Hochrangige Vertreter der israelischen Verteidigungsindustrie versuchen erneut, das Verteidigungsministerium davon zu überzeugen, die Beschränkungen für den Export bestimmter Verteidigungssysteme weiter zu lockern. Der Hauptgrund dafür ist die wachsende Konkurrenz durch die türkische Verteidigungsindustrie, die nach einer „Open-Market“-Politik handelt.
Die türkische Verteidigungsindustrie genießt bereits erhebliche Freiheiten beim Export an eine breite Palette von Kunden. Die Verkäufe erreichten 2024 mehr als 180 Länder und ein Volumen von 7,1 Milliarden US-Dollar, womit die Türkei zum elftgrößten Waffenexporteur der Welt wurde. Diese Flexibilität – bedingt durch geringere politische Einschränkungen im Vergleich zu Israels strenger Liste „zugelassener Länder“ und der Kontrolle der Endnutzer – ermöglicht es der Türkei, aggressiv in Märkten zu konkurrieren, die sensibel auf westliche Embargos oder Menschenrechtsbedenken reagieren.
Die Türkei setzt sich aktiv für die Aufhebung aller Exportbeschränkungen ein und ermöglicht dadurch den Verkauf von UAVs an mehr als 31 Streitkräfte sowie von gepanzerten Fahrzeugen und anderen Systemen an unterschiedlichste Käufer, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Pakistan, Katar sowie afrikanische und europäische Staaten. Jüngste Veranstaltungen wie die SAHA 2026 führten zu Exportabschlüssen im Wert von 6 Milliarden US-Dollar und unterstreichen den weltweiten Status der Türkei als „vertrauenswürdiger“ Anbieter mit minimalen Hürden. Anders als Israel sieht sich die Türkei keinen formellen Verboten für Verkäufe an nichtwestliche oder an sanktionsnahe Märkte gegenüber, was durch kostengünstige und kampferprobte Technologien zu höheren Verkaufszahlen beiträgt.
Waffenexporte aus Israel auf 110 Länder beschränkt
Israel hingegen hält über die Defense Export Control Agency (DECA) an strengen Kontrollen fest. Marketing und Verkauf sind auf etwa 110 „zugelassene Länder“ mit stabilen Regierungen und ohne feindliche Beziehungen beschränkt; sämtliche Aktivitäten bedürfen einer Genehmigung. Reformen in den Jahren 2025–2026 sollen zwar die Lizenzvergabe erleichtern und Ausnahmen erweitern, doch die grundlegenden Einschränkungen bleiben bestehen, um eine Weitergabe von Technologie zu verhindern – insbesondere vor dem Hintergrund internationaler Waffenembargos nach den Konflikten seit 2023. Dies erschwert den Zugang zu bestimmten aufstrebenden Märkten, in denen Käufer eine genaue Überprüfung vermeiden wollen.
Eine hochrangige israelische Quelle aus der Verteidigungsindustrie, die unter der Bedingung der Anonymität mit CPM sprach, sagte, dass israelische Systeme zwar das Label „Combat Proven“ tragen, viele potenzielle Kunden jedoch vor allem auf Preis und Verfügbarkeit achten.
Die Quelle erklärte, das israelische Verteidigungsministerium müsse die neue Realität auf dem Markt für militärische Systeme erkennen: „Die Bürokratie im Zusammenhang mit dem Export israelischer Systeme führt potenzielle Kunden manchmal dazu, ihren Bedarf in anderen Ländern zu decken – und die Türkei ist dafür ein gutes Beispiel.“
Die israelische Politik für Verteidigungsexporte sei in den vergangenen Jahren zwar gelockert worden, doch laut der Quelle reiche das noch nicht aus.
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