiffe der F127 ins Wasser bringen und dabei die älteren Sachsen-Klasse-Fregatten ablösen.
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