Bundeswehr verlegt in die Türkei – NATO-Luftverteidigung mit deutscher PATRIOT-Einheit

Auf die Flugabwehrraketentruppe ist Verlass“, stellte Bundesminister der Verteidigung, Boris Pistorius, heute fest, als er deren Einsatz in die Türkei verkündete. Ab Ende Juni sollen 150 deutsche Soldatinnen und Soldaten mit einer PATRIOT-Feuereinheit die NATO-Luftverteidigung an der Südostflanke verstärken. Zuletzt war Anatolien mehrfach auch Ziel iranischer Raketen geworden.

NATO-Luftverteidigung: Flugabwehrraketensystem des Typs Patriot 2015 im Einsatz bei Active Fence Turkey in Kahramanmaras. Bundewehr/AF Turkey 2015
Flugabwehrraketensystem des Typs Patriot 2015 im Einsatz bei Active Fence Turkey in Kahramanmaras.
Foto: Bundewehr / AF Turkey 2015

„Deutschland übernimmt mehr Verantwortung innerhalb der NATO“, erklärte Pistorius den eigenen Beitrag für die NATO-Luftverteidigung. Neben der Ostflanke und dem hohen Norden kommt mit der Türkei nun ein weiterer Standort hinzu – wenn auch nur für wenige Wochen. Geplant ist, dass die Bundeswehr ab Ende Juni bis September 2026 mit einer PATRIOT Air and Missile Defence Task Force (AMD TF) die integrierte NATO-Luftverteidigung unterstützen und US-Truppen ablösen soll.

Die PATRIOT-Feuereinheit sowie rund 150 deutsche Soldatinnen und Soldaten werden aus dem Husumer Flugabwehrraketengeschwader 1 in die Türkei verlegt. Das Material einer „PATRIOT-Kampfstaffel“ der Flugabwehrraketentruppe besteht aus einem Feuerleitstand, einem Multifunktionsradargerät, bis zu acht Startgeräten, einer Stromversorgungsanlage sowie einem Richtfunktrupp mit Antennenmastanlage.

Es ist nicht das erste Mal, dass die deutsche Luftwaffe den NATO-Luftraum aus der Türkei heraus schützt. Von 2013 bis 2015 waren deutsche PATRIOT-Einheiten im Rahmen der NATO-Operation „Active Fence“ (AFTUR) im türkischen Kahramanmaras stationiert, nah an der syrischen Grenze.

PATRIOT international gefragt – NATO-Luftverteidigung

Deutsche Luftverteidigung ist international stark nachgefragt, betonte Pistorius: „Im letzten Jahr waren die Soldatinnen und Soldaten noch in Polen eingesetzt und haben dort den NATO-Logistikknotenpunkt in Rzeszów geschützt.“ Zuvor waren deutsche PATRIOTs in der Slowakei (2022/2023), in Polen (2023) sowie beim Schutz des NATO-Gipfels in Litauen (2023) eingebunden.

Sonnenaufgang über der Patriot-Feuerstellung des deutschen Einsatzkontingents der Air and Missile Defence Task Force (AMD TF) der enhanced Vigilance Activities (eVA) in Zamość/Polen.
Sonnenaufgang über der Patriot-Feuerstellung des deutschen Einsatzkontingents der Air and Missile Defence Task Force (AMD TF) der enhanced Vigilance Activities (eVA) in Zamość/Polen.
Foto: Bundeswehr

Dabei ist besonders in der Türkei eine Bedrohung aus der Luft real: Der von den USA und Israel im Iran begonnene Krieg hatte zur Folge, dass iranische Raketen auch auf NATO-Luftraum gefeuert wurden. Das Bündnis hatte daraufhin die NATO-Ballistic Missile Defence in der Türkei durch zusätzliche US-Kräfte verstärkt.

Der deutsche Beitrag für die NATO-Luftverteidigung soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums in die NATO-Integrated Air- and Missile Defence (NATO IAMD) eingebunden werden. Deutsche Soldatinnen und Soldaten sollen im Sommer mit türkischen und US-amerikanischen Partnern zusammenarbeiten. „Mit ihrer Professionalität werden sie einen wichtigen Beitrag für den Schutz des NATO-Luftraums leisten“, war sich Pistorius heute sicher. „Auf die Flugabwehrraketentruppe ist Verlass.“

Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwendete Schlagwörter

bodengebundene LuftverteidigungBoris PistoriusNATONATO-LuftverteigungPatriotTürkei