In einem Industriegebiet am südlichen Stadtrand von Stockholm entwickelt Snigel Design Tragesysteme und taktische Ausrüstung für Spezialeinheiten und reguläre Streitkräfte. Was 1990 als Ein-Mann-Betrieb begann, ist heute ein professioneller Hersteller mit 40 Mitarbeitern – und Lieferant der Bundeswehr. Ein Besuch bei Snigel-Geschäftsführerin Malin Hlawatsch Plaude und Gründer Per-Henrik „PH“ Magnusson.
PH Magnusson sitzt in der Entwicklungsabteilung von Snigel und deutet auf einen selbst genähten Rucksack an der Wand. Camouflage, verschlissene Nähte, Jahrzehnte alt. „Den habe ich 1982 einem meiner vorgesetzten Offiziere verkauft“, erzählt der 62-Jährige. „Bei unserem -jährigen Jubiläum kam er damit an und sagte: Magnusson, den habe ich von dir gekauft.“ Magnusson lacht. „Ich habe ihm einen neuen gegeben und den alten zurückbekommen. 40 Jahre im Einsatz – das ist Qualität.“
Es ist diese Mischung aus Leidenschaft für Details, militärischem Hintergrund und unbedingtem Qualitätsanspruch, die Snigel prägt. Das schwedische Unternehmen entwickelt frei verkäufliche Tragesysteme, Schutzausrüstung und taktische Bekleidung – für Soldaten, Polizisten und Sicherheitsdienste, die sich auf ihre Ausrüstung verlassen müssen.
Von der Leidenschaft zum Geschäft
Die offizielle Geschichte von Snigel beginnt in den 1990, als Magnusson seine Ausbildung als Industriedesigner abgeschlossen hatte. Seine Abschlussarbeit: ein Rucksack für die schwedische Materialbeschaffungsbehörde FMV und eine Gore-Tex-Jacke. Doch die Firma bleibt klein, ein Nebengeschäft.
„Ich wollte immer Ausrüstung für mich selbst machen“, erklärt der Snigel-Gründer. „Als Fallschirmjäger hatte ich genaue Vorstellungen, wie Dinge funktionieren sollten.“
Magnusson arbeitete 15 Jahre als Designer bei Snickers Workwear, einem schwedischen Hersteller von Arbeitskleidung. Sein Chef dort tickte ähnlich wie PH Magnusson: „Er erlaubte mir, nebenbei Snigel weiterzuführen.“ Tagsüber entwarf er Arbeitskleidung für Maler und Tischler, abends und am Wochenende nähte er Rucksäcke und Schutzwesten.
„Ich habe 350 Rucksäcke selbst genäht“, erklärt Magnusson. „Meinen ersten mit 13 Jahren.“ Die Leidenschaft wurde zum Geschäft – aber Geld verdienen stand lange nicht im Vordergrund. „Wir haben über die Jahre 3.400 verschiedene Produkte entwickelt – keine Größen- oder Farbvariationen, sondern wirklich unterschiedliche Designs“, erklärt er stolz. Davon hat PH etwa 2.500 selbst entworfen. Das zeigt die Innovationskraft, den der Gründer seinem Unternehmen mit auf den Weg gegeben hat.
Der Wendepunkt: Die Bundeswehr-Ausschreibung
Jahrzehntelang war Snigel ein Nischenunternehmen. Magnusson entwickelte Ausrüstung für schwedische Spezialeinheiten – oft in enger Zusammenarbeit mit den Einheiten selbst. „Ich war Zugführer“, erzählt er. „Ich war Zugführer. Die Armee erlaubte uns, mit der Ausrüstung zu machen, was wir wollten – inoffiziell. Die Hälfte der Übungszeit verbrachten wir also damit, Ausrüstung zu testen und zu verbessern.“
Ballistische Westen für die schwedische Anti-Terror-Einheit, Kampfwesten für KFOR-Einsätze im Kosovo, Gürtel für die schwedische Polizei – alles entstand in enger Abstimmung mit den Endnutzern.
Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!
Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:




















