SOF Week: Glasfaseranbindung für Drohnen, Schutz gegen Jammer

Auf der SOF Week 2026 in Tampa, Florida, feierte das US-Technologieunternehmen L3Harris die Premiere seiner störfreien Verbindung für Drohne. Das L3Harris Glasfaserkabelsystem hält Einsatzkräfte verbunden, selbst wenn der Gegner mit Jammer stört. Die kampferprobte Technologie widersteht Bedrohungen durch elektronische Kampfführung in der Luft, auf See und unter Wasser.

Das Glasfaserkabelsystem von L3Harris. Unter den Drohnen sind die Analogen Fly-by-Fiber-Systeme (AFFS) und Digitale Fly-by-Fiber-Systeme (DFFS) angebracht.
Das Glasfaserkabelsystem von L3Harris. Unter den Drohnen sind die Analogen Fly-by-Fiber-Systeme (AFFS) und Digitale Fly-by-Fiber-Systeme (DFFS) angebracht.
Foto: af

L3Harris liefert seit Jahren das Glasfasersystem zur Steuerung der schweren Torpedos der U.S. Navy. Aufbauend auf dieses Wissen wurde jetzt ein sehr kompaktes System für Drohnen entwickelt. Im Grunde kann der Nutzer jede Art ziviler oder militärischer Drohnen mit dem System ausstatten und verbinden.

Wenn Spezialeinsatzkräfte in feindlichem Gebiet Echtzeitinformationen für Aufklärung und Überwachung benötigen, kann ein Verbindungsverlust das Scheitern der Mission bedeuten. Angesichts immer ausgefeilterer elektronischer Kampfführungsmethoden liefert L3Harris Technologies das Glasfaserkabelsysteme, die Einsatzkräfte in kritischen Situationen sicher zu verbinden.

Die Glasfaserkabel von L3Harris bieten störungsfreie Kommunikation für Drohnen und Unterwasserplattformen und beheben so die kritische Schwachstelle von Funkfrequenzsystemen (RF), die von Gegnern in umkämpften Gebieten routinemäßig gestört werden.

„Die Bedrohung ist nicht länger theoretisch – sie prägt das Schlachtfeld in Echtzeit. Wir beobachten, wie Gegner in großem Umfang funkgesteuerte unbemannte Luftfahrtsysteme aggressiv stören, beeinträchtigen und kapern und damit eine kritische Schwachstelle moderner Drohneneinsätze offenlegen“, sagte Dave Kornick, Präsident des Bereichs Intelligence and Cyber bei L3Harris. „Der operative Erfolg hängt heute von robusten Führungs- und Kontrollarchitekturen ab, die auch in den umkämpftesten elektromagnetischen Umgebungen bestehen können. Unsere Glasfaser-Verbindungskabel für Drohnen (Drone Fiber Optic Tethers; DFT) bieten eine sichere, physische Verbindung zwischen Bediener und Fluggerät und gewährleisten so unterbrechungsfreie Kontrolle, Missionssicherheit und Überlebensfähigkeit auf dem Schlachtfeld, selbst unter extremsten Bedingungen der elektronischen Kriegsführung.“

Von kleinen unbemannten Luftfahrtsystemen (sUAS), die über umkämpftem Gebiet fliegen, bis hin zu Unterwasserplattformen in Sperrgebieten – die Glasfaser-Verbindungskabel von L3Harris liefern missionskritische Fähigkeiten für Spezialeinsätze und konventionelle Streitkräfte.

Die Gehäuse mit dem Glasfaserkabel – die schwarzen Behälter in verschiedenen Größen – werden unter der Drohne angebracht und wickeln sich während des Fluges ab. Der blaue Stecker kommt als Verbindung in den Kontroller.
Die Gehäuse mit dem Glasfaserkabel – die schwarzen Behälter in verschiedenen Größen – werden unter der Drohne angebracht und wickeln sich während des Fluges ab. Der blaue Stecker kommt als Verbindung in den Kontroller.
Foto: af

Abwehr elektronischer Kampfführung im realen Einsatz

Die für Missionen optimierten DFT-Systeme von L3Harris wurden nach Herstellerangaben bereits im Ausland im realen Gefechtseinsatz gegen aktive Systeme der elektronischen Kampfführung getestet. Sie bieten zehnmal schnellere Datenübertragungsraten als HF-Alternativen und sind dabei deutlich leichter und kleiner als vergleichbare kabelgebundene Lösungen. So gewährleisten sie sichere, bandbreitenstarke Kommunikation, die nicht gestört, abgefangen oder unterbrochen werden kann. Die NDAA-konformen Systeme werden in Palm Bay, Florida, gefertigt. Aktuell wird das System in verschiedenen Längen mit 2, 5, 10, 20 bis maximal 25 km Reichweite angeboten. Dabei beträgt das zusätzliche Startgewicht bei 2 km 235 Gramm und bei 25 km Reichweite 1.600 Gramm.

Die Integration in bestehende UAV-Plattformen ist einfach und schnell. L3Harris hat zwei Medienkonvertersysteme entwickelt, die eine schnelle Umrüstung bestehender HF-gesteuerter Drohnen auf Glasfaserbetrieb ermöglichen:

  • Analoge Fly-by-Fiber-Systeme (AFFS): Werden direkt in NDAA-konforme Controller integriert und sind mit allen UART-gesteuerten HF-Drohnen kompatibel.
  • Digitale Fly-by-Fiber-Systeme (DFFS): Sie bieten geringe Größe, niedriges Gewicht und geringen Stromverbrauch bei einer Latenz von unter 70 Millisekunden.

Wie beim unterwasserbetriebenen Torpedo-Kabel IPLCS zwischen Torpedo und Trägerschiff überträgt das Glasfaserkabel Daten in Echtzeit. Sowohl zur Drohnensteuerung als auch den Video-Feed der Aufklärungskamera. Das Mikrofaser-Glasfaserkabel (MDF) ermöglicht Datenübertragungsraten, die mehr als 10.000-mal höher sind als bei herkömmlichen Kupfersystemen. Die MDF-Technologie ist eine Schlüsselkomponente des von L3Harris entwickelten verbesserten Post-Launch-Kommunikationssystems (IPLCS) für den MK-48 Mod 8-Torpedo der nächsten Generation der U.S. Navy.

Da das US-Verteidigungsministerium seine Bemühungen um eine robuste heimische Produktion verstärkt, wurde erheblich in den schnellen Ausbau der Produktion von in den USA investiert, um nutzbare Drohnentechnologien und -komponenten der nächsten Generation herstellen zu können.

Mit dieser Lösung können bestehende RF-sUAS-Plattformen in einsatzbereite Systeme mit Glasfaser-Steuerung und -Kontrolle umgewandelt werden.

Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. Neben der unstörbaren und unterbrechungsfreien Steuerung der Drohnen, werden die Video-Feeds zur Überwachung & Aufklärung übertragen. Die hochauflösenden Kameras und Sensoren der Drohnen übertragen sichere Aufklärungsinformationen mit hoher Datenrate in Echtzeit an die Bediener – zur sofortigen Analyse und Entscheidungsfindung.

Für Kampfeinsätze können die UAS Live-Bilder vom Gefechtsfeld sowie präzise Zielinformationen liefern und Loitering Munition mit punktgenauer Präzision in Umgebungen, die durch elektronische Kriegsführung umkämpft sind, steuern. Bei Unterwassereinsätzen erfolgt über das Glasfaserkabel die Befehlsführung, Steuerung und Echtzeit-Datenverteilung mit hoher Bandbreite zwischen der Host-Plattform und verbundenen Systemen in rauen Meeresumgebungen

Und für Spezialaufklärung können Aufklärung, Überwachung und Erkundung in Echtzeit über feindlichem Territorium, gestützt auf eine sichere Kommunikation, die weder gestört, abgehört noch unterbrochen werden kann, erfolgen.

Neben dem System zur Drohnensteuerung und Datenübertragung bietet L3Harris auch eine Nutzlast zum Elektronischen Kampf (EloKa) an. Diese kann Messdaten im Einsatzgebiet ermitteln und ebenfalls über das Glasfaserkabel übertragen.

Drohne mit Analog Fly-By-Fiber System (AFFS), DFT Pack (hier 2 km) sowie dem Controller mit der Nearend Unit.
Drohne mit Analog Fly-By-Fiber System (AFFS), DFT Pack (hier 2 km) sowie dem Controller mit der Nearend Unit.

Drohnen-Glasfaser-Tether (DFT) – Packeinheiten

Die robuste und sichere Kommunikationsverbindung für große Distanzen gewährleistet die Missionssicherheit der unbemannten Luftfahrtsysteme (UAS). Dabei gibt es drohnenunabhängige Packeinheit (kompatibel mit verschiedenen Drohnenmodellen). Dank proprietären und fortschrittlichem Wickelverfahren als leichte und kompakte Lösung. Es gibt keine flugtechnischen Einschränkungen hinsichtlich Kurvenflug oder Geschwindigkeit, so L3Harris.

Das analoge Fly-by-Fiber-System liefert ein kristallklares FPV-Video (First-Person-View) sowie UART-Befehls- und Steuerungsfunktionen, bei einem geringen Stromverbrauch von 230 mW (Drohneneinheit). Theoretisch können Glasfaserverbindungen von bis zu 80 km Länge unterstützt werden, angeboten werden aktuell bis zu 25 km. Es sind keine Modifikationen am zivilen Controller erforderlich. Das System lässt sich direkt am Radiomaster Pocket Controller befestigen.

Das digitales Fly-by-Fiber-System liefert eine optimierte Leistung hinsichtlich Größe, Gewicht und Stromverbrauch, mit einer Latenz von unter 70 Millisekunden für die HD-Videoübertragung, zu Lande, in der Luft und unter Wasser. Es ermöglicht eine vernetzte, zuverlässige und bandbreitenstarke Echtzeit-Datenübertragung über große Distanzen, in allen Dimensionen.

Das Glasfaserkabel bietet eine extrem hohe Bruchfestigkeit, ein anpassbares spezifisches Gewicht, eine geringe optische Dämpfung, einen kleinen Biegeradius und ist sehr temperaturbeständig. Das System kann auch bei extremen Temperaturen von -40 °C bis +85 °C betrieben werden.

 

Text: Redaktion / af

Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwendete Schlagwörter

DrohnenGlasfaserL3HarrisSOF Week 2026
Index