Yamaha Ténéré 700 – Neues Einsatzmotorrad für die Bundeswehr

Die Bundeswehr setzt bei ihren Kradmeldern auf die Yamaha Ténéré 700 – die ersten Exemplare befinden sich seit Anfang Februar in der Truppe. Die neue Maschine soll die bisher eingesetzten BMW F 850 GS ersetzen und bietet eine bessere Geländetauglichkeit. Mit moderner Technik, reduziertem Gewicht und verbesserten Fahreigenschaften soll sie besonderen Anforderungen gerecht werden.

Angekommen in der Truppe: In Kümmersbruck wird bereits die Ausbildung mit der Yamaha Ténéré 700, dem neuen geländegängigen Motorrad der Bundeswehr, vorbereitet.
Angekommen in der Truppe: In Kümmersbruck wird bereits die Ausbildung mit der Yamaha Ténéré 700, dem neuen geländegängigen Motorrad der Bundeswehr, vorbereitet.
Foto: Bundeswehr / Katharina Waier

Seit Jahrzehnten setzen die Kradmelder der Bundeswehr auf geländegängige Motorräder (Enduro), um Nachrichten schnell über schwieriges Terrain zu transportieren. Bis in die 1990er-Jahre war die Hercules K 125 das Standardmodell für diese Aufgabe. Die Zweitaktmaschine war leicht, wendig, aber technisch irgendwann nicht mehr zeitgemäß. Nach einer Übergangszeit mit der KTM LS 400 und der BMW G 650 GS führte die Bundeswehr schließlich 2019 die BMW F 850 GS als neues Einsatzfahrzeug ein.

Die BMW F 850 GS war ein großer Schritt nach vorn: leistungsstark, mit moderner Elektronik ausgestattet und für den Einsatz auf der Straße und im Gelände konzipiert.

Ein Kradmelder vom Fernmeldedienst fährt mit dem Motorrad BMW G 650 GS durch Kropp im Rahmen der Übung Red Griffin 2017.
Ein Kradmelder vom Fernmeldedienst fährt mit dem Motorrad BMW G 650 GS durch Kropp im Rahmen der Übung Red Griffin 2017.
Foto: Bundeswehr / Jane Schmidt

Doch es gab auch Nachteile: Die Maschine galt vielen als zu groß (Sitzbank 860 mm), zu schwer (Leergewicht 229 kg) und zu übermotorisiert (70 kW/95 PS). Die Beschaffung des Motorrads damals als Übergangslösung. Trotz hervorragender technischer Eigenschaften der BMW-Enduro stellte sich die Frage, ob es leichtere, agilere Alternativen gibt.

Yamaha Ténéré 700 – Die neue Wahl für Geländeeinsätze

Diese marktverfügbare Alternative ist nun gefunden: Die Bundeswehr setzt auf die Yamaha Ténéré 700 aus Japan. Das Modell wurde bereits auf der INTERMOT 2024 präsentiert. Dort stand eine olivgrüne Yamaha Ténéré 700 mit der Aufschrift „Military Police“. Diese war eine Vorableihgabe von Yamaha und deutete bereits auf die bevorstehende Beschaffung hin.

Das neue Einsatzmotorrad bietet entscheidende Vorteile. Mit einem deutlich geringeren Gewicht als die BMW F 850 GS verbessert es die Manövrierfähigkeit, insbesondere in schwierigem Gelände. Zudem verfügt es über moderne Assistenzsysteme, die auf die speziellen Anforderungen der Bundeswehr zugeschnitten sind. Die Maschine wurde zuerst für die Feldjäger beschafft – dort allerdings mit Sonderausstattung.

Neues Zweirad für die Bundeswehr: Yamaha Super Ténéré 700.
Neues Zweirad für die Bundeswehr: Yamaha Super Ténéré 700.
Foto: cpm Defence Network/André Forkert

Jetzt befinden sich die ersten Maschinen der Yamaha Ténéré 700 auch in Einrichtungen der Kraftfahrtausbildung und bei den Kradmeldern der Bundeswehr. Nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums wird die Bundeswehr bis Ende Februar 2025 insgesamt 147 Motorräder vom Typ Yamaha Ténéré 700 verfügen. Bis Ende 2025 sollen es dann 257 Motorräder sein.

Technische Details der Yamaha Ténéré 700

  • Maße: 2,37 m / 0,90 m / 1,45 m
  • Motor: 690 cm³ CP2-Reihen-Zweizylinder, EU5+ konform
  • Leistung: 54 kW (74 PS) bei 9.000 U/min
    Gewicht: 208 kh
  • Tankinhalt: 16 l
  • Besonderheit: beheizbare Griffe, Koffer und Tasche auf Tank, YCC-T Drosselklappe

„Die Motorräder der Kradmelder und Feldjäger werden mit handelsüblichem Kraftstoff für Otto-Motoren betrieben, um die erforderliche logistische Reichweite auf- und abseits von befestigten Wegen zu erreichen“, erklärt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf Nachfrage von CPM Defence Network. Eine vergleichbare Reichweite sei derzeit mit elektrischen Antrieben nicht realisierbar.

Leicht manövrierbar und höchst geländegängig ist das neue Krad der Bundeswehr. Das schätzen die Ausbildungskräfte und die Kradmelderinnen und Kradmelder.
Leicht manövrierbar und höchst geländegängig ist das neue Krad der Bundeswehr. Das schätzen die Ausbildungskräfte und die Kradmelderinnen und Kradmelder.
Foto: Bundeswehr / Susanne Hähnl

„Darüber hinaus ist eine Folgeversorgung unter Gefechtsbedingungen derzeit für elektrische Antriebe kaum darstellbar“, so der Sprecher weiter. Die Entwicklungen auf dem Markt der elektrischen Motorräder würden „jedoch kontinuierlich beobachtet“.

Nicht zuletzt, da elektrisch betriebene Enduros durch eine deutlich reduzierte Geräusch- und Wärmeemission taktische Vorteile mit sich bringen.

Kradmelder bei LV/BV wieder wichtig

Denn neben ihrem Dienst bei den Feldjägern werden Enduros wie die Yamaha Ténéré 700 auch bei den Kradmeldern der Bundeswehr eingesetzt. Das sind speziell ausgebildete Soldaten für Verbindungs- und Erkundungsaufgaben. Meldefahrten gewinnen heute wieder an Bedeutung, da das Beispiel Ukraine zeigt, dass auch modernste Kommunikation gestört werden kann.

Wenn digitale Verbindungen ausfallen, sind Kradmelder ein mobiles Meldemittel, die sowohl Meldungen auf Papier als auch Datensticks von A nach B bringen können – mit der Yamaha Ténéré 700 auch durch schwieriges Gelände.

Mehr Mobilität, weniger Gewicht, bessere Anpassung an die Truppe

Mit der Yamaha Ténéré 700 erhält die Bundeswehr ein vielseitiges, leichtes und geländegängiges Motorrad, das die bisherigen Kradmelder-Fahrzeuge in vielen Punkten übertrifft. Besonders das geringere Gewicht und die bessere Anpassung an unwegsames Gelände machen sie zu einer guten Wahl. Und wer weiß: Vielleicht kommt bald auch eine Yamaha Ténéré 700 E mit gefechtstauglichem Wechselakkusystem auf den Markt.

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BundeswehrEnduroFeldjägerGeländegängigKradmelderMotorradYamaha
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