Das US-amerikanische Unternehmen AimLock zeigte auf der SOF Week 2026 in Tampa, Florida, ihr System, mit dem Waffen und Waffenanlagen automatisiert werden können, und dann automatisch aufklären und zielen, und das besser, schneller und genauer als dies händisch erfolgen kann. Auch bietet das System ein Lock-on Tracking und bei Wunsch eine automatische Bekämpfung des Zieles. Die Autonomie für präzise Zielerfassung und -bekämpfung ist abhängig von den Vorgaben des Nutzers, rein theoretisch könnte die gesamte Wirkkette von der Aufklärung bis hin zur Bekämpfung automatisiert erfolgen. Und das für Missionen wie Counter-UAV (C-UAC), Direct Action, Eigenschutz / Kampschutz, und viele weitere.
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Denver, Colorado, USA, aber ist bereits mit Anteilen auch in Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich vertreten, und wurde 2013 gegründet. Das System unterliegt der ITAR-Exportkontrolle.
Die fortschrittliche Autonomie vereinen die Feuerkraft der Waffe mit der Kraft der Intelligenz, indem AimLock Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen zuverlässig mit fortschrittlichen Feuerleitsystemen verschmelzen lässt. Dies ermöglicht eine neue Generation ferngesteuerter Waffensysteme, die Operationen realisierbar schneller und genauer machen. Und das bei neuen und alten Waffen(-systemen). Selbst bei alter Hardware, also auch 30 bis 40 Jahre alte Maschinengewehre oder Waffenanlagen. Laut Hersteller soll so eine Erweiterung und damit Upgrade der Waffen viel günstiger sein, als neue Waffensysteme zu beschaffen.
Laut Anbieter soll so auch ein Multi-Domänen-Gefechtsraum ermöglicht werden. Die Technologien der bestehenden Plattformen und Altsysteme wird auf einfache Weise modernisiert und ermöglicht so, mit gesteigerter Geschwindigkeit und Präzision zu agieren. Dies gewährleistet außergewöhnlich hohe Trefferquoten in komplexen Gefechtsszenarien – zu Lande, in der Luft und zur See.
Herz und Seele dieser Systemerweiterung oder Modernisierung ist der Keystone (CTM). Als Rückgrat aller autonomen Systeme vereint der Keystone (CTM) Sensormanagement, Computer Vision, Künstliche Intelligenz, Vernetzung und Sensorfusion mit fortschrittlicher Feuerleitung, Zielverfolgung und Plattformmanagement. In einem kleinen, leichten und kompakten Block. Da dieser zudem noch direkt in der Waffe/Waffenanlage „embeded“ integriert wird, muss auch kein Eingriff in die Plattform oder das Fahrzeug erfolgen. Für das alles werden keine externen Server oder so benötigt, da alle notwendigen Anteile in der Waffenanlage embeded sind. Die Kommunikation mit dem System kann vielfältig umgesetzt werden, über den taktischen Funk, Glasfaserkabel, in der Regel wird IP Protokoll genutzt.
Dank der offene Architektur des Systems ist ein modularer, offener Systemansatz vollständig interoperabel. Dies ermöglicht beschleunigte und besser vernetzte Multi-Domain-Operationen über die gesamten Streitkräfte hinweg, so der Anbieter. Der Systemansatz verfolgt das Ziel der Standardisierung für eine größtmögliche Modularität. Die offene Architektur erlaubt eine Nutzung jeder Art von Waffe und Waffenanlage, zudem die Integration Dritter, zum Beispiel verschiedener Radare, Kameras, etc.
Die Funktionen der Waffenanlage umfassen nach der Integration eine autonome Zielerkennung, automatische Ballistische Berechnung, Erfassung mehrerer beweglicher Ziele gleichzeitig, eine aktive Stabilisierung (auch bei bisher unstabilisierten Anlagen), Zielmarkierung & -verfolgung und das bei voller Tag- & Nachtkampffähigkeit. Eine Integration dauert laut Hersteller in der Regel zwischen einer bis zu acht Wochen. Dabei gibt es Eingriffe in die Mechanik, die Elektronik und die Software.
C-UAV System
Daraus ergibt sich eine deutlich höhere (Erst-)Trefferwahrscheinlichkeit, eine verkürzte Reaktionszeit, reduzierte Kollateralschäden, Kräftevervielfachung, reduzierter Ausbildungszeit und Kostenaufwand, die Erkennung und Neutralisierung von Bedrohungen jeder Art und Größe, zu Wasser, Land und in der Luft. Damit ist auch ein Einsatz als C-UAV System möglich. Laut AimLock sind die Systeme zur Abwehr unbemannter Systeme (C-UAS) für den schnellen Einsatz konzipiert und verfügen über die Fähigkeit, unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) der Gruppen 1 und 2 mit hoher Geschwindigkeit und Präzision zu erkennen, zu klassifizieren, zu verfolgen, automatische Feuerlösungen zu berechnen und zu bekämpfen. Je nach Nutzerwunsch mit oder ohne den sogenannten Mann-in-the-Loop. Dank vernetzter Zielerfassung mittels Radar-, Akustik- und HF-Detektionssystemen, autonomer Zielausrichtung (Slew-to-Cue), optischer Präzisionszielerfassung mit KI/ML-basierter Zielerkennung sowie thermischer Detektion und Verfolgung sind die Systeme darauf vorbereitet, selbst die anspruchsvollsten UAS-Bedrohungen abzuwehren, so AimLock. Bei der Target Aquisition wird auf Radare gesetzt, die den Bediener und seinen Joystick ersetzen. Das Radar kann in Kombination mit den Algorithmen auch zwischen einem Vogel und einem UAV unterscheiden. Oder Fahrzeuge kategorisieren. Über hochauflösende Kameras könnte theoretisch auch zwischen einem Menschen und einem Kombattanten – mit Helm & Waffe – unterschieden werden. Aber das würde das System deutlich teurer machen, und ist daher nicht vorgesehen, aber möglich.
Das System hilft aber nicht nur bei C-UAV Missionen. Auch bei der Spezialaufklärung oder Direkt Action soll die autonomen Zielerfassungssysteme von AimLock den Anwender in die Lage versetzen, rasch fundierte Entscheidungen zu treffen. Bei Einsätzen tief hinter feindlichen Linien minimieren die Waffenstabilisierung, die fortschrittliche Feuerleitung und das automatisierte Gefechtsfeldmanagement von AimLock das Risiko einer Entdeckung; sie ermöglichen es den Einsatzkräften, Ziele schneller zu identifizieren und zu bekämpfen, um Kollateralschäden zu vermeiden.
Und es bietet den eigenen Kräften Schutz. So können die autonomen Zielerfassungssysteme Einsatzräume zu sichern – unabhängig davon, wie groß oder klein die Bedrohung ist. Auf Dreibein, als Handfeuerwaffe, als Waffenstation auf einem Turm oder Unmanned Ground Vehicle (UGV). Die intelligente CORE-Hardware und -Software nutzt modernste Technologien, um die Anwender vor Gefahren zu bewahren, und im Notfall einen Angreifer zu bekämpfen. Bei vorgegebenen Räumen auch voll automatisiert. So könnte ein UGV mit Waffenstation Räume überwachen und jede Bedrohung eliminieren, mit oder ohne menschliche Freigabe der Waffe. Durch die Kombination von Sensorfusion mit fortschrittlicher Feuerleitung und Künstlicher Intelligenz – zur Erkennung, Klassifizierung, Verfolgung und automatischen Berechnung letaler sowie nicht-letaler Feuerlösungen – können die Bediener schneller auf unvorhergesehene Bedrohungen reagieren, die ein sofortiges und unmittelbares Eingreifen erfordern. Das gilt für Handwaffen genauso wie für schultergestützte Systeme gegen Luftziele oder zur Panzerabwehr. Auch auf größere Distanzen.
AimLock und FN America kooperieren bei der C-UAV-Lösung
Auf der diesjährigen SOF Week präsentieren AimLock und FN America die „Dune“-Waffenstation, montiert auf dem Geländefahrzeug SXV-XL-6×6 von BC Customs als Counter-UAV-System. Beide Firmen gaben die Kooperation am 19. Mai 2026 auf der Messe in Tampa bekannt. AimLock bringt sein autonomes Zielerfassungs- und Bekämpfungssystem ein, FN America LLC die fernbedienbare Waffenstation (RWS) FN DEFNDER MEDIUM. Damit bietet die „Dune“-Lösung die Autonomie-Suite von AimLock mit den mehrstufige Abwehrmaßnahmen gegen UAS der Waffenstation.
Während der Messe war die „Dune“-Lösung auf einem Geländefahrzeug des Typs SXV-XL-6×6 von BC Customs montiert. Das robustes Utility Terrain Vehicle (UTV) SXV 6×6 ist ein speziell für den Einsatzzweck konstruiertes, und kann eine Nutzlast von bis zu 2.040 kg aufnehmen. Es verfügt über eine Ladefläche von circa 4,3 m² und lässt sich dank seiner „Roll-on/Roll-off“-Fähigkeit problemlos im Inneren eines Transporthubschraubers vom Typ Boeing CH-47 Chinook verlegen. Angetrieben von einem langlebigen Cummins R2.8-Turbodieselmotor und robusten Antriebskomponenten, bietet das Fahrzeug eine hohe Leistung – einschließlich einer Beschleunigung von 0 auf 96 km/h in unter 12 Sekunden. Gleichzeitig zeichnet es sich bei schnellen Verlegungs-, Infiltrations- und Extraktionsoperationen aus, ohne dass hierfür zusätzliche Abstützvorrichtungen erforderlich wären.
Da kleine, schwer zu bekämpfende UAS die Operationen auf dem Gefechtsfeld zunehmend erschweren, sind Lösungen wie die „Dune“ von entscheidender Bedeutung, um bestehende RWS-Systeme zu modernisieren und selbst in komplexesten Einsatzszenarien schnellere und präzisere Schussabgaben zu ermöglichen. Im Rahmen der „Dune“-Lösung unterstützen die Systeme von AimLock – gesteuert durch das firmeneigene „Keystone Core Targeting Module“ (CTM) – die FN DEFNDER MEDIUM RWS von FN America dabei, eine präzise automatische Zielerfassung über ein breites Spektrum an Schlüsselmissionen hinweg zu gewährleisten: cUAS-Abwehr, Schutz der eigenen Kräfte (Force Protection), direkte Kampfhandlungen (Direct Action), integrierte Verteidigung, Panzerabwehr sowie Feuerunterstützung (Support by Fire). The Dune: Integration der AimLock-Technologie in das RWS von FN America
Das FN DEFNDER MEDIUM RWS wurde entwickelt, um den Auftrag zum Schutz der eigenen Kräfte – durch Feuerunterstützung und Selbstverteidigung – zu erfüllen, wenn es auf leichten, mittleren oder schweren Fahrzeugen montiert ist. Es kann mit einer Vielzahl von Waffentypen bestückt und um Funktionen wie Laser-Entfernungsmessung, Stabilisierung und ballistischen Schutz erweitert werden, wodurch es sich an unterschiedlichste Einsatzanforderungen anpassen lässt.
In Kombination mit AimLocks Keystone CTM – einer intelligenten Hardware- und Software-Lösung, die Sensorfusion mit fortschrittlicher Feuerleitung und künstlicher Intelligenz verbindet – und eingebettet in die „Dune“-Lösung, ist das FN DEFNDER MEDIUM in der Lage, Ziele (wie etwa kleine unbemannte Luftfahrzeuge – UAS) zu detektieren, zu klassifizieren, zu verfolgen, automatisch Feuerlösungen zu berechnen und die Zielbekämpfung zu steuern.
„Während unsere weltweiten Verbündeten ihre militärischen Fähigkeiten angesichts der zunehmenden Verbreitung kleiner UAS modernisieren, ist es entscheidend, ihnen Lösungen bereitzustellen, die keine vollständige Überholung ihrer Systeme erfordern, sondern stattdessen die bereits vorhandenen Plattformen aufwerten“, sagte Bryan Bockmon, CEO von AimLock. „Die Dune-Lösung – die AimLocks bewährte Technologie zur Zielerfassung und -bekämpfung mit der langjährigen Tradition von FN bei der Entwicklung hochmoderner ferngesteuerter Waffensysteme vereint – erfüllt die Anforderungen der Streitkräfte weltweit, während sich das Gefechtsfeld in Echtzeit weiterentwickelt.“
Im Einzelnen umfasst die Dune-Lösung:
- Die AimLock Autonomy Suite für vernetzte, mehrstufige cUAS-Abwehrsysteme
- Ein Nachrüst-Kit für das FN DEFNDER MEDIUM
- Kompatibilität mit Waffen der Kaliber 30×113 mm, 12,7×99 mm und 40×53 mm
- Airburst-fähige (programmierbare), nähegezündete sowie konventionelle Munition
Text: Redaktion / af
Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!
Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:












