steep GmbH: Neue Geschäftsführung setzt auf Wachstum und Innovation

Seit dem 1. Januar 2025 steht die steep GmbH unter neuer Leitung. Franz Tümler und Ulrico Polic übernehmen als Geschäftsführer die Verantwortung und setzen auf eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Im Interview mit CPM Defence Network sprechen sie über ihre Pläne, Herausforderungen und die Zukunft der steep GmbH. Das Interview führte Dorothee Frank.

Ulrico Polic und Franz Tümler (v.l.n.r.) sind seit dem 1. Januar 2025 die neuen Geschäftsführer der steep GmbH.
Ulrico Polic und Franz Tümler (v.l.n.r.) sind seit dem 1. Januar 2025 die neuen Geschäftsführer der steep GmbH.
Foto: steep
Herr Tümler, Sie sind seit fast vier Jahrzehnten im Verteidigungssektor tätig. Wie haben sich die Rahmenbedingungen in dieser Zeit verändert?

Franz Tümler: Meine berufliche Laufbahn begann während des Kalten Krieges im Bereich der elektronischen Aufklärung und des elektronischen Kampfes – EloKa. Die innerdeutsche Grenze war damals eine zentrale sicherheitspolitische Herausforderung. Die Wiedervereinigung stellte einen tiefgreifenden Umbruch dar. Viele spezialisierte Anlagen verloren ihre Bedeutung und die Bundeswehr suchte, in meiner Wahrnehmung, eine neue Ausrichtung, die sich verstärkt auf Auslandseinsätze konzentrierte. In dieser Phase haben wir unser Angebot um Wartungsservices, technische Dienstleistungen und Sicherheitssysteme für Feldlager erweitert.

Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine erleben wir nun eine erneute sicherheitspolitische Zäsur. Die Bundeswehr kehrt zur Landes- und Bündnisverteidigung zurück. Dies erfordert eine Anpassung unserer Strategien und Produkte. Während in der Vergangenheit verlegefähige Systeme mit Containern im Fokus standen, zeigt der Ukraine-Krieg, dass noch höhere Mobilität gefragt ist. Systeme müssen innerhalb weniger Stunden abgebaut und neu positioniert werden können. Genau hier setzen wir mit unseren aktuellen Entwicklungen an.

Welche Projekte stehen aktuell im Fokus der steep?

Franz Tümler: Ein besonders wichtiges Projekt ist der mobile Flughafen, der als Flughafen to Go bekannt ist. Diesen Auftrag haben wir 2021 gewonnen und wir stehen jetzt kurz vor dem ersten Site Acception Test. In modularen Containern sind alle wesentlichen Funktionen eines Flughafens integriert – vom Tower über Radar- und Wartungssysteme bis hin zu den Arbeitsplätzen der Fluglotsen.

Darüber hinaus arbeiten wir an der Weiterentwicklung der Feldlager-Zutrittskontrolle, insbesondere an einer modernisierten Fahrzeug-Durchleuchtungsanlage. Diese ermöglicht die effiziente Erkennung von Sprengstoffen und Schmuggelware in Lkw. Erste Ergebnisse sind bereits auf der Homepage der Bundeswehr einsehbar.

Weitere vielversprechende Projekte befinden sich in der Entwicklungsphase, insbesondere im Bereich militärischer Kommunikationssysteme. Aus naheliegenden Gründen kann ich aber derzeit hierzu (noch) nichts sagen.

Welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft? Auch Sie Herr Polic, bringen schließlich langjährige Erfahrung aus der wehrtechnischen Industrie mit, unter anderem aus Ihrer Zeit bei einem italienischen Rüstungskonzern. Welche Aspekte sind aus Ihrer Sicht besonders relevant?

Ulrico Polic: Eine der größten Herausforderungen ist die Finanzierung und Skalierung unserer Projekte. Die wehrtechnische Industrie wächst derzeit rasant und auch wir müssen unsere Strukturen entsprechend anpassen. Dies betrifft insbesondere Personal, Infrastruktur, Lieferketten und Technologie. Unsere Herausforderung besteht darin, dieses Wachstum gezielt zu steuern, um nachhaltig erfolgreich zu bleiben.

Ein Schlüsselaspekt ist das Personalmanagement. Wir setzen auf eine ausgewogene Strategie: Zum einen wollen wir unser bestehendes Personal gezielt weiterentwickeln, zum anderen neue Fachkräfte gewinnen, ohne dabei unsere Unternehmenskultur zu verändern. Die Identifikation mit steep und der Bundeswehr als Hauptkunden ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Der Werdegang von Herrn Tümler, der bei uns vom Ingenieur bis zum Geschäftsführer aufgestiegen ist, zeigt, welche Karrieremöglichkeiten wir bieten. Auch meine eigene Erfahrung aus über zwei Jahrzehnten in dieser Branche, wo ich zunächst in Italien und dann in Deutschland verschiedene Führungspositionen im Finanz- und operativen Bereich innehatte, wird uns helfen steep strategisch weiterzuentwickeln. Wer die steep GmbH kennt, weiß, wie viel Potenzial hier noch drinsteckt. Das beginnt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Ideen.

Zudem analysieren wir, wo in unserer Organisation und in der Zusammenarbeit mit Lieferanten Anpassungen notwendig sind. Das Lieferantenmanagement spielt eine zentrale Rolle in unserem Geschäftsmodell. Hier prüfen wir, wie wir noch effizienter agieren können.

Welche langfristige Strategie verfolgen Sie?

Ulrico Polic: Unsere Strategie basiert auf Weiterentwicklung statt auf radikalen Umbrüchen. steep ist bereits ein etabliertes, wettbewerbsfähiges Unternehmen. Unser Ziel ist es, das Wachstum gezielt zu gestalten, um sowohl bestehende als auch neue Projekte erfolgreich umzusetzen. Wir setzen auf Stabilität, Effizienzsteigerung und Innovationskraft, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

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