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SAHA: MERKÜT – Kamikazedrohne aus der Türkei kommt in Massen

Auf der SAHA 2026 präsentierte SAVX – ein Tochterunternehmen von Titra – den Kamikaze-Quadrokopter MERKÜT. Die FPV-Kamikazedrohne ist in drei Ausführungen erhältlich und für den Einsatz von Drohnenmutterschiffen konzipiert. In Istanbul gezeigt wurde dazu der unbemannte Hubschrauber Alpine, der acht MERKÜT ins Gefecht tragen kann.

MERKÜT von SAVX/Titra auf der SAHA in Istanbul.
MERKÜT von SAVX/Titra auf der SAHA in Istanbul.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Titra verfügt über ein Portfolio mehrerer kleiner bis mittelgroßer Drohnen und Loitering Munition, die auf der SAHA gezeigt wurden. Neu in der Auswahl ist eine Familie aus Quadrocoptern, die mit ihrem oberhalb angebrachten Sprengkopf und den Sensorlinsen an Spinnen erinnern. Der Name MERKÜT ist allerdings der türkischen Mythologie entlehnt und bezeichnet einen Vogel, der unartige Kinder erschreckt.

MERKÜT wurde von Titras Tochterunternehmen SAVX entwickelt und stellt eine FPV-Kamikaze-Drohne dar, die sowohl mit elektro-optischer als auch thermaler Sensorik erhältlich ist. Zudem gibt es die MERKÜT auch kabelgebunden. Laut Hersteller sollen die Drohnen tageszeit- und wetterunabhängig eingesetzt werden können.

Kompaktes System für große Wirkung

Die MERKÜT ist als Drohne First-Person-View-Drohne konzipiert und wurde speziell für asymmetrische Bedrohungen und moderne Gefechtsfelder entwickelt. Mit einem Startgewicht von 2,5 Kilogramm ist das System auch ohne Sprengkopf allerdings schwerer, als andere Quadrocopter vergleichbarer Größe. Laut SAVX soll die MERKÜT sowohl von Einzelkämpfern als auch von Trupps eingesetzt werden können.

Für FPV-Drohnen wie die türksiche MERKÜT gilt: Sie kommen in Massen – auch beim Transport.
Für FPV-Drohnen wie die türksiche MERKÜT gilt: Sie kommen in Massen – auch beim Transport.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Die Drohne verfügt über Tag- und Nachtsichtfähigkeit durch austauschbare elektro-optische (EO) oder Wärmebildkameras (IR), was Einsätze rund um die Uhr ermöglicht.

Bemerkenswert ist das intelligente Zündsystem: Ein einstellbarer Annäherungssensor erlaubt die Detonation in 0,5 bis 12 Metern Entfernung vom Ziel. Diese Flexibilität soll laut Hersteller die Splitterwirkung der 1.000 Stahlkügelchen mit je drei Millimeter Durchmesser optimieren, die in einem Radius von bis zu 20 Metern wirken sollen.

Technische Daten MERKÜT

  • Gewicht: 2,5 kg
  • Max. Abfluggewicht: 4 kg
  • Reichweite: 10 km
  • Flugdauer: 20 Minuten (mit Gefechtskopf) / 30 Minuten (ohne Nutzlast)
  • Reisegeschwindigkeit: 110 km/h
  • Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
  • Kamera: Digital/Analog, EO/IR
  • Antipersonen-Gefechtskopf: 1.000 x 3mm Stahlkugeln, gerichtete Splitterwirkung
  • Effektradius: 20 Meter
  • Auslöser: Aufprall oder Manuell

KI-gestützte Zielerfassung und autonome Verfolgung

Ein Schlüsselmerkmal der MERKÜT ist ihre visuell gestützte Zielerfassung mit KI-Unterstützung. Der Operator kann Ziele manuell auswählen oder die automatische Zielerkennung nutzen. Nach erfolgter Zielverriegelung (Lock-on) verfolgt die Drohne das Ziel autonom weiter, ähnlich der Follow-Me-Funktion wie sie von zivilen Unterhaltungsdrohnen bekannt ist.

MERKÜT kann sowohl mit elektro-optischer als auch Infrarot-Kamera ausgestattet werden.
MERKÜT kann sowohl mit elektro-optischer als auch Infrarot-Kamera ausgestattet werden.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Das System überträgt hochauflösende Live-Bilder über Distanzen von bis zu zehn Kilometern und ermöglicht dem Operator, auch während des Anflugs das Ziel zu wechseln oder die Detonationsentfernung anzupassen. Die modulare Bauweise erlaubt schnelle Anpassungen an unterschiedliche Missionsprofile – von Aufklärung über Überwachung bis zum präzisen Angriff.

Taktische Flexibilität durch Drohnenmutterschiffe

Auf der SAHA ist die MERKÜT nicht nur am Stand von Titra und SAVX zu sehen, sondern auch bei anderen Anbietern von Flug- und Überwasserdrohnen. Dargestellt wird stets, dass sich die Kamikaze-Quadrokopter besonders für den Einsatz via Drohnenmutterschiff eignen sollen, um an weiter entfernten Orten zum Einsatz zu kommen.

Am Stand von Titra selbst waren acht MERKÜT in Kombination mit dem unbemannten Hubschrauber Alpine (ebenfalls von Titra) zu sehen.

Der Alpine von Titra ist ein unbemanntes System, welches auch als Drohnenmutterschiff eingesetzt werden kann.
Der Alpine von Titra ist ein unbemanntes System, welches auch als Drohnenmutterschiff eingesetzt werden kann.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Während die MERKÜT selbst eine Reichweite von zehn Kilometern hat, kann der unbemannte Hubschrauber sie deutlich näher an die Frontlinie oder sogar hinter feindliche Linien transportieren, bevor die Kamikaze-Quadrocopter selbst gestartet werden.

Neben dem Alpine wurde auf der Messe auch der ZD300 von Zyrone Dynamics gezeigt, der sechs MERKÜT-Drohnen transportieren kann.

MERKÜT bereits unter Vertrag

Die türkische Firma Pasifik Teknoloji, das Mutterhaus von Titra, kündigte bereits einen Rahmenvertrag über 100.000 MERKÜT-Systeme sowie zehn Alpine-Hubschrauber an ein verbündetes Land an.

Auch auf der SAHA: die ZD300 von Zyrone Dynamics mit sechs MERKÜT-Drohnen.
Auch auf der SAHA: die ZD300 von Zyrone Dynamics mit sechs MERKÜT-Drohnen.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Die Kombination aus massenproduzierbaren, kostengünstigen FPV-Drohnen und unbemannten Trägersystemen wird das aus dem Krieg in der Ukraine bereits bekannte „Frontband“ zukünftig noch einmal vergrößern. Die MERKÜT verkörpert in Kombination mit den möglichen Mutterdrohnen genau diesen Paradigmenwechsel.

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