Russlands brutaler Angriffskrieg gegen die Ukraine fordert vor allem auf russischer Seite die größten Opfer. Der 17. Dezember 2025 war dabei besonders blutig, die gemeldeten russischen Verluste (Verwundete, Gefallene, Kriegsgefangene) allein dieses Tages beliefen sich auf 1.730 Menschen. Auch wenn dieser Tag die Ausnahme darstellt, pendeln sich die russischen Verluste seit Monaten bei um die Tausend pro Tag ein, was in etwa einem Regiment, geführt durch einen Oberst, westlicher Streitkräfte entspricht.
Im Dezember 2025 gab es nur vereinzelt Tage, an denen die russischen Verluste bei unter 1.000 Soldaten pro Tag lagen. Dies ist vor allem dem Winterkampf geschuldet. Denn durch den Einsatz der Drohnen verschieben sich militärische Operationen auf Tage mit Nebel und diesigem Wetter, das die Optiken der unbemannten Systeme und deren Steuerung durch Piloten behindert. Bei den billig produzierten Massendrohnen müssen schließlich einfache Kameras, bei den etwas teureren Systemen Nachtsichtkameras, als Augen der ukrainischen Drohnenpiloten ausreichen. Dies wiederum bedeutet allerdings, dass Nebel einen effektiven Schutz gegen die unbemannten Systeme darstellt.
Dies ist allerdings nur ein Grund für die stetig steigenden Verluste. Ein weiterer ist, dass die russische Wirtschaft und Bevölkerung bereits massiv leiden, weshalb Wladimir Putin die Entscheidung suchen muss und hierfür aktuell vermehrt Soldaten in das Gefecht schickt, um die Ukraine mit der schieren Masse an angreifenden Menschen und Systemen zu überwinden. Während Russlands Verluste in den Sommermonaten zwischen 800 und 900 Soldaten pro Tag lagen, stiegen sie in den Herbst- und Wintermonaten auf im Schnitt über 1.000 pro Tag.
Wobei sich die oftmals auch in militärischen Kreisen aufgestellte Theorie, dass Russland nur schlecht ausgebildete Soldaten ohne wirkliches Training und Equipment an die Front schicke und die tatsächlichen Truppen für den finalen Schlag zurückhalte, nicht mit den tatsächlichen Zahlen decken.
Panzer-Produktion für die Front
Eine dieser verbreiteten Theorien besagt beispielsweise, dass Russland eine gut ausgebildete und ausgestattete Panzertruppe für den finalen Angriff aufstelle, während an der Front nur minderwertiges Material verschlissen werde. Als Beispiel wird dann die aktuelle Produktionsrate von – je nach Quelle – 100 bis 130 Panzern pro Monat aufgeführt.
Auch wenn diese Zahl sicherlich sehr groß ist, deckt sie doch gerade einmal die russischen Verluste. Diese beliefen sich im Dezember 2025 (Stand bis 30. Dezember 2025) auf 91 Panzer. Hinzu kamen 849 Artilleriesysteme und 30 von der Ukraine als „Multiple Launch Rocket System (MLRS)“ bezeichnete Mehrfachraketenwerfer. Nicht zu vergessen die Verluste von 34.050 Menschen, meist jung und männlich.
Der Blutzoll Russlands
Das durch den Einsatz der Drohnen gläsern gemachte Gefechtsfeld erlaubt den ukrainischen Streitkräften dabei die tatsächliche Erfassung der erfolgreich bekämpften gegnerischen Waffensysteme und Soldaten. In der Army+ App tragen die Einheiten ihre Erfolge und die Belege dafür ein, die Videos der Drohnen kurz vor und während des Impacts dienen als Beweis.
Die Erfassung und Kontrolle dieser Belege ist wiederum wichtig, da erfolgreiche Einheiten mehr und bessere Ausrüstung erhalten. Wer viele Ziele zerstört, wer im Krieg erfolgreich ist, erhält mehr Punkte, für die dann im Marketplace Drohnen und andere Systeme bzw. Ausrüstung beschafft werden können (wir berichteten).
Die Zahlen aus den ukrainischen Streitkräften sind also als zuverlässig anzusehen und zeigen, welchen Blutzoll Russlands Bürger für die Ambitionen ihres Diktators zahlen müssen. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine belaufen sich die russischen Verluste schließlich bereits auf 1,207 Millionen Soldaten. Es wurden im Krieg unter anderem 11.477 russische Panzer, 35.589 Artilleriesysteme und 1.582 MLRS zerstört.
Was diese Zahlen bedeuten wird deutlich, wenn man sie mit der Größe der russischen Streitkräfte im Jahr 2021, also vor der Invasion der Ukraine, vergleicht. Damals verfügte Russland insgesamt nur über rund 900.000 Soldaten, das Heer – das im Krieg die mit Abstand meisten Verluste zu verzeichnen hat – verfügte über etwa 550.000 Soldaten. Hinzu kamen vor der Invasion an vorhandenen Waffensystemen (Quellen: Military Balance 2022) 2.927 Kampfpanzer und 5.180 Schützenpanzer – in Depots befanden sich ca. weitere 10.200 Kampfpanzer und 8.500 Schützenpanzer in unterschiedlicher Qualität – sowie 2.118 Artilleriesysteme (im Depot: 16.675) und 1.056 MLRS (im Depot: 3.220).
Diese Zahlen zeigen, dass Russland im Krieg mit der Ukraine bisher mehr als das Äquivalent seines gesamten Vorkriegsheeres verloren hat. Auch an Weihnachten stoppten die Kriegshandlungen übrigens nicht, die russischen Verluste beliefen sich am 24. Dezember 2025 auf 10.090 Soldaten, drei Panzer, drei MLRS und 45 Artilleriesysteme.
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